Häufige Fehler in der Nebenkostenabrechnung
Kabel- und TV-Kosten
Seit dem 1. Juli 2024 dürfen Kabelgebühren und TV-Anschlusskosten nicht mehr pauschal auf Mieter umgelegt werden. In der Abrechnung für 2025 haben sie nichts mehr zu suchen. Die meisten Vermieter haben umgestellt, vereinzelt taucht die Position aber weiter auf, oft unter anderem Namen.
Das Telekommunikationsmodernisierungsgesetz
Mit dem TKMoG hat der Gesetzgeber das Nebenkostenprivileg für Kabelanschlüsse abgeschafft. Vermieter konnten bis dahin die Kosten für einen Sammelkabelanschluss pauschal auf alle Mieter umlegen. Seit dem 1. Juli 2024 ist das nicht mehr erlaubt.
Was gilt für Abrechnungen ab 2024?
Die Übergangsregel ist klar geregelt:
- Für 2024 dürfen nur Kosten bis 30. Juni 2024 anteilig umgelegt werden
- In der Abrechnung für 2025 dürfen gar keine Kabelgebühren mehr auftauchen
- Erlaubt bleiben bei Anlagen, die vor dem 1. Dezember 2021 errichtet wurden, nur Betriebsstrom und Prüfung der Antenne
- Steht die Position trotzdem drin, ist sie unzulässig
Wie hoch ist der typische Betrag?
Kabelgebühren lagen je nach Anbieter und Vertrag meist bei einigen Euro bis rund 20 Euro pro Monat pro Wohnung — über das Jahr schnell ein dreistelliger Betrag. Seit dem 1. Juli 2024 muss jeder Mieter diesen Betrag nicht mehr zahlen. Steht er trotzdem in der Abrechnung, musst du ihn innerhalb von zwölf Monaten nach Zugang beanstanden.
Gilt das auch bei laufenden Verträgen?
Das Verbot gilt unabhängig vom Mietvertrag. Selbst wenn dort eine Umlage der Kabelgebühren vereinbart war, greift diese Klausel seit dem 1. Juli 2024 nicht mehr. Vermieter können sich auch nicht auf einen laufenden Sammelvertrag mit dem Kabelanbieter berufen: Solche Altverträge durften sie zum 1. Juli 2024 ohne Kündigungsfrist kündigen (§ 230 Abs. 5 TKG). Haben sie das versäumt, tragen sie die Kosten selbst.
Konkretes Beispiel
Beispiel (frei erfunden): Eine Mieterin zog am 1. August 2024 in ihre Wohnung ein. In ihrer Nebenkostenabrechnung für 2024 wurden Kabelgebühren berechnet. Da ihr Einzug nach dem 1. Juli 2024 war, gilt für ihre gesamte Mietzeit die neue Rechtslage. Die Position gehört deshalb nicht in ihre Abrechnung.
Was tun, wenn Kabelgebühren noch abgerechnet werden?
Nebenkostenabrechnung auf Kabelgebühren prüfen
Suche nach Positionen wie Kabelanschluss, TV-Versorgung, Gemeinschaftsantenne, Multimedia oder Medienversorgung. Bei einer Antennenanlage dürfen Strom und Prüfung bleiben, Programm- und Anschlussgebühren nicht.
Abrechnungszeitraum und Einzugsdatum vergleichen
Für Zeiträume ab dem 1. Juli 2024 sind Kabelgebühren komplett unzulässig. Für 2024 gilt die anteilige Grenze zum 30. Juni.
Widerspruch einlegen
Du hast bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Zugang der Nebenkostenabrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB). Berufe dich auf § 2 Nr. 15 BetrKV in der Fassung des TKMoG: Kabelgebühren sind nur bis zum 30. Juni 2024 umlagefähig.
Rückerstattung fordern
Hast du die Nachzahlung bereits beglichen, kannst du den unzulässigen Anteil zurückfordern – vorausgesetzt, du hast innerhalb der Einwendungsfrist widersprochen. Nach Ablauf der zwölf Monate sind Einwände grundsätzlich ausgeschlossen (§ 556 Abs. 3 S. 6 BGB), dann hilft auch die längere Verjährungsfrist nicht mehr.
Übergangsregelung
Was bei Verträgen vor dem 1. Juli 2024 gilt
Auch wer schon lange vor der Gesetzesänderung eingezogen ist, profitiert von der neuen Rechtslage — unabhängig vom Datum des Mietvertrags.
- Für den Abrechnungszeitraum bis 30.06.2024: anteilige Umlage weiterhin zulässig, sofern die Anlage vor dem 1. Dezember 2021 errichtet wurde
- Ab 01.07.2024: Umlage unzulässig, unabhängig davon, wann der Mietvertrag geschlossen wurde
- Eine im Mietvertrag vereinbarte Klausel zur Kabelumlage greift ab diesem Stichtag nicht mehr — sie muss nicht extra gekündigt werden
- Für 2025 und alle Folgejahre dürfen Kabelgebühren in keiner Abrechnung mehr auftauchen
Rechenbeispiel
So viel kann seit Juli 2024 zusammenkommen
Unzulässig sind Kabelgebühren erst ab dem 1. Juli 2024 – betroffen sind also die zweite Jahreshälfte 2024 und die Folgejahre. Jede Abrechnung musst du innerhalb von zwölf Monaten nach Zugang beanstanden, sonst sind Einwände grundsätzlich ausgeschlossen. Viele haben die Abrechnung für 2024 erst Ende 2025 bekommen. Für sie endet die Frist Ende 2026.
Steht die Position 2025 noch in Abrechnungen?
In den meisten Abrechnungen für 2025 taucht keine Kabelgebühr mehr auf, die Vermieter haben umgestellt. Vereinzelt steht aber weiter eine Kabel- oder Glasfaserposition mit Kosten für den Mieter in der Abrechnung, manchmal unter neuem Namen wie „Glasfaserumlage“, „Multimedia“ oder „Medienversorgung“. Gerade weil die Position selten geworden ist, fällt sie beim Durchsehen leicht durch. Ein Glasfaserbereitstellungsentgelt ist nur unter engen Bedingungen zulässig: Das Hausnetz muss vollständig aus Glasfaser bestehen, du musst deinen Anbieter frei wählen können, und es sind höchstens 60 € im Jahr und insgesamt 540 € je Wohnung erlaubt (§ 72 TKG, § 556 Abs. 3a BGB).
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Was ist mit Gemeinschaftsantenne oder Satellitenanlagen?
Kann der Vermieter die Kabelkosten direkt mit mir abrechnen?
Was, wenn in meiner Abrechnung für 2024 nur Kosten bis Juni auftauchen?
Darf in meiner Abrechnung 2025 noch eine Position „Antenne“ stehen?
Kann ich Kabelgebühren aus Abrechnungen vor 2024 zurückfordern?
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Passende Fälle
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.
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