PotsdamStand November 2026
Grundsteuer in Potsdam 2026: Hebesatz kräftig gesenkt auf 330 %
Potsdam hat den Hebesatz der Grundsteuer B mit der Reform von 545 % auf 330 % gesenkt. Der Grund: Die Finanzämter in Brandenburg haben die meisten Grundstücke deutlich höher bewertet als vorher. Hier erfährst du, was das für Mieter heißt und wie du deinen Anteil prüfst.

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.
Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt in Potsdam seit 2025 330 %. Bis 2024 waren es 545 %.
- Die Stadtverordneten haben die Senkung am 5. März 2025 beschlossen. Sie folgt der Empfehlung des Landes im Hebesatzregister.
- Die neuen Messbeträge sind meist höher. Der niedrigere Hebesatz soll das ausgleichen.
- 2026 gilt derselbe Satz. Für das Musterhaus des Steuerzahlerbunds zahlt man in Potsdam 320,40 €, deutlich unter dem Schnitt der Landeshauptstädte.
- Im Beispiel mit 150 € Messbetrag und sechs Wohnungen zahlst du für 70 m² 82,50 € im Jahr.
Kurz beantwortet
In Potsdam gilt für die Grundsteuer B seit 2025 ein Hebesatz von 330 %, und 2026 hat sich daran nichts geändert. Vorher lag er bei 545 %. Die Stadt hat ihn gesenkt, weil die Finanzämter die Grundstücke größtenteils höher bewertet haben. Insgesamt soll Potsdam so viel einnehmen wie vorher. Als Mieter trägst du deinen Anteil, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Im Beispiel sind es 82,50 € im Jahr für 70 m².
- Hebesatz Grundsteuer B seit 2025, auch 2026
- 330 %
- Hebesatz bis 2024
- 545 %
- Grundsteuer des Musterhauses, Schnitt der Landeshauptstädte 527 €
- 320,40 €
Grundsteuer in Potsdam: Hebesätze 2024 bis 2026
| Grundsteuer | 2024 | 2025 und 2026 |
|---|---|---|
| Grundsteuer B (Grundstücke) | 545 % | 330 % |
| Grundsteuer A (Land- und Forstwirtschaft) | 250 % | 230 % |
| Messzahl Wohngrundstücke | altes Recht | 0,31 ‰ |
| Steuer bei 100 € Messbetrag | nicht vergleichbar | 330,00 € |
Hebesatzsatzung ab 01.01.2025, beschlossen von der Stadtverordnetenversammlung am 05.03.2025. Die Sätze entsprechen den Empfehlungen im Hebesatzregister des Landes Brandenburg. Laut Bund der Steuerzahler 2026 unverändert.
Quelle: Landeshauptstadt Potsdam: Potsdam legt geringere Hebesätze für Grundsteuer fest · Landeshauptstadt Potsdam: Grundsteuer · Bund der Steuerzahler: Wohnnebenkosten-Vergleich der Landeshauptstädte 2026
Grundsteuer Potsdam im Vergleich mit Ostdeutschland
Mit 330 % hat Potsdam den niedrigsten Hebesatz der großen ostdeutschen Städte. Das heißt aber nicht, dass die Grundsteuer dort am niedrigsten ist: Die Bodenrichtwerte in Potsdam sind hoch und damit auch die Messbeträge.
Für das Musterhaus des Steuerzahlerbunds zahlt man in Potsdam 320,40 € im Jahr. In Dresden sind es 298,37 €, in Magdeburg 278,35 €.
| Stadt | Hebesatz 2026 |
|---|---|
| Potsdam | 330 % |
| Dresden | 400 % |
| Magdeburg (Wohnen) | 483 % |
| Rostock | 488 % |
| Chemnitz | 493 % |
| Erfurt | 565 % |
| Schwerin | 595 % |
Grundsteuer B 2026 laut Satzungen, Haushaltssatzungen und Seiten der Städte. Magdeburg erhebt für Nichtwohngrundstücke 965 %. Sachsen hat höhere Messzahlen als die übrigen Länder, die Sätze sind deshalb nur bedingt vergleichbar.
Quelle: Landeshauptstadt Potsdam: Grundsteuer · Landeshauptstadt Dresden: Grundsteuer · Landeshauptstadt Magdeburg: Grundsteuer zahlen · Stadt Chemnitz: Zweijahreshaushalt 2025/2026, Band I · Landeshauptstadt Erfurt: Hebesatz-Satzung vom 11.10.2024 · Landeshauptstadt Schwerin: Grundsteuerbescheide 2025 · Hanse- und Universitätsstadt Rostock: Grundsteuer · Bund der Steuerzahler: Wohnnebenkosten-Vergleich der Landeshauptstädte 2026
Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Potsdam
Der Messbetrag ist angenommen, der Hebesatz ist echt. Den Messbetrag deines Hauses findest du im Grundsteuerbescheid.
Annahmen für das Beispiel
- Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohnfläche
- Grundsteuermessbetrag: 150 €
- Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohnfläche
| Grundsteuer des Hauses: 150 € × 330 % | 495,00 € |
|---|---|
| Dein Anteil: 495 € × 70 / 420 | 82,50 € |
| Pro Monat | 6,88 € |
Im Beispiel zahlst du 82,50 € Grundsteuer im Jahr, knapp 7 € im Monat. In Potsdam fallen die Messbeträge wegen der hohen Bodenwerte aber oft höher aus als 150 €.
Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.
Warum Potsdam den Hebesatz so stark gesenkt hat
Nach der Reform haben die Finanzämter in Brandenburg die meisten Grundstücke deutlich höher bewertet, gerade in Städten mit hohen Bodenpreisen wie Potsdam. Mit dem alten Hebesatz hätte die Stadt viel mehr eingenommen.
Deshalb hat Potsdam den Satz auf 330 % gesenkt. Das Land hatte für jede Gemeinde im Hebesatzregister veröffentlicht, mit welchem Satz sie so viel einnimmt wie vorher. Potsdam ist dieser Empfehlung gefolgt.
So rechnet Brandenburg die Grundsteuer
Brandenburg nutzt das Bundesmodell. Das Finanzamt ermittelt den Grundsteuerwert aus Bodenrichtwert, Wohnfläche, Baujahr und einer pauschalen Miete. Für Wohngrundstücke gilt die Messzahl 0,31 Promille.
Für Mieter heißt das: In Lagen mit hohen Bodenrichtwerten, etwa in Babelsberg oder am Neuen Garten, ist die Grundsteuer meist höher als am Stadtrand.
Was in deiner Abrechnung stehen muss
In die Abrechnung gehört die Grundsteuer des Abrechnungsjahres: Messbetrag mal 330 geteilt durch 100.
Weil der Beschluss erst im März 2025 fiel, kamen die Bescheide für 2025 erst im zweiten Quartal. Für die Abrechnung zählt trotzdem der volle Jahresbetrag.
Wurde der Bescheid später geändert, darf der Vermieter nachberechnen, wenn er sich das in der Abrechnung vorbehalten hat (BGH, VIII ZR 264/12).
Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist
„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
Die Grundsteuer ist eine laufende öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).
Ohne andere Vereinbarung wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB).
Umlagefähig
- Grundsteuer B laut Bescheid für das Abrechnungsjahr
- Anteil nach Wohnfläche oder vereinbartem Schlüssel
- Nachzahlung nach geändertem Bescheid, wenn vorbehalten
Nicht umlagefähig
- Säumniszuschläge oder Zinsen
- Grundsteuer eines anderen Jahres
- Kosten für Einspruch oder Steuerberater
- Grundsteuer A
Typische Fehler in der Abrechnung
Alter Hebesatz
Seit 2025 gilt 330 %. Ein Betrag nach 545 % gehört zu 2024.
Ladenfläche fehlt
Fehlt die Gewerbefläche in der Gesamtfläche, zahlen die Wohnungen den Anteil des Ladens mit.
Jahre vermischt
Bei Abrechnung über den Jahreswechsel müssen beide Jahre zeitanteilig eingehen.
Zuschläge eingerechnet
Säumniszuschläge trägt der Vermieter selbst.
So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung
- 1
Hebesatz ablesen
Im Bescheid für 2025 und 2026 muss 330 % stehen.
- 2
Betrag nachrechnen
Messbetrag mal 330 geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.
- 3
Jahre vergleichen
Ohne neuen Messbescheid ist die Grundsteuer 2026 genauso hoch wie 2025.
- 4
Verteilung prüfen
Bei Verteilung nach Fläche müssen alle Einheiten im Haus in der Gesamtfläche stehen.
- 5
Belege anfordern
Du darfst den Grundsteuerbescheid einsehen (§ 556 Abs. 4 BGB).
Siehst du in deiner Abrechnung, mit welchem Satz gerechnet wurde?
Meist steht dort nur ein Betrag. Ob Hebesatz, Messbetrag und Verteilung stimmen, zeigt erst der Grundsteuerbescheid. Diesen Abgleich übernehmen wir.
Was du tun kannst
Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne Betrag und Grund.
Für Einwendungen hast du bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).
Gegen den Hebesatz kannst du als Mieter nichts tun. Prüfen kannst du Betrag, Jahr und Verteilung.
Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Am einfachsten ist es, die Nebenkostenabrechnung von nebify prüfen zu lassen: Der Vorab-Check ist kostenlos, der Prüfbericht mit Schreiben an den Vermieter kostet 24,90 €.
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Häufige Fragen: Grundsteuer in Potsdam
Wie hoch ist die Grundsteuer in Potsdam 2026?
Warum hat Potsdam den Hebesatz gesenkt?
Zahle ich in Potsdam jetzt weniger Grundsteuer?
Wann wurde der neue Hebesatz beschlossen?
Muss ich als Mieter in Potsdam Grundsteuer zahlen?
Welches Grundsteuermodell gilt in Brandenburg?
Ist die Grundsteuer in deiner Potsdamer Abrechnung richtig?
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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.