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ErfurtStand November 2026

Grundsteuer in Erfurt 2026: Hebesatz 565 % seit der Reform

Erfurt hat zur Grundsteuerreform eine neue Hebesatz-Satzung beschlossen. Seit 2025 gilt für die Grundsteuer B ein Satz von 565 %, auch 2026. Thüringen rechnet nach dem Bundesmodell. Hier erfährst du, wie viel das für Mieter ausmacht und was du in deiner Abrechnung prüfen kannst.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt in Erfurt seit dem 1. Januar 2025 565 %.
  • Der Stadtrat hat die Satzung am 11. Oktober 2024 beschlossen. 2026 gilt sie unverändert.
  • Thüringen nutzt das Bundesmodell: Bodenrichtwert, Wohnfläche, Baujahr und eine pauschale Miete ergeben den Grundsteuerwert.
  • Unter den großen ostdeutschen Städten hat nur Schwerin einen höheren Hebesatz.
  • Im Beispiel mit 150 € Messbetrag und sechs Wohnungen zahlst du für 70 m² 141,25 € im Jahr.

Kurz beantwortet

In Erfurt gilt für die Grundsteuer B seit dem 1. Januar 2025 ein Hebesatz von 565 %, 2026 unverändert. Wie viel dein Haus zahlt, hängt am Messbetrag, den das Finanzamt nach dem Bundesmodell festsetzt. Als Mieter trägst du deinen Anteil, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Im Beispiel mit 150 € Messbetrag sind es 141,25 € im Jahr für 70 m², knapp 12 € im Monat.

Hebesatz Grundsteuer B seit 2025, auch 2026
565 %
Hebesatz Grundsteuer A seit 2025
540 %
Messzahl für Wohngrundstücke (Bundesmodell)
0,31 ‰

Grundsteuer in Erfurt 2025 und 2026

Grundsteuer in Erfurt: Vorjahr und 2026
Grundsteuer20252026
Grundsteuer B (Grundstücke)565 %565 %
Grundsteuer A (Land- und Forstwirtschaft)540 %540 %
Steuer bei 100 € Messbetrag565,00 €565,00 €

Hebesatz-Satzung der Landeshauptstadt Erfurt vom 11.10.2024 (Beschluss 1311/24), in Kraft seit 01.01.2025, ersetzt die Satzung von 2016. Laut Bund der Steuerzahler hat keine Landeshauptstadt ihren Satz für 2026 geändert.

Quelle: Landeshauptstadt Erfurt: Hebesatz-Satzung vom 11.10.2024 · Bund der Steuerzahler: Wohnnebenkosten-Vergleich der Landeshauptstädte 2026

Grundsteuer Erfurt im Vergleich mit Ostdeutschland

Erfurt liegt mit 565 % im oberen Bereich der großen ostdeutschen Städte. Potsdam kommt mit 330 % aus, Dresden mit 400 %.

Weil die Messbeträge je nach Bodenrichtwert verschieden ausfallen, sagt der Hebesatz allein wenig. Zwischen Erfurt, Potsdam und Schwerin ist der Vergleich am fairsten, weil alle drei das Bundesmodell ohne eigene Messzahlen nutzen.

Hebesätze der Grundsteuer B 2026 in ostdeutschen Großstädten
StadtHebesatz 2026
Potsdam330 %
Dresden400 %
Magdeburg (Wohnen)483 %
Rostock488 %
Chemnitz493 %
Erfurt565 %
Schwerin595 %

Grundsteuer B 2026 laut Satzungen, Haushaltssatzungen und Seiten der Städte. Magdeburg erhebt für Nichtwohngrundstücke 965 %. Sachsen hat höhere Messzahlen als die übrigen Länder, die Sätze sind deshalb nur bedingt vergleichbar.

Quelle: Landeshauptstadt Potsdam: Grundsteuer · Landeshauptstadt Dresden: Grundsteuer · Landeshauptstadt Magdeburg: Grundsteuer zahlen · Stadt Chemnitz: Zweijahreshaushalt 2025/2026, Band I · Landeshauptstadt Erfurt: Hebesatz-Satzung vom 11.10.2024 · Landeshauptstadt Schwerin: Grundsteuerbescheide 2025 · Hanse- und Universitätsstadt Rostock: Grundsteuer

Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Erfurt

Der Messbetrag ist angenommen, der Hebesatz ist echt. Den Messbetrag deines Hauses findest du im Grundsteuerbescheid.

Annahmen für das Beispiel

  • Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohnfläche
  • Grundsteuermessbetrag: 150 €
  • Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohnfläche
Rechenweg
Grundsteuer des Hauses: 150 € × 565 %847,50 €
Dein Anteil: 847,50 € × 70 / 420141,25 €
Pro Monat11,77 €

Im Beispiel zahlst du 141,25 € Grundsteuer im Jahr. Bei gleichem Messbetrag zahlst du in Dresden mit 400 % 100 €, in Schwerin mit 595 % 148,75 €.

Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.

So rechnet Thüringen die Grundsteuer

Thüringen nutzt das Bundesmodell ohne eigene Messzahlen. Das Finanzamt ermittelt den Grundsteuerwert aus Bodenrichtwert, Wohnfläche, Baujahr und einer pauschalen Miete. Für Wohngrundstücke gilt die Messzahl 0,31 Promille, für Geschäftshäuser 0,34 Promille.

Häuser in Lagen mit hohen Bodenrichtwerten, etwa rund um den Domplatz oder in der Löberstadt, zahlen deshalb meist mehr als Häuser in Plattenbaugebieten am Stadtrand.

Was sich 2025 geändert hat

Mit der Reform hat das Finanzamt alle Grundstücke neu bewertet. Erfurt hat dazu eine neue Hebesatz-Satzung beschlossen, die die Satzung von 2016 ersetzt.

Für einzelne Häuser kann die Grundsteuer seit 2025 stark gestiegen oder gesunken sein. Ein Vergleich deiner Abrechnungen 2024 und 2025 zeigt, wie es bei dir aussieht.

Was in deiner Abrechnung stehen muss

In die Abrechnung gehört die Grundsteuer des Abrechnungsjahres: Messbetrag mal 565 geteilt durch 100.

2026 muss der Betrag gleich hoch sein wie 2025, wenn das Finanzamt den Messbetrag nicht geändert hat.

Wurde der Bescheid nachträglich geändert, darf der Vermieter nachberechnen, wenn er sich das in der Abrechnung vorbehalten hat (BGH, VIII ZR 264/12).

Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist

„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
§ 2 Nr. 1 Betriebskostenverordnung (BetrKV)

Die Grundsteuer ist eine laufende öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).

Ohne andere Vereinbarung wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB).

Umlagefähig

  • Grundsteuer B laut Bescheid für das Abrechnungsjahr
  • Anteil nach Wohnfläche oder vereinbartem Schlüssel
  • Nachzahlung nach geändertem Bescheid, wenn vorbehalten

Nicht umlagefähig

  • Säumniszuschläge oder Zinsen
  • Grundsteuer eines anderen Jahres
  • Kosten für Einspruch oder Steuerberater
  • Grundsteuer A

Typische Fehler in der Abrechnung

  • Betrag 2026 anders als 2025

    Ohne neuen Messbescheid muss die Grundsteuer 2026 gleich hoch sein.

  • Ladenfläche fehlt

    Fehlt die Gewerbefläche in der Gesamtfläche, zahlen die Wohnungen den Anteil des Ladens mit.

  • Jahre vermischt

    Bei Abrechnung über den Jahreswechsel müssen beide Jahre zeitanteilig eingehen.

  • Zuschläge eingerechnet

    Säumniszuschläge trägt der Vermieter selbst.

So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung

  1. 1

    Hebesatz ablesen

    Im Bescheid für 2025 und 2026 muss 565 % stehen.

  2. 2

    Betrag nachrechnen

    Messbetrag mal 565 geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.

  3. 3

    Jahre vergleichen

    Ohne neuen Messbescheid ist die Grundsteuer 2026 genauso hoch wie 2025.

  4. 4

    Verteilung prüfen

    Bei Verteilung nach Fläche müssen alle Einheiten im Haus in der Gesamtfläche stehen.

  5. 5

    Belege anfordern

    Du darfst den Grundsteuerbescheid einsehen (§ 556 Abs. 4 BGB).

Siehst du in deiner Abrechnung, mit welchem Satz gerechnet wurde?

Meist steht dort nur ein Betrag. Ob Hebesatz, Messbetrag und Verteilung stimmen, zeigt erst der Grundsteuerbescheid. Diesen Abgleich übernehmen wir.

Was du tun kannst

Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne Betrag und Grund.

Für Einwendungen hast du bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).

Gegen den Hebesatz kannst du als Mieter nichts tun. Prüfen kannst du Betrag, Jahr und Verteilung.

Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Wie die Prüfung deiner Nebenkostenabrechnung bei nebify abläuft und was du dafür brauchst, erklären wir Schritt für Schritt.

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Häufige Fragen: Grundsteuer in Erfurt

Wie hoch ist die Grundsteuer in Erfurt 2026?
Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt 565 %, wie schon 2025.
Seit wann gilt der Hebesatz von 565 %?
Seit dem 1. Januar 2025. Der Stadtrat hat die Hebesatz-Satzung am 11. Oktober 2024 beschlossen.
Welches Grundsteuermodell gilt in Thüringen?
Das Bundesmodell ohne eigene Messzahlen. Für Wohngrundstücke gilt 0,31 Promille.
Ist die Grundsteuer in Erfurt hoch?
Der Hebesatz liegt über dem von Dresden oder Potsdam. Wie viel ein Haus zahlt, hängt aber vor allem am Messbetrag.
Muss ich als Mieter in Erfurt Grundsteuer zahlen?
Ja, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Die Grundsteuer gehört nach § 2 Nr. 1 BetrKV zu den umlagefähigen Kosten.
Wie viel Grundsteuer zahlt ein Mieter in Erfurt?
Das hängt vom Messbetrag und deiner Fläche ab. Im Beispiel mit 150 € Messbetrag und 70 m² in einem Haus mit 420 m² sind es 141,25 € im Jahr.

Ist die Grundsteuer in deiner Erfurter Abrechnung richtig?

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.

Quellen: Landeshauptstadt Erfurt: Hebesatz-Satzung vom 11.10.2024 · Bund der Steuerzahler: Wohnnebenkosten-Vergleich der Landeshauptstädte 2026 · BGH: Pressemitteilung 207/2012 zu VIII ZR 264/12; Recherchiert am 05.11.2026, alle Angaben am Original geprüft. Gesetzestexte: gesetze-im-internet.de.