BremerhavenStand November 2026
Grundsteuer in Bremerhaven 2026: Hebesatz rückwirkend auf 927 % erhöht
Bremerhaven hat die Grundsteuer B für 2026 von 896 % auf 927 % angehoben. Beschlossen wurde das erst im Januar 2026, rückwirkend zum Jahresanfang. Hier erfährst du, wie viel das für Mieter ausmacht und was in deiner Abrechnung stehen muss.

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.
Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt in Bremerhaven 2026 927 %. 2025 waren es 896 %.
- Die Stadtverordnetenversammlung hat das Ortsgesetz am 22. Januar 2026 beschlossen, es gilt rückwirkend ab 1. Januar 2026.
- Bei gleichem Messbetrag steigt die Grundsteuer damit um 3,5 %.
- Wie in der Stadt Bremen gelten die Bremer Messzahlen: 0,31 Promille für Wohnhäuser, 0,75 Promille für Geschäftshäuser.
- Im Beispiel mit 150 € Messbetrag und sechs Wohnungen zahlst du für 70 m² 231,75 € im Jahr, 7,75 € mehr als 2025.
Kurz beantwortet
In Bremerhaven gilt 2026 ein Hebesatz von 927 % für die Grundsteuer B, 2025 waren es 896 %. Die Erhöhung wurde im Januar 2026 beschlossen und gilt rückwirkend für das ganze Jahr. Bei gleichem Messbetrag zahlt dein Haus 3,5 % mehr Grundsteuer. Als Mieter trägst du deinen Anteil, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Im Beispiel sind das 231,75 € im Jahr für 70 m².
- Hebesatz Grundsteuer B 2026
- 927 %
- Punkte gegenüber 2025 (896 %)
- +31
- mehr Grundsteuer bei gleichem Messbetrag
- +3,5 %
Grundsteuer in Bremerhaven: Hebesätze 2025 und 2026
| Grundsteuer | 2025 | 2026 |
|---|---|---|
| Grundsteuer B (Grundstücke) | 896 % | 927 % |
| Grundsteuer A (Land- und Forstwirtschaft) | nicht ausgewiesen | 260 % |
| Steuer bei 100 € Messbetrag | 896,00 € | 927,00 € |
Ortsgesetz über die Hebesätze für das Haushaltsjahr 2026 vom 22.01.2026, verkündet am 26.02.2026 (Brem.GBl. Nr. 16), in Kraft mit Wirkung vom 01.01.2026. Wert 2025 aus dem Ortsgesetz für 2025 (Brem.GBl. Nr. 141 vom 12.12.2024).
Quelle: Gesetzblatt Bremen Nr. 16 vom 26.02.2026: Hebesätze Bremerhaven 2026 · Senat der Freien Hansestadt Bremen: Anpassung Hebesatz Grundsteuer B Bremerhaven (10.02.2026) · Gesetzblatt Bremen Nr. 141 vom 12.12.2024: Hebesätze Bremerhaven 2025
Grundsteuer Bremerhaven im Vergleich mit dem Norden
Mit 927 % hat Bremerhaven 2026 den höchsten Hebesatz der großen Städte im Norden, knapp vor Hannover. In der Stadt Bremen sind es 755 %, in Kiel 565 %.
Weil im ganzen Land Bremen dieselben Messzahlen gelten, lassen sich Bremen und Bremerhaven gut vergleichen. Bei gleichem Messbetrag zahlt ein Haus in Bremerhaven rund 23 % mehr.
| Stadt | Hebesatz 2026 |
|---|---|
| Bremerhaven | 927 % |
| Hannover | 900 % |
| Bremen | 755 % |
| Braunschweig | 750 % |
| Lübeck | 575 % |
| Kiel | 565 % |
Grundsteuer B 2026 laut Ortsgesetzen und Hebesatzsatzungen der Städte. In Bremen und Bremerhaven gelten eigene Landesmesszahlen, in Niedersachsen ein Flächen-Lage-Modell. Die Sätze sind deshalb nur bedingt vergleichbar.
Quelle: Gesetzblatt Bremen Nr. 16 vom 26.02.2026: Hebesätze Bremerhaven 2026 · Landeshauptstadt Hannover: Hebesatzsatzung · Gesetzblatt Bremen Nr. 128 vom 03.12.2024: Hebesatz Grundsteuer B 755 v.H. · Stadt Braunschweig: Hebesatzsatzung, Änderung vom 05.11.2024 · Hansestadt Lübeck: Grundsteuer · Landeshauptstadt Kiel: Grundsteuer
Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Bremerhaven
Der Messbetrag ist angenommen, die Hebesätze sind echt. Den Messbetrag deines Hauses findest du im Grundsteuerbescheid.
Annahmen für das Beispiel
- Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohnfläche
- Grundsteuermessbetrag: 150 €
- Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohnfläche
| Grundsteuer 2025: 150 € × 896 % | 1.344,00 € |
|---|---|
| Grundsteuer 2026: 150 € × 927 % | 1.390,50 € |
| Dein Anteil 2025: 1.344 € × 70 / 420 | 224,00 € |
| Dein Anteil 2026: 1.390,50 € × 70 / 420 | 231,75 € |
| Mehr pro Jahr | 7,75 € |
Im Beispiel steigt dein Anteil um 7,75 € im Jahr. Weil der Beschluss erst im Januar kam, konnten die Abschläge für das erste Quartal noch nach dem alten Satz berechnet sein. Für die Abrechnung zählt aber der Jahresbetrag nach 927 %.
Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.
Rückwirkend erhöht: Ist das erlaubt?
Ja. Nach § 25 Abs. 3 Grundsteuergesetz darf eine Gemeinde den Hebesatz bis zum 30. Juni mit Wirkung ab Jahresbeginn ändern. Bremerhaven hat das Ortsgesetz am 22. Januar 2026 beschlossen.
Für deine Abrechnung 2026 heißt das: Maßgeblich ist der Bescheid mit 927 %, auch wenn zu Jahresbeginn noch nach 896 % gezahlt wurde.
Bremer Messzahlen gelten auch in Bremerhaven
Das Land Bremen rechnet nach dem Bundesmodell, hat aber eigene Steuermesszahlen festgelegt. Für Wohngrundstücke gilt wie im Bund 0,31 Promille. Für Geschäftsgrundstücke, gemischt genutzte Häuser und unbebaute Grundstücke gilt 0,75 Promille statt 0,34 Promille. So bleibt der Anteil des Wohnens am Steueraufkommen bei rund 53 %. Mit den Bundeswerten wären es 71,5 % gewesen.
Für Mieter in Häusern mit Läden oder Praxen ist das wichtig: Nach dem Bewertungsgesetz gilt ein Haus nur dann als Mietwohngrundstück, wenn es zu mehr als 80 % Wohnzwecken dient. Liegt der gewerbliche Anteil höher, gilt es meist als gemischt genutzt, und für das ganze Haus gilt die höhere Messzahl. Dann ist auch der Anteil der Wohnungen spürbar teurer.
Was in deiner Abrechnung stehen muss
Für 2025 gehört Messbetrag mal 896 % in die Abrechnung, für 2026 Messbetrag mal 927 %. Rechnet dein Vermieter über den Jahreswechsel ab, müssen beide Jahre zeitanteilig eingehen.
Steigt die Grundsteuer von 2025 auf 2026 um mehr als 3,5 %, hat sich der Messbetrag geändert. Frag dann nach dem neuen Messbescheid.
Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist
„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
Die Grundsteuer ist eine laufende öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).
Ohne andere Vereinbarung wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB).
Umlagefähig
- Grundsteuer B laut Bescheid für das Abrechnungsjahr
- Anteil nach Wohnfläche oder vereinbartem Schlüssel
- Nachzahlung wegen der rückwirkenden Erhöhung 2026
Nicht umlagefähig
- Säumniszuschläge oder Zinsen
- Grundsteuer eines anderen Jahres
- Kosten für Einspruch oder Steuerberater
- Anteil von Läden, wenn ihre Fläche fehlt
Typische Fehler in der Abrechnung
Alter Satz für 2026
Für 2026 gilt 927 %. Ein Betrag nach 896 % ist der Satz von 2025.
Ladenfläche fehlt
Fehlt die Gewerbefläche in der Gesamtfläche, zahlen die Wohnungen den Anteil des Ladens mit.
Jahre vermischt
Bei Abrechnung über den Jahreswechsel müssen beide Sätze zeitanteilig eingehen.
Zuschläge eingerechnet
Säumniszuschläge gehören nicht zur Grundsteuer.
So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung
- 1
Hebesatz ablesen
Im Bescheid für 2026 muss 927 % stehen, für 2025 896 %.
- 2
Betrag nachrechnen
Messbetrag mal Hebesatz geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.
- 3
Mit 2025 vergleichen
Bei gleichem Messbetrag steigt die Steuer um 3,5 %.
- 4
Verteilung prüfen
Bei Verteilung nach Fläche müssen alle Einheiten im Haus in der Gesamtfläche stehen.
- 5
Belege anfordern
Du darfst den Grundsteuerbescheid einsehen (§ 556 Abs. 4 BGB).
Siehst du in deiner Abrechnung, mit welchem Satz gerechnet wurde?
Meist steht dort nur ein Betrag. Ob Hebesatz, Messbetrag und Verteilung stimmen, zeigt erst der Grundsteuerbescheid. Diesen Abgleich übernehmen wir.
Was du tun kannst
Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne Betrag und Grund.
Für Einwendungen hast du bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).
Gegen die Erhöhung selbst kannst du als Mieter nichts tun. Prüfen kannst du, ob Betrag, Jahr und Verteilung stimmen.
Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Unsicher, ob alles stimmt? Du kannst deine Nebenkostenabrechnung prüfen lassen, zuerst kostenlos im Vorab-Check und danach gründlich für 24,90 €.
Prüfung durch nebify
Grundsteuer in deiner Abrechnung aus Bremerhaven prüfen lassen
Durch die rückwirkende Erhöhung gelten für 2025 und 2026 verschiedene Sätze. Wir prüfen Bescheid, Jahr und Verteilung und sagen dir, ob deine Grundsteuer stimmt.
- Vorab-Checkkostenlos
Abrechnung hochladen und in 2 Minuten sehen, ob sich eine Prüfung lohnt.
- Prüfbericht24,90 €
Jede Position mit Rechtsgrundlage geprüft, dazu ein fertiges Widerspruchsschreiben an deinen Vermieter.
- Pro Service44,90 €
Prüfbericht plus persönliche Begleitung bei der Klärung mit deinem Vermieter (8 Wochen).
- Prüfbericht in 48 Stunden, sobald alle Unterlagen da sind
- Geprüft von Menschen und Software
- Geld-zurück-Garantie, einmalig pro Abrechnung, kein Abo
Häufige Fragen: Grundsteuer in Bremerhaven
Wie hoch ist die Grundsteuer in Bremerhaven 2026?
Seit wann gilt der neue Hebesatz in Bremerhaven?
Darf die Grundsteuer rückwirkend erhöht werden?
Wie viel mehr zahlen Mieter in Bremerhaven 2026?
Warum ist die Grundsteuer in Bremerhaven höher als in Bremen?
Muss ich als Mieter die Grundsteuer zahlen?
Ist die Grundsteuer in deiner Abrechnung aus Bremerhaven richtig?
Lade deine Nebenkostenabrechnung im kostenlosen Vorab-Check hoch. Danach weißt du, ob eine Prüfung der Grundsteuer und der übrigen Posten lohnt.
Nebenkostenabrechnung prüfen lassen
Für die vollständige Prüfung gilt unsere Geld-zurück-Garantie.
Mehr zu Gebühren in Bremerhaven
- → Nebenkosten in Bremerhaven: alle Werte im Überblick
- → Grundsteuer in der Nebenkostenabrechnung: was Mieter zahlen
Grundsteuer in 1 weiteren Städten
Weitere Artikel
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.