MagdeburgStand November 2026
Grundsteuer in Magdeburg 2026: zwei Hebesätze
Magdeburg nutzt seit 2025 die Möglichkeit, die Grundsteuer B für Wohn- und Nichtwohngrundstücke unterschiedlich hoch festzusetzen. Wohnhäuser zahlen 483 %, alle anderen 965 %. Für Mieter in Häusern mit Läden kann das teuer werden. Hier erfährst du, worauf du achten solltest.

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.
Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Für Wohngrundstücke gilt in Magdeburg seit 2025 ein Hebesatz von 483 %, für Nichtwohngrundstücke 965 %. 2026 gelten dieselben Sätze.
- Wohngrundstücke sind Ein- und Zweifamilienhäuser, Mietwohnhäuser und Eigentumswohnungen. Gemischt genutzte Häuser gelten als Nichtwohngrundstücke.
- 2024 lag der einheitliche Satz bei 590 %, nachdem die Stadt ihn im selben Jahr von 495 % angehoben hatte.
- Für das Musterhaus des Steuerzahlerbunds ist Magdeburg die günstigste Landeshauptstadt: 278,35 € im Jahr.
- Im Beispiel mit 150 € Messbetrag zahlst du für 70 m² 120,75 € im Jahr. Im gemischt genutzten Haus wären es 241,25 €.
Kurz beantwortet
In Magdeburg gilt für Wohngrundstücke ein Grundsteuer-Hebesatz von 483 % und für alle anderen Grundstücke 965 %, seit 2025 und auch 2026. Welcher Satz für dein Haus gilt, hängt daran, wie das Finanzamt es bewertet hat. Reine Wohnhäuser zahlen den niedrigen Satz. Gilt ein Haus mit Läden als gemischt genutzt, gilt der doppelte Satz für das ganze Gebäude. Als Mieter trägst du deinen Anteil, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt.
- Hebesatz für Wohngrundstücke
- 483 %
- Hebesatz für Geschäfts- und gemischt genutzte Grundstücke
- 965 %
- Grundsteuer des Musterhauses, niedrigster Wert aller Landeshauptstädte
- 278,35 €
Grundsteuer in Magdeburg: Hebesätze 2024 bis 2026
| Grundsteuer | 2024 | 2025 und 2026 |
|---|---|---|
| Grundsteuer B, Wohngrundstücke | 590 % | 483 % |
| Grundsteuer B, Nichtwohngrundstücke | 590 % | 965 % |
| Ersatzsatz, falls die Trennung gekippt wird | – | 629 % |
| Grundsteuer A | nicht ausgewiesen | 340 % |
Grundsteuerhebesatzsatzung, beschlossen vom Stadtrat am 05.12.2024, Amtsblatt Nr. 26 vom 20.12.2024, in Kraft seit 01.01.2025. Für 2026 hat die Stadt die Grundsteuer per öffentlicher Bekanntmachung im Amtsblatt Nr. 09 vom 24.04.2026 festgesetzt. Wert 2024 laut Bund der Steuerzahler Sachsen-Anhalt.
Quelle: Landeshauptstadt Magdeburg: Grundsteuerhebesatzsatzung, Amtsblatt Nr. 26 vom 20.12.2024 · Landeshauptstadt Magdeburg: Grundsteuer zahlen · Bund der Steuerzahler Sachsen-Anhalt: Grundsteuer-Check 2025
Grundsteuer Magdeburg im Vergleich der Landeshauptstädte
Für das Musterhaus des Steuerzahlerbunds, ein Einfamilienhaus, zahlt man in Magdeburg 278,35 € Grundsteuer im Jahr. Das ist der niedrigste Wert aller 16 Landeshauptstädte.
Das gilt aber nur für Wohnhäuser. Für Geschäftshäuser und gemischt genutzte Gebäude ist der Hebesatz doppelt so hoch.
| Stadt | Grundsteuer pro Jahr |
|---|---|
| Stuttgart | 1.113,84 € |
| Bremen | 624 € |
| Durchschnitt aller 16 | 527 € |
| Potsdam | 320,40 € |
| Dresden | 298,37 € |
| Magdeburg | 278,35 € |
Grundsteuer B für das Musterhaus des Bundes der Steuerzahler: Einfamilienhaus, Baujahr 1990, 120 m² Wohnfläche, 500 m² Grundstück. Stand 2026.
Quelle: Bund der Steuerzahler: Wohnnebenkosten-Vergleich der Landeshauptstädte 2026 · Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen: Pressemitteilung 15/2026 vom 04.09.2026
Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Magdeburg
Der Messbetrag ist angenommen, die Hebesätze sind echt. Den Messbetrag und die Grundstücksart findest du im Grundsteuerbescheid.
Annahmen für das Beispiel
- Haus mit sechs Wohnungen und 420 m² Fläche
- Grundsteuermessbetrag: 150 €
- Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Fläche
| Als Wohngrundstück: 150 € × 483 % | 724,50 € |
|---|---|
| Dein Anteil im Wohnhaus: 724,50 € × 70 / 420 | 120,75 € |
| Als gemischt genutztes Haus: 150 € × 965 % | 1.447,50 € |
| Dein Anteil im gemischt genutzten Haus: 1.447,50 € × 70 / 420 | 241,25 € |
Bei gleichem Messbetrag zahlst du im gemischt genutzten Haus fast doppelt so viel. Die Stadt nennt als Beispiel ein Wohngrundstück mit 36,30 € Messbetrag: Es zahlt 175,33 € im Jahr.
Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.
Wohnen oder Nichtwohnen: Was zählt
Sachsen-Anhalt erlaubt seit 2025 getrennte Hebesätze. Magdeburg unterscheidet nach dem Bewertungsverfahren: Grundstücke, die im Ertragswertverfahren bewertet werden, gelten als Wohngrundstücke. Das sind Ein- und Zweifamilienhäuser, Mietwohnhäuser und Eigentumswohnungen.
Unbebaute Grundstücke, Geschäftshäuser, gemischt genutzte Häuser und Teileigentum werden im Sachwertverfahren bewertet und zahlen 965 %.
Ob dein Haus als Wohngrundstück gilt, steht im Grundsteuerwertbescheid des Finanzamts. Dein Vermieter kann dir die Einstufung nennen.
Haus mit Laden: Hier wird es teuer
Hat das Haus einen größeren gewerblichen Anteil, gilt es meist als gemischt genutzt. Dann gilt der Satz von 965 % für das ganze Gebäude, auch für die Wohnungen.
Wird die Grundsteuer nach Fläche verteilt, zahlen die Wohnungsmieter diesen hohen Satz mit. Für das alte Recht hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass bei der Grundsteuer kein Vorwegabzug für Gewerbe nötig ist (VIII ZR 79/16). Ob das bei getrennten Hebesätzen genauso gilt, ist noch nicht entschieden. Hier lohnt es sich nachzufragen. Die Fläche des Ladens muss in jedem Fall in der Gesamtfläche stehen.
Was passiert, wenn ein Gericht die Trennung kippt
Ob getrennte Hebesätze rechtlich halten, ist noch nicht abschließend geklärt. Magdeburg hat deshalb vorgesorgt: Erklärt ein Gericht die Trennung für unzulässig, gilt für alle Grundstücke ein einheitlicher Satz von 629 %.
Für Mieter in reinen Wohnhäusern wäre das teurer als 483 %, für Mieter in gemischt genutzten Häusern günstiger als 965 %. Kommt es so, kann der Vermieter die Differenz nachberechnen, wenn er sich das vorbehalten hat (BGH, VIII ZR 264/12).
Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist
„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
Die Grundsteuer ist eine laufende öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).
Ohne andere Vereinbarung wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB).
Umlagefähig
- Grundsteuer B laut Bescheid für das Abrechnungsjahr
- Anteil nach Wohnfläche oder vereinbartem Schlüssel
- Nachzahlung nach geändertem Bescheid, wenn vorbehalten
Nicht umlagefähig
- Säumniszuschläge oder Zinsen
- Grundsteuer eines anderen Jahres
- Kosten für Einspruch oder Steuerberater
- Grundsteuer A
Typische Fehler in der Abrechnung
Falscher Satz
Ein reines Wohnhaus muss mit 483 % berechnet sein. Steht 965 % im Bescheid, frag nach der Einstufung.
Ladenfläche fehlt
Fehlt die Gewerbefläche in der Gesamtfläche, zahlen die Wohnungen den Anteil des Ladens mit.
Alter Satz
Für 2025 und 2026 gelten die getrennten Sätze. 590 % ist der Satz von 2024.
Zuschläge eingerechnet
Säumniszuschläge trägt der Vermieter selbst.
So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung
- 1
Grundstücksart prüfen
Wohnhaus, gemischt genutzt oder Geschäftshaus? Das steht im Grundsteuerbescheid.
- 2
Hebesatz ablesen
Wohngrundstück 483 %, alle anderen 965 %.
- 3
Betrag nachrechnen
Messbetrag mal Hebesatz geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.
- 4
Verteilung prüfen
Bei Verteilung nach Fläche müssen alle Wohnungen und Läden in der Gesamtfläche stehen.
- 5
Belege anfordern
Du darfst den Grundsteuerbescheid einsehen (§ 556 Abs. 4 BGB).
Weißt du, ob dein Haus als Wohngrundstück gilt?
Das entscheidet in Magdeburg über einen doppelt so hohen Hebesatz. Es steht im Bescheid, nicht in deiner Abrechnung. Diesen Abgleich übernehmen wir.
Was du tun kannst
Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne Betrag und Grund.
Für Einwendungen hast du bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).
Ist dein Haus falsch eingestuft, kann nur der Eigentümer beim Finanzamt eine Korrektur verlangen. Weise deinen Vermieter darauf hin.
Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Du kannst deine Abrechnung prüfen lassen: Für 24,90 € bekommst du jede Position begründet und ein fertiges Schreiben an deinen Vermieter.
Prüfung durch nebify
Grundsteuer in deiner Magdeburger Abrechnung prüfen lassen
In Magdeburg hängt die Grundsteuer an der Einstufung des Hauses. Wir prüfen Bescheid, Satz und Verteilung und sagen dir, ob deine Grundsteuer stimmt.
- Vorab-Checkkostenlos
Abrechnung hochladen und in 2 Minuten sehen, ob sich eine Prüfung lohnt.
- Prüfbericht24,90 €
Jede Position mit Rechtsgrundlage geprüft, dazu ein fertiges Widerspruchsschreiben an deinen Vermieter.
- Pro Service44,90 €
Prüfbericht plus persönliche Begleitung bei der Klärung mit deinem Vermieter (8 Wochen).
- Prüfbericht in 48 Stunden, sobald alle Unterlagen da sind
- Geprüft von Menschen und Software
- Geld-zurück-Garantie, einmalig pro Abrechnung, kein Abo
Häufige Fragen: Grundsteuer in Magdeburg
Wie hoch ist die Grundsteuer in Magdeburg 2026?
Was sind Wohngrundstücke in Magdeburg?
Zahle ich im Haus mit Laden mehr Grundsteuer?
Ist die Grundsteuer in Magdeburg niedrig?
Was passiert, wenn die getrennten Hebesätze gekippt werden?
Muss ich als Mieter in Magdeburg Grundsteuer zahlen?
Ist die Grundsteuer in deiner Magdeburger Abrechnung richtig?
Lade deine Nebenkostenabrechnung im kostenlosen Vorab-Check hoch. Danach weißt du, ob eine Prüfung der Grundsteuer und der übrigen Posten lohnt.
Nebenkostenabrechnung prüfen lassen
Für die vollständige Prüfung gilt unsere Geld-zurück-Garantie.
Mehr zu Gebühren in Magdeburg
Weitere Artikel
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.