KarlsruheStand November 2026
Abwassergebühren in Karlsruhe 2026: der erste von zwei Schritten
Karlsruhe hat seine Abwassergebühren jahrelang niedrig gehalten, weil Überschüsse an die Gebührenzahler zurückgegeben wurden. 2026 steigt die Schmutzwassergebühr von 1,88 € auf 2,24 € je Kubikmeter, für 2027 ist ein weiterer Anstieg vorgesehen. Hier findest du die Sätze, die Gründe, ein Rechenbeispiel und die Fehler, auf die du in deiner Abrechnung achten solltest.

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.
Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Schmutzwasser kostet in Karlsruhe 2026 2,24 € je Kubikmeter Frischwasser, 2025 waren es 1,88 €.
- Niederschlagswasser kostet 4,36 € je 10 m² versiegelter Fläche und Jahr, 2025 waren es 3,84 €.
- Für 2027 sieht die Vorlage der Stadt 2,41 € je Kubikmeter und 4,46 € je 10 m² vor.
- Gründe sind höhere Abschreibungen für das Klärwerk und aufgebrauchte Überschüsse früherer Jahre.
- Trotz Erhöhung bleibt Karlsruhe unter dem bundesweiten Schnitt von 2,88 € je Kubikmeter.
Kurz beantwortet
In Karlsruhe kostet Abwasser 2026 2,24 € je Kubikmeter Frischwasser und 4,36 € je 10 m² versiegelter Fläche im Jahr. Beim Schmutzwasser sind das rund 19 % mehr als 2025. Im Beispielhaus mit sechs Wohnungen zahlst du bei 80 m³ Verbrauch und 70 m² Wohnfläche 201,00 € im Jahr, 31,40 € mehr als 2025. Weil 2027 erneut erhöht werden soll, lohnt ein Blick, ob deine Vorauszahlung noch passt.
- Schmutzwasser je m³ (2025: 1,88 €)
- 2,24 €
- Niederschlagswasser je 10 m² und Jahr (2025: 3,84 €)
- 4,36 €
- Schmutzwassergebühr gegenüber 2025
- +19 %
Entwässerungsgebühren Karlsruhe 2025 und 2026
| Gebühr | 2025 | 2026 |
|---|---|---|
| Schmutzwasser je m³ | 1,88 € | 2,24 € |
| Niederschlagswasser je 10 m² und Jahr | 3,84 € | 4,36 € |
| Grubeninhalte je m³ | 6,08 € | 7,26 € |
Gebührensätze 2026 laut Tiefbauamt, beschlossen auf Grundlage der Vorlage 2025/0803 (Gemeinderat 21.10.2025). Für 2027 sieht die Vorlage 2,41 € je m³ Schmutzwasser und 4,46 € je 10 m² vor. Die Niederschlagswassergebühr gilt für befestigte, abflusswirksame Flächen.
Quelle: Stadt Karlsruhe, Tiefbauamt: Entwässerungsgebühren, Gebührensätze 2026 · Stadt Karlsruhe: Beschlussvorlage 2025/0803 zur Entwässerungsgebührensatzung
Abwasser Karlsruhe im Vergleich mit anderen süddeutschen Großstädten
Mit 2,24 € je Kubikmeter liegt Karlsruhe beim Schmutzwasser über Augsburg und Mannheim, aber unter Nürnberg. Den bundesweiten Schnitt von 2,88 €, den der Fachverband DWA für 2025 ermittelt hat, unterschreitet die Stadt auch nach der Erhöhung deutlich.
Beim Niederschlagswasser ist Karlsruhe mit 4,36 € je 10 m², also 0,436 € je Quadratmeter, die günstigste der vier Städte.
| Stadt | €/m³ · €/m² |
|---|---|
| Augsburg | 2,05 / 0,84 |
| Mannheim | 2,10 / 0,78 |
| Karlsruhe | 2,24 / 0,44 |
| Nürnberg | 2,42 / 0,60 |
| Bundesschnitt 2025 (DWA) | 2,88 / – |
Schmutzwasser je m³ Frischwasser und Niederschlagswasser je m² versiegelter Fläche im Jahr, Stand 2026; Karlsruhe gerundet aus 4,36 € je 10 m². Werte der anderen Städte aus deren Satzungen und Mitteilungen, siehe die jeweiligen Seiten.
Quelle: Stadt Karlsruhe, Tiefbauamt: Entwässerungsgebühren, Gebührensätze 2026 · Stadt Karlsruhe: Beschlussvorlage 2025/0803 zur Entwässerungsgebührensatzung
Rechenbeispiel: Abwasser einer 70-m²-Wohnung in Karlsruhe
Das Haus ist ausgedacht, die Sätze kommen vom Karlsruher Tiefbauamt. Beim Regenwasser rechnet Karlsruhe in Einheiten zu 10 m².
Annahmen für das Beispiel
- Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohnfläche
- Frischwasser des Hauses: 600 m³ im Jahr, davon 80 m³ laut deinem Wohnungszähler
- 300 m² Dach und Hof sind abflusswirksam, also 30 Einheiten zu 10 m²
- Schmutzwasser nach Verbrauch, Niederschlagswasser nach Wohnfläche
| Schmutzwasser des Hauses: 600 m³ × 2,24 € | 1.344,00 € |
|---|---|
| Niederschlagswasser des Hauses: 30 × 4,36 € | 130,80 € |
| Abwasser des Hauses 2026 | 1.474,80 € |
| Dein Schmutzwasser: 80 m³ × 2,24 € | 179,20 € |
| Dein Regenwasseranteil: 130,80 € × 70 / 420 | 21,80 € |
| Dein Anteil 2026 | 201,00 € |
| Zum Vergleich 2025: 80 × 1,88 € + 115,20 € × 70 / 420 | 169,60 € |
Du zahlst im Beispiel 2026 201,00 € statt 169,60 €, also 31,40 € mehr im Jahr. Fast alles davon kommt vom Schmutzwasser. Mit den für 2027 vorgesehenen Sätzen wären es 215,10 €.
Beispielrechnung mit angenommenen Werten. Was du wirklich zahlst, hängt vom Wasserverbrauch, der veranlagten Fläche im Gebührenbescheid und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.
Warum Karlsruhe jetzt erhöht
In den vergangenen Jahren hat Karlsruhe Überschüsse aus der Gebührenkalkulation an die Gebührenzahler zurückgegeben. Deshalb war die Schmutzwassergebühr lange sehr niedrig.
Gleichzeitig sind große Anlagen im Klärwerk fertig geworden, etwa eine zweite Schlammverbrennungslinie, eine Flockungsfiltration und die vierte Reinigungsstufe. Deren Abschreibungen fließen jetzt in die Gebühr. Dazu kommen Personalkosten und Unterdeckungen aus früheren Jahren.
Die Stadt hat die Gebühren deshalb für 2026 und 2027 in zwei Schritten kalkuliert. Für deine Nebenkosten heißt das: Auch 2027 wird das Abwasser voraussichtlich teurer.
Regenwasser in Einheiten zu 10 m²
Karlsruhe rechnet die Niederschlagswassergebühr je 10 m² befestigter und abflusswirksamer Fläche. 2026 sind das 4,36 € je Einheit und Jahr.
Gezählt werden nur Flächen, von denen Regen direkt oder indirekt in den Kanal fließt. Versickert das Wasser auf dem Grundstück, entfällt die Gebühr für diese Fläche.
Die Gebühr hängt nicht vom Wasserverbrauch ab. In deiner Abrechnung sollte sie deshalb nach Wohnfläche oder einem anderen festen Schlüssel verteilt sein.
Gießwasser und Rohrbruch: wann Gebühren zurückkommen
Wasser, das nachweislich nicht in den Kanal fließt, kann von der Schmutzwassergebühr abgezogen werden. Nachweis ist in der Regel ein geeichter Gießwasserzähler, den der Eigentümer jährlich melden muss.
Auch nach einem Wasserrohrbruch ist eine Erstattung möglich, wenn das Wasser nicht in die Kanalisation gelangt ist. Den Antrag stellt der Eigentümer bei der Stadt.
Hat dein Vermieter so eine Erstattung bekommen, gehört sie in die Abrechnung. Wurde der Garten mit Frischwasser gegossen, darf diese Menge nicht beim Abwasser der Mieter landen.
Was von der Position Abwassergebühren umlagefähig ist
„die Kosten der Entwässerung, hierzu gehören die Gebühren für die Haus- und Grundstücksentwässerung, die Kosten des Betriebs einer entsprechenden nicht öffentlichen Anlage und die Kosten des Betriebs einer Entwässerungspumpe“
Die Karlsruher Entwässerungsgebühren gehören zu den Kosten der Entwässerung. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).
Verbrauchsabhängige Kosten dürfen nach Verbrauch verteilt werden, wenn es Zähler gibt (§ 556a Abs. 1 S. 2 BGB). Sonst gilt die Wohnfläche.
Umlagefähig
- Schmutzwassergebühr laut Bescheid
- Niederschlagswassergebühr für die abflusswirksame Fläche
- Betrieb einer Hebeanlage oder Pumpe für das Abwasser
Nicht umlagefähig
- Kosten für Kauf und Eichung eines Gießwasserzählers
- Reparatur oder Erneuerung von Leitungen
- Rohrreinigung nach einer Verstopfung durch einen einzelnen Mieter
- Mahngebühren und Säumniszuschläge
Typische Fehler in der Abrechnung
Neue Sätze schon für 2025
Die Erhöhung gilt ab 01.01.2026. In der Abrechnung 2025 müssen noch 1,88 € und 3,84 € je 10 m² stehen.
Regensatz je m² statt je 10 m²
4,36 € gelten für 10 m². Wird der Betrag je Quadratmeter angesetzt, ist das Regenwasser zehnmal zu teuer.
Gießwasser mitberechnet
Wasser für den Garten mit eigenem Zähler fließt nicht in den Kanal. Es gehört nicht zum Abwasser der Mieter.
Regenwasser nach Verbrauch
Das Niederschlagswasser hängt nicht vom Verbrauch ab. Nach Wasserzählern verteilt zahlen Vielverbraucher zu viel.
Erstattung nicht weitergegeben
Hat die Stadt nach einem Rohrbruch Gebühren erstattet, steht den Mietern ihr Anteil zu.
So prüfst du die Abwassergebühren in deiner Abrechnung
- 1
Sätze prüfen
2025: 1,88 € je m³ und 3,84 € je 10 m². 2026: 2,24 € und 4,36 €.
- 2
Zeitraum prüfen
Reicht dein Abrechnungszeitraum über den Jahreswechsel, müssen beide Sätze anteilig gelten.
- 3
Wassermenge abgleichen
Vergleiche den Verbrauch in der Abrechnung mit deinen Zählerständen.
- 4
Regenwasser getrennt?
Steht das Niederschlagswasser als eigene Zeile da? Wenn nicht, frag, wie es verteilt wurde.
- 5
Bescheid einsehen
Nach § 556 Abs. 4 BGB kannst du Einsicht in den Gebührenbescheid verlangen.
Sind die neuen Sätze richtig angesetzt?
In der Abrechnung stehen Wasser und Abwasser oft in einer Zeile. Ob Sätze, Mengen und Fläche stimmen, zeigt erst der Bescheid. Diesen Abgleich übernehmen wir.
Was du tun kannst
Passt die Abwasserposition nicht, widersprich schriftlich und nenne den Betrag, den du für falsch hältst. Für Einwendungen hast du zwölf Monate ab Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).
Weil 2027 erneut erhöht werden soll, kann dein Vermieter die Vorauszahlung nach der Abrechnung anpassen. Er darf sie aber nur so weit erhöhen, wie es die letzte Abrechnung rechtfertigt.
Ob Verbrauch, Fläche und Gebührensätze in deiner Abrechnung zusammenpassen, zeigt erst der Abgleich mit dem Bescheid. Wenn du deine Nebenkostenabrechnung prüfen lassen willst, gehen wir jede Position einzeln durch und schicken dir einen Prüfbericht mit fertigem Schreiben an deinen Vermieter.
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Häufige Fragen: Abwassergebühren in Karlsruhe
Wie hoch ist die Abwassergebühr in Karlsruhe 2026?
Steigt die Abwassergebühr in Karlsruhe 2027 weiter?
Warum war das Abwasser in Karlsruhe so lange günstig?
Wie viel Abwassergebühr zahlt ein Mieter in Karlsruhe?
Was ist ein Gießwasserzähler?
Darf der Vermieter die Erhöhung weitergeben?
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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.