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Fernablesbarer digitaler Heizkostenverteiler am Heizkörper

Gesetzesänderung 2026

Frist: 31.12.2026

Fernablesbare Heizkostenzähler werden Pflicht

Bis zum 31. Dezember 2026 müssen alle Heizkosten- und Warmwasserzähler fernablesbar sein. Für viele ältere Gebäude bedeutet das: Der Vermieter muss jetzt nachrüsten oder austauschen — sonst drohen ihm Kürzungsrechte der Mieter.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bis zum 31.12.2026 müssen alle Heizkosten- und Warmwasserzähler fernablesbar sein (§ 5 HeizkostenV).
  • Die Nachrüstung ist Sache des Vermieters, Ausnahmen gelten nur in engen Grenzen.
  • Fehlt die vorgeschriebene fernablesbare Technik, darfst du deinen Heiz- und Warmwasserkostenanteil um 3 % kürzen (§ 12 Abs. 1 Satz 2 HeizkostenV) – bei Altgeräten nach Ablauf der Frist, bei Geräten mit Einbau nach dem 1.12.2021 schon jetzt.
  • Prüfe deine nächste Abrechnung: Ohne fernablesbare Technik entgeht dir womöglich dein Kürzungsrecht.
Inhalt
  1. 1. Was fernablesbar bedeutet
  2. 2. Die Frist im Detail
  3. 3. Ausnahmen
  4. 4. Dein Kürzungsrecht
  5. 5. Funkablesung in der Abrechnung erkennen
  6. 6. Wenn die Frist verstreicht
  7. 7. Häufige Fragen

Was „fernablesbar“ bedeutet

Der Zählerstand wird per Funk oder Netzwerk übermittelt, ohne dass ein Ableser die Wohnung betreten muss. Das ist die Grundlage dafür, dass Vermieter überhaupt monatliche Verbrauchsinformationen liefern können — ohne fernablesbare Technik geht das technisch nicht.

Die Frist im Detail

Nicht fernablesbare Geräte, die bis zum 1. Dezember 2021 installiert wurden, müssen bis zum 31. Dezember 2026 durch Nachrüstung oder Austausch die gesetzlichen Anforderungen erfüllen (§ 5 Abs. 3 HeizkostenV). Neuinstallationen seit dem 1. Dezember 2021 müssen ohnehin von Anfang an fernablesbar sein.

Ausnahmen von der Pflicht

Die Nachrüstung entfällt, wenn sie im Einzelfall wegen besonderer Umstände technisch nicht möglich ist oder zu einem unangemessenen Aufwand bzw. einer unbilligen Härte führen würde. Diese Ausnahme muss der Vermieter im Streitfall begründen können — ein pauschaler Verweis reicht nicht.

Kürzungsrecht bei Verstoß

Fehlt fernablesbare Ausstattung, obwohl sie Pflicht ist, darfst du deinen Anteil an den Heiz- und Warmwasserkosten um 3 % kürzen (§ 12 Abs. 1 Satz 2 HeizkostenV). Für Geräte, die nach dem 1. Dezember 2021 eingebaut wurden, gilt das schon heute, für ältere Geräte nach Ablauf der Frist am 31. Dezember 2026. Ob im Einzelfall eine Ausnahme nach § 5 Abs. 3 Satz 2 greift, prüfe im Zweifel mit einem Mieterverein oder Anwalt.

Was das für ein altes Mehrfamilienhaus bedeutet

In vielen Gebäuden aus den 1990er- oder 2000er-Jahren hängen noch klassische Heizkostenverteiler, die nur per Sichtablesung erfasst werden können. Für diese Wohnungen gilt: Wenn bis zum 31. Dezember 2026 nicht nachgerüstet wird, kannst du ein Kürzungsrecht prüfen lassen — unabhängig davon, wie alt die Anlage ist.

Funkablesung: So erkennst du sie in der Heizkostenabrechnung

  • Beim Ablesedatum steht der Stichtag am Ende des Abrechnungszeitraums, nicht ein Termin, an dem jemand in deiner Wohnung war. Oft steht dabei „Funk“ oder „fernabgelesen“.
  • Bei Ein- oder Auszug nutzt die Abrechnung gespeicherte Stichtagswerte der Geräte statt einer Zwischenablesung vor Ort.
  • Sind die Geräte fernablesbar, muss dir dein Vermieter jeden Monat deinen Verbrauch mitteilen (§ 6a HeizkostenV). Fehlt das, darfst du um 3 % kürzen.
  • Für gemietete Funkgeräte darf die Miete nur umgelegt werden, wenn der Vermieter die Anmietung vorher mit den Kosten angekündigt hat und die Mehrheit der Mieter nicht widersprochen hat (§ 4 Abs. 2 HeizkostenV).

Wo das in deiner Abrechnung steht, hängt vom Messdienst ab. Unsere Ratgeber zu ista, Techem, Brunata, Minol und KALO erklären den Aufbau der jeweiligen Abrechnung.

Was tun, wenn die Frist ungenutzt verstreicht?

1

Heizkostenabrechnung genau prüfen

Steht dort ein Hinweis auf fernablesbare Technik oder wird weiterhin von einer jährlichen Vor-Ort-Ablesung gesprochen?

2

Beim Vermieter nachfragen

Frag schriftlich nach, ob und wann die Nachrüstung erfolgt ist. Ohne Antwort hast du einen ersten Beleg für deine Kürzung.

3

Kürzungsrecht geltend machen

Kürze deinen Anteil an den Heiz- und Warmwasserkosten in der nächsten Abrechnung nach Fristablauf und begründe das schriftlich. Prüfe vorher, ob die Voraussetzungen in deinem Fall wirklich vorliegen – im Zweifel über einen Mieterverein oder eine anwaltliche Beratung.

4

Bei Zweifeln prüfen lassen

Ob die Kürzung in deinem Fall korrekt berechnet ist, lässt sich am sichersten mit einer vollständigen Prüfung deiner Abrechnung klären.

Häufige Fragen zur Fernablesbarkeit

Was bedeutet „fernablesbar“ genau?
Der Zählerstand kann per Funk oder über ein Netzwerk ausgelesen werden, ohne dass jemand die Wohnung betreten muss. Klassische Zähler, die nur vor Ort per Sichtablesung erfasst werden können, erfüllen die Anforderung nicht.
Gilt die Pflicht auch für Kaltwasserzähler?
Nein. § 5 HeizkostenV betrifft ausschließlich Geräte zur Erfassung von Heizenergie und Warmwasser. Kaltwasserzähler sind von dieser Vorschrift nicht erfasst.
Was, wenn mein Vermieter die Frist verstreichen lässt?
Dann darfst du deinen Anteil an den Heiz- und Warmwasserkosten um 3 % kürzen (§ 12 Abs. 1 Satz 2 HeizkostenV). Für Altgeräte gilt das nach Ablauf der Frist am 31. Dezember 2026, für Geräte, die nach dem 1. Dezember 2021 eingebaut wurden, schon jetzt. Ob im Einzelfall eine Ausnahme nach § 5 Abs. 3 Satz 2 greift, kläre im Zweifel über einen Mieterverein oder eine anwaltliche Beratung.
Gibt es Ausnahmen von der Frist?
Ja. Nach § 5 Abs. 3 Satz 2 HeizkostenV muss nicht nachgerüstet werden, wenn das im Einzelfall technisch nicht möglich ist oder mit unangemessenem Aufwand bzw. einer unbilligen Härte verbunden wäre. Das ist eine Ausnahme, keine Regel — der Vermieter muss das im Zweifel begründen.
Muss ich als Mieter selbst etwas tun?
Nein, die Nachrüstung ist Sache des Vermieters. Du solltest aber deine nächste Heizkostenabrechnung genau prüfen, ob fernablesbare Geräte installiert wurden — sonst entgeht dir möglicherweise dein Kürzungsrecht.

Fehlt bei dir die fernablesbare Technik?

Lade deine Heizkostenabrechnung hoch — wir zeigen dir, ob die Voraussetzungen für eine Kürzung nach der Heizkostenverordnung in deiner Abrechnung dokumentiert sind und welche weiteren Positionen auffällig sind.

Geld-zurück-Garantie: Finden wir nichts Auffälliges, bekommst du dein Geld zurück.

Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.