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RostockStand November 2026

Grundsteuer in Rostock 2026: rückwirkend um 50 Punkte erhöht

Zur Reform hatte Rostock den Hebesatz 2025 aufkommensneutral auf 438 % gesenkt. Im April 2026 hat die Bürgerschaft ihn rückwirkend zum Jahresanfang auf 488 % angehoben. Für Mieter heißt das: Die Grundsteuer in der Abrechnung 2026 ist gut 11 % höher als 2025. Hier erfährst du, wie du das prüfst.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt in Rostock 2026 488 %. 2025 waren es 438 %, 2024 noch 520 %.
  • Die Bürgerschaft hat die neue Satzung am 22. April 2026 beschlossen. Sie gilt rückwirkend ab 1. Januar 2026.
  • Bei gleichem Messbetrag steigt die Grundsteuer damit um 11,4 %.
  • Die 438 % von 2025 waren der aufkommensneutrale Satz. Mit 488 % nimmt die Stadt jetzt mehr ein als vor der Reform.
  • Im Beispiel mit 150 € Messbetrag und sechs Wohnungen zahlst du für 70 m² 122 € im Jahr, 12,50 € mehr als 2025.

Kurz beantwortet

In Rostock gilt 2026 ein Hebesatz von 488 % für die Grundsteuer B, 2025 waren es 438 %. Die Bürgerschaft hat die Erhöhung am 22. April 2026 beschlossen, rückwirkend für das ganze Jahr. Bei gleichem Messbetrag zahlt dein Haus 11,4 % mehr Grundsteuer. Als Mieter trägst du deinen Anteil, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Im Beispiel sind es 122 € im Jahr für 70 m².

Hebesatz Grundsteuer B 2026
488 %
Punkte gegenüber 2025 (438 %)
+50
mehr Grundsteuer bei gleichem Messbetrag
+11,4 %

Grundsteuer in Rostock: Hebesätze 2023 bis 2026

Hebesätze der Grundsteuer in Rostock
JahrGrundsteuer AGrundsteuer B
2023300 %520 %
2024300 %520 %
2025345 %438 %
2026345 %488 %

Hebesatzsatzung vom 22.04.2026, in Kraft mit Wirkung vom 01.01.2026, gültig bis Ende 2030. Für 2025 Satzung nach Beschluss der Bürgerschaft vom 07.11.2024. Ab 2025 gilt das neue Grundsteuerrecht, die Sätze davor beziehen sich auf die alten Einheitswerte.

Quelle: Hanse- und Universitätsstadt Rostock: Grundsteuer (Hebesätze seit 1991) · Hanse- und Universitätsstadt Rostock: Hebesatzsatzung vom 22.04.2026 · Hanse- und Universitätsstadt Rostock: Hebesatzsatzung ab 01.01.2025

Grundsteuer Rostock im Vergleich mit Ostdeutschland

Rostock liegt 2026 mit 488 % knapp über Magdeburg für Wohngrundstücke und unter Schwerin mit 595 %.

Anders als die meisten Städte im Vergleich hat Rostock den Satz 2026 erhöht. In Potsdam, Dresden, Erfurt und Schwerin blieb er gleich.

Hebesätze der Grundsteuer B 2026 in ostdeutschen Großstädten
StadtHebesatz 2026
Potsdam330 %
Dresden400 %
Magdeburg (Wohnen)483 %
Rostock488 %
Chemnitz493 %
Erfurt565 %
Schwerin595 %

Grundsteuer B 2026 laut Satzungen, Haushaltssatzungen und Seiten der Städte. Magdeburg erhebt für Nichtwohngrundstücke 965 %. Sachsen hat höhere Messzahlen als die übrigen Länder, die Sätze sind deshalb nur bedingt vergleichbar.

Quelle: Landeshauptstadt Potsdam: Grundsteuer · Landeshauptstadt Dresden: Grundsteuer · Landeshauptstadt Magdeburg: Grundsteuer zahlen · Stadt Chemnitz: Zweijahreshaushalt 2025/2026, Band I · Landeshauptstadt Erfurt: Hebesatz-Satzung vom 11.10.2024 · Landeshauptstadt Schwerin: Grundsteuerbescheide 2025 · Hanse- und Universitätsstadt Rostock: Grundsteuer

Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Rostock

Der Messbetrag ist angenommen, die Hebesätze sind echt. Den Messbetrag deines Hauses findest du im Grundsteuerbescheid.

Annahmen für das Beispiel

  • Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohnfläche
  • Grundsteuermessbetrag: 150 €
  • Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohnfläche
Rechenweg
Grundsteuer 2025: 150 € × 438 %657,00 €
Grundsteuer 2026: 150 € × 488 %732,00 €
Dein Anteil 2025: 657 € × 70 / 420109,50 €
Dein Anteil 2026: 732 € × 70 / 420122,00 €
Mehr pro Jahr12,50 €

Im Beispiel steigt dein Anteil um 12,50 € im Jahr. Weil die Erhöhung erst im April beschlossen wurde, liefen die ersten Abschläge noch nach dem alten Satz. Für die Abrechnung 2026 zählt aber der Jahresbetrag nach 488 %.

Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.

Rückwirkend erhöht: Ist das erlaubt?

Ja. Nach § 25 Abs. 3 Grundsteuergesetz darf eine Gemeinde den Hebesatz bis zum 30. Juni mit Wirkung ab Jahresbeginn ändern. Die Bürgerschaft hat am 22. April 2026 beschlossen, die Satzung wurde am 30. April ausgefertigt.

Für deine Abrechnung 2026 heißt das: Maßgeblich ist der Bescheid mit 488 %. Hat der Eigentümer einen Änderungsbescheid bekommen, gilt dessen Jahresbetrag.

Von 520 über 438 auf 488 %

Bis 2024 lag der Hebesatz bei 520 %. Mit der Reform setzte die Bürgerschaft ihn auf 438 %, den aufkommensneutralen Wert. Die Stadt sollte so viel einnehmen wie vorher.

Mit 488 % nimmt Rostock seit 2026 mehr ein als vor der Reform. Bei gleichem Messbetrag zahlen alle Grundstücke 11,4 % mehr als 2025.

So rechnet Mecklenburg-Vorpommern die Grundsteuer

Mecklenburg-Vorpommern rechnet nach dem Bundesmodell. Das Finanzamt ermittelt den Grundsteuerwert aus Bodenrichtwert, Wohnfläche, Baujahr und einer pauschalen Miete. Für Wohngrundstücke gilt die Messzahl 0,31 Promille, für Geschäftshäuser 0,34 Promille. Jede Gemeinde muss veröffentlichen, mit welchem Hebesatz sie so viel einnimmt wie vor der Reform.

Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist

„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
§ 2 Nr. 1 Betriebskostenverordnung (BetrKV)

Die Grundsteuer ist eine laufende öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).

Ohne andere Vereinbarung wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB).

Umlagefähig

  • Grundsteuer B laut Bescheid für das Abrechnungsjahr
  • Anteil nach Wohnfläche oder vereinbartem Schlüssel
  • Nachzahlung wegen der rückwirkenden Erhöhung 2026

Nicht umlagefähig

  • Säumniszuschläge oder Zinsen
  • Grundsteuer eines anderen Jahres
  • Kosten für Einspruch oder Steuerberater
  • Grundsteuer A

Typische Fehler in der Abrechnung

  • Alter Satz für 2026

    Für 2026 gilt 488 %. Ein Betrag nach 438 % ist der Satz von 2025.

  • Ladenfläche fehlt

    Fehlt die Gewerbefläche in der Gesamtfläche, zahlen die Wohnungen den Anteil des Ladens mit.

  • Jahre vermischt

    Bei Abrechnung über den Jahreswechsel müssen beide Sätze zeitanteilig eingehen.

  • Zuschläge eingerechnet

    Säumniszuschläge gehören nicht zur Grundsteuer.

So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung

  1. 1

    Hebesatz ablesen

    Im Bescheid für 2026 muss 488 % stehen, für 2025 438 %.

  2. 2

    Betrag nachrechnen

    Messbetrag mal Hebesatz geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.

  3. 3

    Mit 2025 vergleichen

    Bei gleichem Messbetrag steigt die Steuer um 11,4 %.

  4. 4

    Verteilung prüfen

    Bei Verteilung nach Fläche müssen alle Einheiten im Haus in der Gesamtfläche stehen.

  5. 5

    Belege anfordern

    Du darfst den Grundsteuerbescheid einsehen (§ 556 Abs. 4 BGB).

Siehst du in deiner Abrechnung, mit welchem Satz gerechnet wurde?

Meist steht dort nur ein Betrag. Ob Hebesatz, Messbetrag und Verteilung stimmen, zeigt erst der Grundsteuerbescheid. Diesen Abgleich übernehmen wir.

Was du tun kannst

Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne Betrag und Grund.

Für Einwendungen hast du bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).

Gegen die Erhöhung selbst kannst du als Mieter nichts tun. Prüfen kannst du, ob Betrag, Jahr und Verteilung stimmen.

Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Unsicher, ob alles stimmt? Du kannst deine Nebenkostenabrechnung prüfen lassen, zuerst kostenlos im Vorab-Check und danach gründlich für 24,90 €.

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Durch die rückwirkende Erhöhung gelten für 2025 und 2026 verschiedene Sätze. Wir prüfen Bescheid, Jahr und Verteilung und sagen dir, ob deine Grundsteuer stimmt.

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Häufige Fragen: Grundsteuer in Rostock

Wie hoch ist die Grundsteuer in Rostock 2026?
Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt 2026 488 %. 2025 waren es 438 %.
Wann wurde die Grundsteuer in Rostock erhöht?
Die Bürgerschaft hat am 22. April 2026 beschlossen. Die Satzung gilt rückwirkend ab 1. Januar 2026.
Wie viel mehr zahlen Mieter in Rostock 2026?
Bei gleichem Messbetrag 11,4 % mehr. Im Beispiel mit 150 € Messbetrag und sechs Wohnungen sind es für 70 m² 12,50 € mehr im Jahr.
War die Grundsteuer in Rostock 2025 aufkommensneutral?
Ja. Die Bürgerschaft hatte für 2025 den aufkommensneutralen Satz von 438 % beschlossen.
Wie lange gilt die neue Rostocker Satzung?
Bis zum Ende des Hauptfeststellungszeitraums, also bis Ende 2030, wenn sie nicht vorher geändert wird.
Muss ich als Mieter die Grundsteuer zahlen?
Ja, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Sie gehört nach § 2 Nr. 1 BetrKV zu den umlagefähigen Kosten.

Ist die Grundsteuer in deiner Rostocker Abrechnung richtig?

Lade deine Nebenkostenabrechnung im kostenlosen Vorab-Check hoch. Danach weißt du, ob eine Prüfung der Grundsteuer und der übrigen Posten lohnt.

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.