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HannoverStand November 2026

Grundsteuer in Hannover 2026: 900 % nach Landesmodell

Mit der Grundsteuerreform hat Hannover den Hebesatz von 700 % auf 900 % angehoben. Weil die Messbeträge nach dem neuen Modell viel kleiner ausfallen, sollte die Stadt trotzdem nicht mehr einnehmen als vorher. Hier erfährst du, wie die Grundsteuer in Hannover berechnet wird und was du in deiner Abrechnung prüfen kannst.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt in Hannover seit 2025 900 %. Er gilt 2026 unverändert.
  • Der aufkommensneutrale Hebesatz lag bei 909,65 %. Hannover ist also knapp darunter geblieben.
  • Die 700 % aus 2024 lassen sich nicht direkt vergleichen, weil seit 2025 neue Messbeträge gelten.
  • Niedersachsen rechnet mit einem Flächen-Lage-Modell: Wohnfläche, Grundstück und Lage zählen, nicht der Wert des Hauses.
  • Im Beispiel mit 150 € Messbetrag und sechs Wohnungen zahlst du für 70 m² 225 € im Jahr.

Kurz beantwortet

Die Grundsteuer B wird in Hannover seit 2025 mit einem Hebesatz von 900 % berechnet, und daran hat sich 2026 nichts geändert. Der Satz liegt knapp unter dem aufkommensneutralen Wert von 909,65 %. Wie viel dein Haus zahlt, hängt am Messbetrag aus dem Finanzamt, der in Niedersachsen nach Flächen und Lage berechnet wird. Als Mieter trägst du deinen Anteil, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Im Beispiel sind das 225 € im Jahr für 70 m².

Hebesatz Grundsteuer B seit 2025, auch 2026
900 %
aufkommensneutraler Hebesatz laut Stadt
909,65 %
Grundsteuer des Musterhauses, Schnitt der Landeshauptstädte 527 €
619 €

Grundsteuer in Hannover: Hebesätze 2024 bis 2026

Hebesätze der Grundsteuer B in Hannover
Grundsteuer B20242025 und 2026
Hebesatz700 %900 %
Aufkommensneutraler Hebesatz–909,65 %
GrundlageEinheitswertFlächen-Lage-Modell
Steuer bei 100 € Messbetragnicht vergleichbar900,00 €

Hebesatzsatzung der Landeshauptstadt Hannover, 3. Änderungssatzung vom 12.12.2024, in Kraft seit 01.01.2025. Wert 2024 laut Stadt und Bund der Steuerzahler. Laut Steuerzahlerbund hat keine Landeshauptstadt ihren Satz für 2026 geändert.

Quelle: Landeshauptstadt Hannover: Hebesatzsatzung (Grundsteuer B 900 v.H. ab 01.01.2025) · Landeshauptstadt Hannover: Stadt verschickt Grundsteuerbescheide (Hebesatz von 700 auf 900 Punkte) · Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen: Grundsteuerauswertung 2025 · Bund der Steuerzahler: Wohnnebenkosten-Vergleich der Landeshauptstädte 2026

Grundsteuer Hannover im Vergleich mit Niedersachsen

Mit 900 % hat Hannover den höchsten Hebesatz der großen niedersächsischen Städte. Braunschweig folgt mit 750 %, Wolfsburg und Salzgitter liegen deutlich darunter.

Der Hebesatz allein sagt wenig, weil die Messbeträge von Ort zu Ort verschieden ausfallen. Für das Musterhaus des Steuerzahlerbunds zahlt man in Hannover 619 € im Jahr, im Schnitt der Landeshauptstädte 527 €.

Hebesätze großer Städte in Niedersachsen
StadtHebesatz 2025
Hannover900 %
Braunschweig750 %
Wolfsburg586 %
Delmenhorst557 %
Salzgitter540 %

Grundsteuer B 2025 laut Grundsteuerauswertung des Bundes der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen (August 2025). Für Hannover und Braunschweig gilt der Satz 2026 unverändert weiter.

Quelle: Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen: Grundsteuerauswertung 2025 · Bund der Steuerzahler: Wohnnebenkosten-Vergleich der Landeshauptstädte 2026

Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Hannover

Der Messbetrag ist angenommen, der Hebesatz ist echt. Den Messbetrag deines Hauses findest du im Grundsteuerbescheid der Stadt.

Annahmen für das Beispiel

  • Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohnfläche
  • Grundsteuermessbetrag: 150 €
  • Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohnfläche
Rechenweg
Grundsteuer des Hauses: 150 € × 900 %1.350,00 €
Dein Anteil: 1.350 € × 70 / 420225,00 €
Pro Monat18,75 €

Im Beispiel zahlst du 225 € Grundsteuer im Jahr, 18,75 € im Monat. Bei gleichem Messbetrag bleibt der Betrag 2026 gleich, weil sich der Hebesatz nicht geändert hat.

Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.

So rechnet Niedersachsen die Grundsteuer

Niedersachsen rechnet die Grundsteuer seit 2025 nach einem eigenen Flächen-Lage-Modell. Maßgeblich sind die Wohnfläche, die Grundstücksfläche und ein Lage-Faktor, der den Bodenrichtwert der Adresse mit dem Durchschnitt der Gemeinde vergleicht. Kaufpreis oder Miete spielen keine Rolle. Das Finanzgericht Niedersachsen hat das Modell im Juni 2026 bestätigt (1 K 38/24).

Für Mieter heißt das: Häuser mit viel Wohnfläche in guter Lage zahlen mehr, Häuser in einfacher Lage weniger. Ein Altbau kostet nicht weniger als ein Neubau mit gleicher Fläche.

Warum der Hebesatz von 700 auf 900 % stieg

Die neuen Messbeträge sind im Schnitt deutlich kleiner als die alten. Damit Hannover gleich viel einnimmt, musste der Hebesatz steigen. Die Stadt hat den aufkommensneutralen Wert mit 909,65 % angegeben und 900 % beschlossen.

Für einzelne Häuser kann sich die Grundsteuer trotzdem stark verändert haben, nach oben wie nach unten. Ein Vergleich deiner Abrechnungen 2024 und 2025 zeigt, wie es bei dir aussieht.

Was in deiner Abrechnung stehen muss

In die Abrechnung gehört die Grundsteuer, die für das Abrechnungsjahr festgesetzt ist: Messbetrag mal 900 geteilt durch 100.

Kam der Bescheid für 2025 spät oder wurde er geändert, darf der Vermieter die Differenz nachberechnen, wenn er sich das in der Abrechnung vorbehalten hat (BGH, VIII ZR 264/12).

Stieg deine Grundsteuer von 2024 auf 2025 um ein Vielfaches, frag nach dem neuen Messbescheid. Fehler bei Fläche oder Lage lassen sich nur über den Eigentümer und das Finanzamt korrigieren.

Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist

„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
§ 2 Nr. 1 Betriebskostenverordnung (BetrKV)

Die Grundsteuer ist eine laufende öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).

Ohne andere Vereinbarung wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB).

Umlagefähig

  • Grundsteuer B laut Bescheid für das Abrechnungsjahr
  • Anteil nach Wohnfläche oder vereinbartem Schlüssel
  • Nachzahlung nach geändertem Bescheid, wenn vorbehalten

Nicht umlagefähig

  • Säumniszuschläge oder Zinsen
  • Grundsteuer eines anderen Jahres
  • Kosten für Einspruch oder Steuerberater
  • Grundsteuer A

Typische Fehler in der Abrechnung

  • Alter Bescheid

    Für 2025 und 2026 gilt der neue Messbetrag mal 900 %. Ein Bescheid mit 700 % gehört zu 2024.

  • Gewerbefläche fehlt

    Wird nur auf die Wohnungen verteilt, obwohl ein Laden im Haus ist, zahlen die Mieter dessen Anteil mit.

  • Jahre vermischt

    Rechnet der Vermieter nicht nach Kalenderjahr ab, müssen beide Jahre zeitanteilig eingehen.

  • Zuschläge eingerechnet

    Säumniszuschläge wegen verspäteter Zahlung trägt der Vermieter selbst.

So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung

  1. 1

    Hebesatz ablesen

    Im Bescheid für 2025 und 2026 muss 900 % stehen.

  2. 2

    Betrag nachrechnen

    Messbetrag mal 900 geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.

  3. 3

    Jahre vergleichen

    2026 muss der Betrag gleich hoch sein wie 2025, wenn sich der Messbetrag nicht geändert hat.

  4. 4

    Verteilung prüfen

    Bei Verteilung nach Fläche müssen alle Wohnungen und Läden in der Gesamtfläche stehen.

  5. 5

    Belege anfordern

    Du darfst den Grundsteuerbescheid einsehen (§ 556 Abs. 4 BGB).

Siehst du in deiner Abrechnung, mit welchem Messbetrag gerechnet wurde?

Meist steht dort nur ein Betrag. Ob Hebesatz, Messbetrag und Verteilung stimmen, zeigt erst der Grundsteuerbescheid. Diesen Abgleich übernehmen wir.

Was du tun kannst

Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne Betrag und Grund.

Für Einwendungen hast du bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).

Gegen den Hebesatz kannst du als Mieter nichts tun. Prüfen kannst du, ob Betrag, Jahr und Verteilung stimmen.

Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Unsicher, ob alles stimmt? Du kannst deine Nebenkostenabrechnung prüfen lassen, zuerst kostenlos im Vorab-Check und danach gründlich für 24,90 €.

Prüfung durch nebify

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Häufige Fragen: Grundsteuer in Hannover

Wie hoch ist die Grundsteuer in Hannover 2026?
Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt 900 %, wie schon 2025. Wie viel ein Haus zahlt, hängt vom Messbetrag ab, den das Finanzamt festsetzt.
Warum stieg der Hebesatz in Hannover von 700 auf 900 %?
Weil die neuen Messbeträge kleiner sind als die alten. Damit die Stadt nicht weniger einnimmt, musste der Hebesatz steigen. Aufkommensneutral wären 909,65 % gewesen.
Zahlen Mieter in Hannover seit 2025 mehr Grundsteuer?
Das ist von Haus zu Haus verschieden. Insgesamt sollte die Stadt gleich viel einnehmen, einzelne Häuser zahlen aber mehr oder weniger als vorher.
Wie wird die Grundsteuer in Niedersachsen berechnet?
Nach dem Flächen-Lage-Modell: Wohnfläche, Grundstücksfläche und ein Lage-Faktor nach dem Bodenrichtwert ergeben den Messbetrag. Der wird mit dem Hebesatz der Stadt multipliziert.
Muss ich als Mieter in Hannover Grundsteuer zahlen?
Ja, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Die Grundsteuer gehört nach § 2 Nr. 1 BetrKV zu den umlagefähigen Kosten.
Ändert sich die Grundsteuer in Hannover 2026?
Der Hebesatz nicht. Ändert das Finanzamt den Messbetrag, etwa nach einem Einspruch des Eigentümers, kann sich der Betrag trotzdem ändern.

Ist die Grundsteuer in deiner Abrechnung aus Hannover richtig?

Lade deine Nebenkostenabrechnung im kostenlosen Vorab-Check hoch. Danach weißt du, ob eine Prüfung der Grundsteuer und der übrigen Posten lohnt.

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.