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ChemnitzStand November 2026

Grundsteuer in Chemnitz 2026: Hebesatz gesenkt auf 493 %

Chemnitz hat den Hebesatz der Grundsteuer B mit der Reform von 580 % auf 493 % gesenkt. Die Stadt wollte damit nicht mehr Grundsteuer einnehmen als vorher. Für 2026 gilt derselbe Satz. Hier erfährst du, was das für Mieter heißt und wie du deinen Anteil prüfst.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt in Chemnitz 2025 und 2026 493 %. 2024 waren es 580 %.
  • Die Senkung soll die Reform aufkommensneutral machen. Die Stadt rechnet mit 39,6 Millionen Euro Grundsteuer B in 2025.
  • Weil die Messbeträge neu berechnet wurden, sagt der niedrigere Hebesatz nichts darüber, ob dein Haus weniger zahlt.
  • Wie in ganz Sachsen gilt für Wohngrundstücke die Messzahl 0,36 Promille.
  • Im Beispiel mit 150 € Messbetrag und sechs Wohnungen zahlst du für 70 m² 123,25 € im Jahr.

Kurz beantwortet

In Chemnitz gilt für die Grundsteuer B 2025 und 2026 ein Hebesatz von 493 %, so steht es in der Haushaltssatzung der Stadt. 2024 lag der Satz bei 580 %. Die Senkung soll ausgleichen, dass die Messbeträge mit der Reform neu berechnet wurden. Die Stadt bleibt damit unter dem Wert, mit dem das Land beim Finanzausgleich rechnet, und will den Satz ab 2026 überprüfen. Im Beispiel zahlst du für 70 m² 123,25 € im Jahr.

Hebesatz Grundsteuer B 2025 und 2026
493 %
Hebesatz 2024, nach altem Recht
580 %
Nivellierungshebesatz für kreisfreie Städte in Sachsen
630 %

Grundsteuer in Chemnitz: Hebesätze 2024 bis 2026

Grundsteuer in Chemnitz: Vorjahr und 2026
Grundsteuer20242025 und 2026
Grundsteuer B (Grundstücke)580 %493 %
Grundsteuer A (Land- und Forstwirtschaft)nicht ausgewiesen350 %
Messzahl Wohngrundstückealtes Recht0,36 ‰
Steuer bei 100 € Messbetragnicht vergleichbar493,00 €

Haushaltssatzung 2025/2026 der Stadt Chemnitz, § 5 (Hebesätze nach gesonderter Satzung B-136/2024). Wert 2024 laut Vorbericht zum Haushaltsplan.

Quelle: Stadt Chemnitz: Zweijahreshaushalt 2025/2026, Band I (Haushaltssatzung § 5) · REVOSax: Sächsisches Grundsteuermesszahlengesetz

Grundsteuer Chemnitz im Vergleich mit Ostdeutschland

Chemnitz liegt mit 493 % im Mittelfeld der großen ostdeutschen Städte. Dresden kommt mit 400 % aus, Erfurt verlangt 565 %.

Die Hebesätze sind nur bedingt vergleichbar: Sachsen hat höhere Messzahlen als die Nachbarländer. Bei gleichem Grundstück fällt der Messbetrag in Chemnitz deshalb etwas höher aus als etwa in Erfurt.

Hebesätze der Grundsteuer B 2026 in ostdeutschen Großstädten
StadtHebesatz 2026
Potsdam330 %
Dresden400 %
Magdeburg (Wohnen)483 %
Rostock488 %
Chemnitz493 %
Erfurt565 %
Schwerin595 %

Grundsteuer B 2026 laut Satzungen, Haushaltssatzungen und Seiten der Städte. Magdeburg erhebt für Nichtwohngrundstücke 965 %. Sachsen hat höhere Messzahlen als die übrigen Länder, die Sätze sind deshalb nur bedingt vergleichbar.

Quelle: Landeshauptstadt Potsdam: Grundsteuer · Landeshauptstadt Dresden: Grundsteuer · Landeshauptstadt Magdeburg: Grundsteuer zahlen · Stadt Chemnitz: Zweijahreshaushalt 2025/2026, Band I · Landeshauptstadt Erfurt: Hebesatz-Satzung vom 11.10.2024 · Landeshauptstadt Schwerin: Grundsteuerbescheide 2025 · Hanse- und Universitätsstadt Rostock: Grundsteuer

Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Chemnitz

Der Messbetrag ist angenommen, der Hebesatz ist echt. Den Messbetrag deines Hauses findest du im Grundsteuerbescheid.

Annahmen für das Beispiel

  • Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohnfläche
  • Grundsteuermessbetrag: 150 €
  • Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohnfläche
Rechenweg
Grundsteuer des Hauses: 150 € × 493 %739,50 €
Dein Anteil: 739,50 € × 70 / 420123,25 €
Pro Monat10,27 €

Im Beispiel zahlst du 123,25 € Grundsteuer im Jahr, gut 10 € im Monat. 2026 bleibt der Betrag gleich, solange sich der Messbetrag nicht ändert.

Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.

Warum Chemnitz den Hebesatz gesenkt hat

Mit der Reform hat das Finanzamt alle Messbeträge neu berechnet. In Chemnitz fielen sie im Schnitt höher aus als vorher. Damit die Stadt nicht mehr einnimmt, hat sie den Hebesatz von 580 auf 493 % gesenkt.

Für einzelne Häuser kann die Grundsteuer trotzdem gestiegen sein. Das hängt am neuen Messbetrag, nicht am Hebesatz.

Ein Satz unter dem Landeswert

Sachsen rechnet beim Finanzausgleich für kreisfreie Städte mit einem Hebesatz von 630 %. Liegt eine Stadt darunter, bekommt sie rechnerisch weniger Zuweisungen.

Die Stadt schreibt im Haushalt selbst, dass sie den Satz ab 2026 überprüfen und gegebenenfalls erhöhen will. In der Haushaltssatzung für 2026 stehen weiter 493 %. Ändert sich das, muss es bis zum 30. Juni eines Jahres beschlossen werden, um rückwirkend zu gelten.

Sächsische Messzahlen

Sachsen rechnet nach dem Bundesmodell, also nach dem Wert von Grundstück und Gebäude, hat aber eigene Steuermesszahlen. Für Wohngrundstücke gilt 0,36 Promille statt 0,31 Promille, für Geschäftshäuser und gemischt genutzte Häuser 0,72 Promille. Wohnhäuser zahlen damit weniger als Geschäftshäuser, aber etwas mehr als nach den Bundeswerten.

Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist

„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
§ 2 Nr. 1 Betriebskostenverordnung (BetrKV)

Die Grundsteuer ist eine laufende öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).

Ohne andere Vereinbarung wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB).

Umlagefähig

  • Grundsteuer B laut Bescheid für das Abrechnungsjahr
  • Anteil nach Wohnfläche oder vereinbartem Schlüssel
  • Nachzahlung nach geändertem Bescheid, wenn vorbehalten

Nicht umlagefähig

  • Säumniszuschläge oder Zinsen
  • Grundsteuer eines anderen Jahres
  • Kosten für Einspruch oder Steuerberater
  • Grundsteuer A

Typische Fehler in der Abrechnung

  • Alter Hebesatz

    Seit 2025 gilt 493 %. Ein Bescheid mit 580 % gehört zu 2024.

  • Ladenfläche fehlt

    Fehlt die Gewerbefläche in der Gesamtfläche, zahlen die Wohnungen den Anteil des Ladens mit.

  • Jahre vermischt

    Bei Abrechnung über den Jahreswechsel müssen beide Jahre zeitanteilig eingehen.

  • Zuschläge eingerechnet

    Säumniszuschläge trägt der Vermieter selbst.

So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung

  1. 1

    Hebesatz ablesen

    Im Bescheid für 2025 und 2026 muss 493 % stehen.

  2. 2

    Betrag nachrechnen

    Messbetrag mal 493 geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.

  3. 3

    Jahre vergleichen

    Ohne neuen Messbescheid ist die Grundsteuer 2026 genauso hoch wie 2025.

  4. 4

    Verteilung prüfen

    Bei Verteilung nach Fläche müssen alle Einheiten im Haus in der Gesamtfläche stehen.

  5. 5

    Belege anfordern

    Du darfst den Grundsteuerbescheid einsehen (§ 556 Abs. 4 BGB).

Siehst du in deiner Abrechnung, mit welchem Satz gerechnet wurde?

Meist steht dort nur ein Betrag. Ob Hebesatz, Messbetrag und Verteilung stimmen, zeigt erst der Grundsteuerbescheid. Diesen Abgleich übernehmen wir.

Was du tun kannst

Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne Betrag und Grund.

Für Einwendungen hast du bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).

Gegen den Hebesatz kannst du als Mieter nichts tun. Prüfen kannst du Betrag, Jahr und Verteilung.

Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Wenn du deine Nebenkostenabrechnung prüfen lassen willst, gehen wir jede Position einzeln durch und schicken dir einen Prüfbericht mit fertigem Schreiben an deinen Vermieter.

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Häufige Fragen: Grundsteuer in Chemnitz

Wie hoch ist die Grundsteuer in Chemnitz 2026?
Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt laut Haushaltssatzung 2025/2026 493 %, in beiden Jahren.
Warum ist der Hebesatz in Chemnitz gesunken?
Damit die Stadt nach der Reform nicht mehr Grundsteuer einnimmt als vorher. Die neuen Messbeträge fielen im Schnitt höher aus.
Zahle ich in Chemnitz jetzt weniger Grundsteuer?
Nicht unbedingt. Der Hebesatz ist gesunken, aber der Messbetrag deines Hauses wurde neu berechnet. Ob du mehr oder weniger zahlst, zeigt der Vergleich der Abrechnungen 2024 und 2025.
Wird die Grundsteuer in Chemnitz bald erhöht?
Die Stadt will den Satz ab 2026 überprüfen. In der Haushaltssatzung für 2026 stehen weiter 493 %.
Muss ich als Mieter die Grundsteuer zahlen?
Ja, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Sie gehört nach § 2 Nr. 1 BetrKV zu den umlagefähigen Kosten.
Welche Messzahl gilt in Sachsen für Wohnhäuser?
0,36 Promille. Für Geschäftshäuser und gemischt genutzte Häuser sind es 0,72 Promille.

Ist die Grundsteuer in deiner Abrechnung aus Chemnitz richtig?

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.

Quellen: Stadt Chemnitz: Zweijahreshaushalt 2025/2026, Band I (Haushaltssatzung § 5) · REVOSax: Sächsisches Grundsteuermesszahlengesetz · BGH: Pressemitteilung 207/2012 zu VIII ZR 264/12; Recherchiert am 05.11.2026, alle Angaben am Original geprüft. Gesetzestexte: gesetze-im-internet.de.