Straßenzug mit Mehrfamilienhäusern in einer deutschen Stadt — Mieterland Nummer eins in Europa

Aktuelle Studie

Mietenreport 2026: Warum sich fast jeder zweite Mieter vor steigenden Nebenkosten sorgt

Der Deutsche Mieterbund (DMB) hat im September 2026 seinen jährlichen Mietenreport veröffentlicht. Eine der zentralen Zahlen: 47 Prozent der Mieter:innen in Deutschland machen sich derzeit große Sorgen, dass ihre Nebenkosten stark steigen. Wir ordnen die wichtigsten Ergebnisse ein — und zeigen, was das konkret für deine eigene Abrechnung bedeutet.

Das Wichtigste in Kürze

  • 47 % der Mieter:innen sorgen sich (sehr) stark, dass ihre Nebenkosten weiter steigen — neu erhoben im Mietenreport 2026.
  • 58 % berichten, dass ihre Wohnkosten (Miete oder Nebenkosten) in den letzten 12 Monaten bereits gestiegen sind.
  • Wer von steigenden Wohnkosten betroffen ist, spart am häufigsten an Rücklagen (52 %), Freizeit (49 %) und Anschaffungen (46 %).
  • Einkommensschwache Haushalte zahlen für Wärmeenergie rund sechsmal mehr ihres Einkommens als einkommensstarke Haushalte.
  • Steigende Kosten sind real — aber kein Freibrief für Fehler in deiner eigenen Abrechnung. Beides lässt sich unabhängig voneinander prüfen.
Inhalt
  1. 1. 47 %: Sorge vor stark steigenden Nebenkosten
  2. 2. 58 % zahlen heute schon mehr
  3. 3. Woran gespart wird
  4. 4. Energiekosten treffen Ärmere am härtesten
  5. 5. Was das für deine Abrechnung bedeutet
  6. 6. Häufige Fragen

47 %: Sorge vor stark steigenden Nebenkosten

Erstmals hat der Mieterbund im Mietenreport 2026 gezielt nach Nebenkosten gefragt — nicht nur allgemein nach der Miete. Das Ergebnis:

13 %

sehr große Sorgen

34 %

große Sorgen

35 %

weniger große Sorgen

17 %

keine Sorgen

Zusammengefasst: 47 Prozent (13 + 34) machen sich (sehr) große Sorgen um stark steigende Nebenkosten. Besonders betroffen sind laut Studie Haushalte mit geringerem Einkommen, formal niedrigerer Bildung sowie Frauen und Haushalte mit Kindern.

58 % zahlen heute schon mehr als vor einem Jahr

Die Sorge ist nicht nur Zukunftsangst: Bei der Mehrheit ist die Kostensteigerung bereits eingetreten. Laut Mietenreport 2026 sind bei 58 Prozent der Befragten die Wohnkosten — Miete oder Nebenkosten — innerhalb der vergangenen zwölf Monate gestiegen, bei 42 Prozent nicht.

Besonders häufig berichten Haushalte mit Kindern, Personen mit höherem Haushaltsnettoeinkommen sowie Bewohner:innen größerer Städte von gestiegenen Wohnkosten.

Woran gespart wird, wenn die Wohnkosten steigen

Wer von gestiegenen Wohnkosten betroffen ist, schränkt sich laut Studie in konkreten Lebensbereichen ein:

Rücklagen / Altersvorsorge52 %
Urlaub, Kultur, Freizeit49 %
Kleidung, Möbel, Haushaltsgeräte46 %
Gesunde Lebensmittel25 %
Eigene Gesundheit15 %

Nur rund ein Drittel (31 %) der Betroffenen gibt an, sich in keinem dieser Bereiche einschränken zu müssen.

Energiekosten treffen einkommensschwache Haushalte am härtesten

Ein besonders eindrücklicher Befund: Haushalte im untersten Einkommensdezil müssen laut der im Mietenreport zitierten IWU-Studie durchschnittlich rund 12 Prozent ihres Nettoeinkommens allein für Wärmeenergie aufbringen. Im obersten Einkommensdezil liegt dieser Anteil bei unter 2 Prozent — trotz absolut höherer Heizkosten größerer Wohnungen.

Unterstes Einkommensdezil

~12 %

des Nettoeinkommens für Wärmeenergie

Oberstes Einkommensdezil

<2 %

des Nettoeinkommens für Wärmeenergie

Grund ist nicht höherer Verbrauch, sondern dass einkommensschwache Haushalte überdurchschnittlich häufig in energetisch schlechteren Gebäuden wohnen — mit höheren Heizkosten pro Quadratmeter, unabhängig vom eigenen Verhalten.

Deutschland bleibt Mieter:innenland Nummer eins

52,8 Prozent der Bevölkerung wohnen in Deutschland zur Miete — kein anderes EU-Land hat eine höhere Mietquote, der EU-Durchschnitt liegt bei 31,5 Prozent. Gleichzeitig sind 11,2 Prozent der Bevölkerung „extrem wohnkostenüberlastet" (mehr als 40 % des Einkommens für Wohnen), bei einkommensarmen Haushalten liegt dieser Anteil bei 35 Prozent.

Was das für deine eigene Nebenkostenabrechnung bedeutet

Die Zahlen des Mietenreports zeigen einen echten, breiten Kostentrend — höhere Energiepreise und steigende Betriebskosten sind real und treffen fast jeden zweiten Haushalt. Das ist aber keine Erklärung dafür, ob deine konkrete Nebenkostenabrechnung korrekt ist.

Beide Fragen lassen sich unabhängig voneinander beantworten: Dass Nebenkosten allgemein steigen, entschuldigt keinen falschen Verteilerschlüssel, keine nicht umlagefähigen Positionen und keine unklaren Sammelposten. Eine Nebenkostenabrechnung kann also gleichzeitig „im Trend liegend teurer" und „fehlerhaft" sein — genau das lohnt sich zu trennen, bevor du zahlst.

→ Welche Kosten grundsätzlich nicht umlagefähig sind

Häufige Fragen zum Mietenreport 2026

Was ist der Mietenreport 2026?
Der Mietenreport 2026 ist eine jährliche Studie des Deutschen Mieterbunds (DMB), die amtliche Statistiken (u. a. von Eurostat und dem Statistischen Bundesamt) mit einer eigenen repräsentativen Mieterbefragung kombiniert. Für die Befragung ließ der DMB im Auftrag das Meinungsforschungsinstitut forsa vom 29. Juni bis 7. Juli 2026 bundesweit 1.021 Mieter:innen befragen.
Steigen die Nebenkosten 2026 wirklich für die meisten Mieter?
Laut Mietenreport 2026 berichten 58 Prozent der Mieter:innen, dass ihre Wohnkosten — also Miete oder Nebenkosten — innerhalb der vergangenen zwölf Monate gestiegen sind. Zusätzlich sorgen sich 47 Prozent (sehr) große Sorgen, dass ihre Nebenkosten künftig stark steigen. Das ist keine gefühlte, sondern eine durch eine repräsentative Umfrage belegte Entwicklung.
Bedeutet eine gestiegene Nebenkostenabrechnung automatisch einen Fehler?
Nein. Dass die Nebenkosten allgemein steigen, erklärt noch nicht jede einzelne Position auf deiner Abrechnung. Höhere Energiepreise oder gestiegene Dienstleisterkosten sind real — trotzdem kann eine Nebenkostenabrechnung fehlerhaft sein, wenn zusätzlich ein falscher Verteilerschlüssel, nicht umlagefähige Kosten oder unklare Positionen enthalten sind. Genau diese Fehler lassen sich unabhängig vom allgemeinen Kostentrend prüfen.
Was kann ich gegen steigende Nebenkosten tun?
Direkten Einfluss auf Energiepreise oder Betriebskosten des Gebäudes hast du als Mieter kaum. Was du aber immer tun kannst: deine eigene Nebenkostenabrechnung auf Fehler prüfen — falscher Verteilerschlüssel, nicht umlagefähige Positionen, fehlende Belege oder ein zu hoher persönlicher Kostenanteil kommen unabhängig von der allgemeinen Preisentwicklung häufig vor.

Sorgst du dich auch vor deiner nächsten Nebenkostenabrechnung?

Lade deine Abrechnung hoch und lass sie kostenlos vorab-checken. Wir zeigen dir, ob auffällige Positionen enthalten sind — unabhängig davon, wie stark die allgemeinen Kosten gestiegen sind.

Geld-zurück-Garantie: Finden wir keine Fehler, bekommst du dein Geld zurück.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.

Quellen: Deutscher Mieterbund — Mietenreport 2026 · tagesschau.de (Berichterstattung, September 2026)