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BraunschweigStand November 2026

Grundsteuer in Braunschweig 2026: 750 % und damit über dem neutralen Wert

Braunschweig hat zur Grundsteuerreform den Hebesatz von 600 % auf 750 % angehoben. Aufkommensneutral wären 650 % gewesen, das hat die Stadt selbst in die Satzung geschrieben. Hier erfährst du, was das für Mieter bedeutet und wie du deinen Anteil nachrechnest.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt in Braunschweig seit 2025 750 %. 2024 waren es 600 %.
  • Aufkommensneutral wären laut Satzung 650 % gewesen. Die Stadt liegt 100 Punkte darüber.
  • Der Steuerzahlerbund weist darauf hin, dass der neutrale Wert eine Erhöhung von 2024 nicht berücksichtigt. Mehr Geld als 2024 nimmt die Stadt daher nicht ein.
  • Für Mieter heißt das trotzdem: Bei gleichem Messbetrag zahlst du gut 15 % mehr, als es mit 650 % wären.
  • Im Beispiel mit 150 € Messbetrag und sechs Wohnungen sind es für 70 m² 187,50 € im Jahr.

Kurz beantwortet

In Braunschweig gilt seit dem 1. Januar 2025 ein Hebesatz von 750 % für die Grundsteuer B, die Satzung gilt unbefristet weiter. Der Rat hat ihn am 5. November 2024 beschlossen. Aufkommensneutral wären nach Angabe der Stadt 650 % gewesen. Weil Braunschweig den Satz schon 2024 von 500 auf 600 % erhöht hatte, zählt der Steuerzahlerbund die Stadt trotzdem nicht zu den Kommunen mit zusätzlichen Einnahmen. Im Beispiel zahlst du für 70 m² 187,50 € im Jahr.

Hebesatz Grundsteuer B seit 2025
750 %
aufkommensneutraler Hebesatz laut Satzung
650 %
Punkte über dem neutralen Wert
+100

Grundsteuer in Braunschweig: Hebesätze 2024 bis 2026

Hebesätze der Grundsteuer in Braunschweig
Grundsteuer2024seit 2025
Grundsteuer B (Grundstücke)600 %750 %
Aufkommensneutral laut Satzung–650 %
Grundsteuer A (Land- und Forstwirtschaft)nicht ausgewiesen400 %
Steuer bei 100 € Messbetragnicht vergleichbar750,00 €

Erste Satzung zur Änderung der Hebesatzsatzung, beschlossen vom Rat am 05.11.2024, in Kraft seit 01.01.2025. Wert 2024 laut Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen.

Quelle: Stadt Braunschweig: Erste Satzung zur Änderung der Hebesatzsatzung vom 05.11.2024 · Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen: Grundsteuerauswertung 2025

Grundsteuer Braunschweig im Vergleich mit Niedersachsen

Unter den großen Städten Niedersachsens hat nur Hannover einen höheren Hebesatz. Wolfsburg und Salzgitter liegen um rund 200 Punkte niedriger.

Weil die Messbeträge je nach Lage verschieden ausfallen, ist der Hebesatz nur ein Anhaltspunkt. Für dein Haus zählt der Betrag im Bescheid.

Hebesätze großer Städte in Niedersachsen
StadtHebesatz 2025
Hannover900 %
Braunschweig750 %
Wolfsburg586 %
Delmenhorst557 %
Salzgitter540 %

Grundsteuer B 2025 laut Grundsteuerauswertung des Bundes der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen (August 2025). Für Hannover und Braunschweig gilt der Satz 2026 unverändert weiter.

Quelle: Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen: Grundsteuerauswertung 2025

Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Braunschweig

Der Messbetrag ist angenommen, die Hebesätze sind echt. Den Messbetrag deines Hauses findest du im Grundsteuerbescheid.

Annahmen für das Beispiel

  • Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohnfläche
  • Grundsteuermessbetrag: 150 €
  • Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohnfläche
Rechenweg
Grundsteuer des Hauses: 150 € × 750 %1.125,00 €
Dein Anteil: 1.125 € × 70 / 420187,50 €
Zum Vergleich mit 650 %: 150 € × 650 % × 70 / 420162,50 €
Unterschied pro Jahr25,00 €

Im Beispiel zahlst du 187,50 € im Jahr. Mit dem aufkommensneutralen Satz wären es 162,50 € gewesen, also 25 € weniger. Gegen den Hebesatz kannst du nichts tun, aber Betrag und Verteilung kannst du prüfen.

Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.

Was hinter den 750 % steckt

Niedersachsen verlangt, dass jede Gemeinde den aufkommensneutralen Hebesatz veröffentlicht. Braunschweig hat ihn mit 650 % direkt in die Satzung geschrieben und trotzdem 750 % beschlossen.

Der Hintergrund: Die Stadt hatte den Hebesatz 2024 rückwirkend von 500 auf 600 % erhöht. Der neutrale Wert rechnet mit dem älteren, niedrigeren Aufkommen. Laut Steuerzahlerbund nimmt Braunschweig 2025 deshalb nicht mehr ein als 2024.

So entsteht der Messbetrag in Niedersachsen

Niedersachsen rechnet die Grundsteuer seit 2025 nach einem eigenen Flächen-Lage-Modell. Maßgeblich sind die Wohnfläche, die Grundstücksfläche und ein Lage-Faktor, der den Bodenrichtwert der Adresse mit dem Durchschnitt der Gemeinde vergleicht. Kaufpreis oder Miete spielen keine Rolle. Das Finanzgericht Niedersachsen hat das Modell im Juni 2026 bestätigt (1 K 38/24).

Häuser in der Innenstadt oder im Östlichen Ringgebiet haben meist einen höheren Lage-Faktor als Häuser am Stadtrand. Das wirkt sich auf deine Grundsteuer aus, auch wenn der Hebesatz überall gleich ist.

Was in deiner Abrechnung stehen muss

In die Abrechnung gehört die Grundsteuer des Abrechnungsjahres: Messbetrag mal 750 geteilt durch 100. Für 2024 galt noch der alte Messbetrag mit 600 %.

Ist die Grundsteuer von 2024 auf 2025 stark gestiegen, frag nach dem neuen Messbescheid. Fehler bei Fläche oder Lage kann nur der Eigentümer beim Finanzamt korrigieren lassen.

Hat dein Vermieter die Grundsteuer 2025 nachträglich erhöht, ist das nur zulässig, wenn er sich die Nachberechnung in der Abrechnung vorbehalten hat (BGH, VIII ZR 264/12).

Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist

„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
§ 2 Nr. 1 Betriebskostenverordnung (BetrKV)

Die Grundsteuer ist eine laufende öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).

Ohne andere Vereinbarung wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB).

Umlagefähig

  • Grundsteuer B laut Bescheid für das Abrechnungsjahr
  • Anteil nach Wohnfläche oder vereinbartem Schlüssel
  • Nachzahlung nach geändertem Bescheid, wenn vorbehalten

Nicht umlagefähig

  • Säumniszuschläge oder Zinsen
  • Grundsteuer eines anderen Jahres
  • Kosten für Einspruch oder Steuerberater
  • Grundsteuer A

Typische Fehler in der Abrechnung

  • Falscher Hebesatz

    Seit 2025 gilt 750 %. Rechnet der Bescheid für 2025 noch mit 600 %, ist es der alte.

  • Gewerbefläche fehlt

    Ist ein Laden im Haus, muss seine Fläche in der Gesamtfläche stehen. Sonst zahlen die Wohnungen seinen Anteil.

  • Jahre vermischt

    Bei Abrechnung über den Jahreswechsel müssen beide Jahre zeitanteilig eingehen.

  • Zuschläge eingerechnet

    Säumniszuschläge gehören nicht zur Grundsteuer.

So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung

  1. 1

    Hebesatz ablesen

    Im Bescheid für 2025 oder 2026 muss 750 % stehen.

  2. 2

    Betrag nachrechnen

    Messbetrag mal 750 geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.

  3. 3

    Jahre vergleichen

    Ohne neuen Messbescheid ist die Grundsteuer 2026 genauso hoch wie 2025.

  4. 4

    Verteilung prüfen

    Bei Verteilung nach Fläche müssen alle Einheiten im Haus in der Gesamtfläche stehen.

  5. 5

    Belege anfordern

    Du darfst den Grundsteuerbescheid einsehen (§ 556 Abs. 4 BGB).

Siehst du in deiner Abrechnung, mit welchem Satz gerechnet wurde?

Meist steht dort nur ein Betrag. Ob Hebesatz, Messbetrag und Verteilung stimmen, zeigt erst der Grundsteuerbescheid. Diesen Abgleich übernehmen wir.

Was du tun kannst

Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne Betrag und Grund.

Für Einwendungen hast du bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).

Gegen den Hebesatz selbst kannst du als Mieter nichts tun. Prüfen kannst du Betrag, Jahr und Verteilung.

Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Wie die Prüfung deiner Nebenkostenabrechnung bei nebify abläuft und was du dafür brauchst, erklären wir Schritt für Schritt.

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Häufige Fragen: Grundsteuer in Braunschweig

Wie hoch ist die Grundsteuer in Braunschweig 2026?
Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt 750 %. Er gilt seit 2025, eine Änderung für 2026 hat die Stadt nicht beschlossen.
Ist der Hebesatz in Braunschweig aufkommensneutral?
Nein. Laut Satzung wären 650 % aufkommensneutral gewesen. Weil die Stadt den Satz 2024 erhöht hatte, nimmt sie laut Steuerzahlerbund aber nicht mehr ein als 2024.
Was zahlen Mieter in Braunschweig an Grundsteuer?
Das hängt vom Messbetrag des Hauses und deiner Fläche ab. Im Beispiel mit 150 € Messbetrag und 70 m² in einem Haus mit 420 m² sind es 187,50 € im Jahr.
Wie hoch war die Grundsteuer in Braunschweig 2024?
2024 galt ein Hebesatz von 600 %, berechnet auf den alten Einheitswert. Mit den neuen Messbeträgen ist das nicht direkt vergleichbar.
Muss ich als Mieter die Grundsteuer zahlen?
Ja, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Sie gehört nach § 2 Nr. 1 BetrKV zu den umlagefähigen Kosten.
Wie wird die Grundsteuer in Niedersachsen berechnet?
Nach Wohnfläche, Grundstücksfläche und einem Lage-Faktor. Der Wert oder Kaufpreis des Hauses spielt keine Rolle.

Ist die Grundsteuer in deiner Abrechnung aus Braunschweig richtig?

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.