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BremenStand November 2026

Grundsteuer in Bremen 2026: 755 % und eigene Regeln für Wohnhäuser

Bremen hat zur Grundsteuerreform den Hebesatz von 695 % auf 755 % angehoben und gleichzeitig eigene Steuermesszahlen eingeführt. Wohnhäuser werden dadurch geschont, Geschäftshäuser zahlen mehr. Hier erfährst du, was das für deine Nebenkostenabrechnung bedeutet.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt in der Stadt Bremen seit 2025 755 %. Er gilt 2026 unverändert.
  • Bremen hat eigene Messzahlen: 0,31 Promille für Wohngrundstücke, 0,75 Promille für Geschäftshäuser und gemischt genutzte Häuser.
  • Mit den Bundeswerten hätte der Hebesatz bei rund 1.000 % liegen müssen.
  • Wohnst du in einem Haus mit großem Ladenanteil, kann deine Grundsteuer deutlich höher sein.
  • Im Beispiel mit 150 € Messbetrag und sechs Wohnungen zahlst du für 70 m² 188,75 € im Jahr.

Kurz beantwortet

Die Grundsteuer B wird in der Stadt Bremen seit 2025 mit einem Hebesatz von 755 % berechnet, 2026 hat sich daran nichts geändert. Dazu kommen eigene Bremer Messzahlen, die Wohnhäuser günstiger stellen als Geschäftshäuser. Laut Statistischem Landesamt lag der aufkommensneutrale Satz zwischen 751 und 755 %. Als Mieter trägst du deinen Anteil, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Im Beispiel sind es 188,75 € im Jahr für 70 m².

Hebesatz Grundsteuer B seit 2025, auch 2026
755 %
Messzahl für Wohngrundstücke, Geschäftshäuser 0,75 ‰
0,31 ‰
Grundsteuer des Musterhauses, Schnitt der Landeshauptstädte 527 €
624 €

Grundsteuer in Bremen: Hebesätze und Messzahlen

Grundsteuer in der Stadt Bremen 2024 bis 2026
Grundsteuer20242025 und 2026
Hebesatz Grundsteuer B695 %755 %
Hebesatz Grundsteuer A250 %0 %
Messzahl Wohngrundstückealtes Recht0,31 ‰
Messzahl Geschäfts- und gemischt genutzte Häuseraltes Recht0,75 ‰
Steuer bei 100 € Messbetragnicht vergleichbar755,00 €

Ortsgesetz zur Änderung der Hebesätze (Brem.GBl. Nr. 128 vom 03.12.2024), in Kraft seit 01.01.2025. Messzahlen nach dem Bremischen Grundsteuermesszahlengesetz vom 18.09.2024. Laut Bund der Steuerzahler 2026 unverändert.

Quelle: Gesetzblatt Bremen Nr. 128 vom 03.12.2024: Hebesatz Grundsteuer B 755 v.H. · Senat der Freien Hansestadt Bremen: Vorlage zu den Hebesätzen ab 2025 (aufkommensneutral 751 bis 755 %) · Senat der Freien Hansestadt Bremen: Vorlage zum Bremischen Grundsteuermesszahlengesetz · Bund der Steuerzahler: Wohnnebenkosten-Vergleich der Landeshauptstädte 2026

Grundsteuer Bremen im Vergleich der Landeshauptstädte

Für das Musterhaus des Steuerzahlerbunds zahlt man in Bremen 624 € Grundsteuer im Jahr, fast genauso viel wie in Hannover. Der Schnitt der Landeshauptstädte liegt bei 527 €.

Am teuersten ist Stuttgart mit 1.113,84 €, am günstigsten Magdeburg mit 278,35 €. Die großen Unterschiede kommen von verschiedenen Landesmodellen und Hebesätzen.

Grundsteuer des Musterhauses 2026
StadtGrundsteuer pro Jahr
Stuttgart1.113,84 €
Düsseldorf815,17 €
Bremen624 €
Hannover619 €
Durchschnitt aller 16527 €
Potsdam320,40 €
Magdeburg278,35 €

Grundsteuer B für das Musterhaus des Bundes der Steuerzahler: Einfamilienhaus, Baujahr 1990, 120 m² Wohnfläche, 500 m² Grundstück. Stand 2026.

Quelle: Bund der Steuerzahler: Wohnnebenkosten-Vergleich der Landeshauptstädte 2026 · Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen: Pressemitteilung 15/2026 vom 04.09.2026

Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Bremen

Der Messbetrag ist angenommen, der Hebesatz ist echt. Den Messbetrag deines Hauses findest du im Grundsteuerbescheid.

Annahmen für das Beispiel

  • Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohnfläche
  • Grundsteuermessbetrag: 150 €
  • Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohnfläche
Rechenweg
Grundsteuer des Hauses: 150 € × 755 %1.132,50 €
Dein Anteil: 1.132,50 € × 70 / 420188,75 €
Pro Monat15,73 €

Im Beispiel zahlst du 188,75 € Grundsteuer im Jahr, gut 15 € im Monat. Wäre dasselbe Haus ein gemischt genutztes Gebäude, läge der Messbetrag wegen der höheren Messzahl deutlich höher.

Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.

Bremens eigene Messzahlen

Das Land Bremen rechnet nach dem Bundesmodell, hat aber eigene Steuermesszahlen festgelegt. Für Wohngrundstücke gilt wie im Bund 0,31 Promille. Für Geschäftsgrundstücke, gemischt genutzte Häuser und unbebaute Grundstücke gilt 0,75 Promille statt 0,34 Promille. So bleibt der Anteil des Wohnens am Steueraufkommen bei rund 53 %. Mit den Bundeswerten wären es 71,5 % gewesen.

Mit den Bundeswerten hätte Bremen den Hebesatz auf rund 1.000 % anheben müssen, um gleich viel einzunehmen. So reichten 755 %.

Laden im Haus: Darauf solltest du achten

Für Mieter in Häusern mit Läden oder Praxen ist das wichtig: Nach dem Bewertungsgesetz gilt ein Haus nur dann als Mietwohngrundstück, wenn es zu mehr als 80 % Wohnzwecken dient. Liegt der gewerbliche Anteil höher, gilt es meist als gemischt genutzt, und für das ganze Haus gilt die höhere Messzahl. Dann ist auch der Anteil der Wohnungen spürbar teurer.

Wird die Grundsteuer nach Fläche verteilt, muss die Fläche des Ladens in der Gesamtfläche stehen. Fehlt sie, zahlen die Wohnungen seinen Anteil mit. Ob bei unterschiedlichen Messzahlen ein Vorwegabzug für den Laden verlangt werden kann, hat der Bundesgerichtshof für das neue Recht noch nicht entschieden.

Was in deiner Abrechnung stehen muss

In die Abrechnung gehört die Grundsteuer des Abrechnungsjahres: Messbetrag mal 755 geteilt durch 100.

Wurde der Bescheid für 2025 später geändert, darf der Vermieter nachberechnen, wenn er sich das in der Abrechnung vorbehalten hat (BGH, VIII ZR 264/12).

Die Grundsteuer A für Landwirtschaft hat Bremen auf 0 % gesetzt. Sie spielt für Mieter keine Rolle.

Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist

„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
§ 2 Nr. 1 Betriebskostenverordnung (BetrKV)

Die Grundsteuer ist eine laufende öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).

Ohne andere Vereinbarung wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB).

Umlagefähig

  • Grundsteuer B laut Bescheid für das Abrechnungsjahr
  • Anteil nach Wohnfläche oder vereinbartem Schlüssel
  • Nachzahlung nach geändertem Bescheid, wenn vorbehalten

Nicht umlagefähig

  • Säumniszuschläge oder Zinsen
  • Grundsteuer eines anderen Jahres
  • Kosten für Einspruch oder Steuerberater
  • Anteil von Läden, wenn ihre Fläche fehlt

Typische Fehler in der Abrechnung

  • Alter Hebesatz

    Für 2025 und 2026 gilt 755 %. Ein Bescheid mit 695 % gehört zu 2024.

  • Ladenfläche fehlt

    Fehlt die Gewerbefläche in der Gesamtfläche, zahlen die Wohnungen den Anteil des Ladens mit.

  • Jahre vermischt

    Bei Abrechnung über den Jahreswechsel müssen beide Jahre zeitanteilig eingehen.

  • Zuschläge eingerechnet

    Säumniszuschläge wegen verspäteter Zahlung trägt der Vermieter selbst.

So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung

  1. 1

    Hebesatz ablesen

    Im Bescheid für 2025 und 2026 muss 755 % stehen.

  2. 2

    Betrag nachrechnen

    Messbetrag mal 755 geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.

  3. 3

    Grundstücksart prüfen

    Bei einem reinen Wohnhaus sollte die Messzahl 0,31 Promille sein.

  4. 4

    Verteilung prüfen

    Bei Verteilung nach Fläche müssen alle Wohnungen und Läden in der Gesamtfläche stehen.

  5. 5

    Belege anfordern

    Du darfst den Grundsteuerbescheid einsehen (§ 556 Abs. 4 BGB).

Weißt du, ob dein Haus als Wohngrundstück gilt?

Das entscheidet über die Messzahl und damit über einen großen Teil der Grundsteuer. Es steht im Messbescheid des Finanzamts. Diesen Abgleich übernehmen wir.

Was du tun kannst

Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne Betrag und Grund.

Für Einwendungen hast du bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).

Ist dein Haus falsch eingestuft, kann nur der Eigentümer beim Finanzamt eine Korrektur verlangen. Weise deinen Vermieter darauf hin.

Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Wenn du deine Nebenkostenabrechnung prüfen lassen willst, gehen wir jede Position einzeln durch und schicken dir einen Prüfbericht mit fertigem Schreiben an deinen Vermieter.

Prüfung durch nebify

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In Bremen hängt die Grundsteuer auch an der Einstufung des Hauses. Wir prüfen Bescheid, Jahr und Verteilung und sagen dir, ob deine Grundsteuer stimmt.

  • Vorab-Checkkostenlos

    Abrechnung hochladen und in 2 Minuten sehen, ob sich eine Prüfung lohnt.

  • Prüfbericht24,90 €

    Jede Position mit Rechtsgrundlage geprüft, dazu ein fertiges Widerspruchsschreiben an deinen Vermieter.

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    Prüfbericht plus persönliche Begleitung bei der Klärung mit deinem Vermieter (8 Wochen).

  • Prüfbericht in 48 Stunden, sobald alle Unterlagen da sind
  • Geprüft von Menschen und Software
  • Geld-zurück-Garantie, einmalig pro Abrechnung, kein Abo

Häufige Fragen: Grundsteuer in Bremen

Wie hoch ist die Grundsteuer in Bremen 2026?
Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt 755 %, wie schon 2025. Wie viel ein Haus zahlt, hängt vom Messbetrag des Finanzamts ab.
Warum hat Bremen eigene Messzahlen?
Damit Wohnhäuser nach der Reform nicht stärker belastet werden. Wohngrundstücke haben 0,31 Promille, Geschäftshäuser und gemischt genutzte Häuser 0,75 Promille.
Zahlen Mieter in Häusern mit Laden mehr Grundsteuer?
Oft ja. Dient ein Haus zu mehr als 20 % gewerblichen Zwecken, gilt es meist nicht mehr als Mietwohngrundstück. Dann gilt die höhere Messzahl für das ganze Haus.
Ist der Bremer Hebesatz aufkommensneutral?
Ja. Das Statistische Landesamt hat einen aufkommensneutralen Satz zwischen 751 und 755 % ermittelt, die Stadt hat 755 % beschlossen.
Gilt für Bremerhaven derselbe Hebesatz?
Nein. Bremerhaven hat einen eigenen Hebesatz, 2026 sind es 927 %. Die Bremer Messzahlen gelten aber im ganzen Land.
Muss ich als Mieter in Bremen Grundsteuer zahlen?
Ja, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Die Grundsteuer gehört nach § 2 Nr. 1 BetrKV zu den umlagefähigen Kosten.

Ist die Grundsteuer in deiner Bremer Abrechnung richtig?

Lade deine Nebenkostenabrechnung im kostenlosen Vorab-Check hoch. Danach weißt du, ob eine Prüfung der Grundsteuer und der übrigen Posten lohnt.

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Für die vollständige Prüfung gilt unsere Geld-zurück-Garantie.

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.