BerlinStand November 2026
Fernwärmepreise in Berlin 2026
Den Großteil des Berliner Fernwärmenetzes betreibt die BEW Berliner Energie und Wärme, früher Vattenfall Wärme Berlin. Für ihr Standardprodukt Stadtwärme Klassik Plus gelten 2026 feste Jahrespreise: 9,81 ct/kWh brutto Arbeitspreis und ein Grundpreis, der sich nach dem bestellten Heizwasser-Durchfluss richtet.

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.
Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026
Das Wichtigste in Kürze
- BEW verlangt im Tarif Stadtwärme Klassik Plus 9,81 ct je kWh brutto, alle verbrauchsabhängigen Bestandteile zusammen (Preisgeltungszeitraum 2026).
- Für eine 70‑m²‑Wohnung in unserem Musterhaus sind das rund 1.823 € im Jahr für die Wärme. Damit liegt Berlin auf Platz 17 von 19 Städten, gezählt von günstig nach teuer.
- Die Preise ändern sich einmal im Jahr zum 1. Januar. In deiner Abrechnung muss der Verbrauch dann zeitanteilig auf die Preisstände verteilt werden.
- Den Preis kannst du als Mieter nicht angreifen, die Abrechnung schon: Rechnung des Versorgers, Preisblatt, bestellte Leistung und CO₂-Anteil.
Die Preise von BEW
Stadtwärme Klassik Plus, Preisgeltungszeitraum 2026. Groß der Bruttopreis mit 19 % Umsatzsteuer, darunter netto.
- Arbeitspreis
- 9,812 ct/kWhnetto 8,245
- Trinkwarmwasserpreisnur bei gesonderter Messung
- 13,123 ct/kWhnetto 11,028
- Jahresgrundpreis, erste 251 kWvon BEW auf eine Auskühlung von 90 K umgerechnet; abgerechnet wird je l/h Heizwasser
- 132,82 €/kWnetto 111,61
- Jahresgrundpreis, weitere 576 kW
- 117,66 €/kWnetto 98,87
Quelle: BEW: Preisblatt Stadtwärme Klassik Plus 2026, abgerufen am 5. November 2026.
Was kostet das für eine 70-m²-Wohnung?
- im Jahr für eine 70-m²-Wohnung, brutto
- 1.823 €
- je kWh mit allen Preisbestandteilen
- 20,03 ct
- davon fest, unabhängig vom Verbrauch
- 51 %
- Verbrauch: 91.000 kWh × 8,245 ct = 7.502,95 € netto
- Grundpreis: 70 kW × 111,61 € (Grundpreis der ersten 251 kW, umgerechnet auf 90 K) = 7.812,70 € netto
- Haus zusammen: 15.315,65 € netto, mit 19 % Umsatzsteuer 18.225,62 €
- Ein Zehntel davon für die 70‑m²‑Wohnung: 1.822,56 €
Musterhaus: 10 Wohnungen, 700 m², 70 kW, 91.000 kWh im Jahr für Heizung und Warmwasser. Ohne Messpreis und ohne Kosten der Hausanlage wie Pumpenstrom und Wartung. In der echten Abrechnung zählt zu 50 bis 70 % dein Verbrauch, der Rest nach Fläche.
Was in Berlin auffällt
- Der Grundpreis wird nicht je kW, sondern je Liter Heizwasser pro Stunde berechnet. Wie viel kW das sind, hängt von der Mindestauskühlung im Teilnetz ab (55 bis 90 K). BEW rechnet in seinem eigenen Beispiel mit dem auf 90 K umgerechneten Wert, das tun wir hier auch.
- Neben Klassik Plus gibt es ältere Verträge, die teils mit eigenem Emissionspreis abrechnen. Welcher Vertrag für dein Haus gilt, steht auf der Rechnung, die dein Vermieter von BEW bekommt.
- Nicht ganz Berlin hängt am BEW-Netz. In einigen Stadtteilen liefern andere Unternehmen Fernwärme, mit eigenen Preisblättern.
Preisentwicklung bei BEW
| Ab | ct/kWh netto | €/kW netto |
|---|---|---|
| Q1 2025 | – | 108,41 |
| 2026 | 8,245 | 111,61 |
Grundpreis der ersten 251 kW, umgerechnet auf 90 K. Für 2026 hat BEW den Grundpreis um 3,0 % angehoben.
Nur Werte aus veröffentlichten Preisblättern und Bekanntmachungen des Versorgers.
So landet die Fernwärme in deiner Heizkostenabrechnung
Fernwärme wird an das ganze Haus geliefert. Dein Vermieter bekommt von BEW eine Jahresrechnung und verteilt sie mit der Heizkostenabrechnung auf alle Wohnungen. Umlagefähig sind das Entgelt für die Wärmelieferung, also Arbeits-, Grund- und Messpreis, und die Kosten der Hausanlage, etwa Strom für die Pumpen und die Wartung der Übergabestation (§ 7 Abs. 4 HeizkostenV).
Die Summe wird zu 50 bis 70 % nach dem gemessenen Verbrauch und zu 30 bis 50 % nach Wohnfläche verteilt (§ 7 Abs. 1 HeizkostenV). Auch der Grundpreis des Versorgers geht in diese Summe ein. Er wird also nicht gesondert nach Fläche abgerechnet.
Ändert BEW die Preise im Abrechnungsjahr, muss der Verbrauch zeitanteilig auf alte und neue Preise verteilt werden, mit Rücksicht auf die Heizperiode (§ 24 Abs. 3 AVBFernwärmeV). Einmalige Beträge wie Baukostenzuschuss oder Hausanschlusskosten gehören nicht in die Abrechnung.
Fünf Punkte, die du prüfen kannst
- 1
Rechnung des Versorgers ansehen
Verlange über die Belegeinsicht die Jahresrechnung von BEW und vergleiche Betrag, Zeitraum und gelieferte kWh mit deiner Heizkostenabrechnung. Gutschriften gehören ebenfalls hinein.
- 2
Preise mit dem Preisblatt abgleichen
Liegen die Preise auf der Rechnung über den veröffentlichten Werten für deinen Zeitraum, frag nach. Gab es im Jahr mehrere Preisstände, müssen alle zeitanteilig auftauchen.
- 3
Bestellte Leistung hinterfragen
Der Grundpreis hängt an der gebuchten Leistung. Ist sie nach einer Dämmung oder einem Heizungstausch zu hoch, zahlt das Haus jedes Jahr zu viel. Senken kann sie nur dein Vermieter (§ 3 AVBFernwärmeV), sprich ihn darauf an.
- 4
CO₂-Anteil des Vermieters
Auch bei Fernwärme teilen sich Mieter und Vermieter die CO₂-Kosten (§ 2 CO2KostAufG). Der Versorger muss die Angaben dafür auf seiner Rechnung ausweisen. Fehlt der Vermieteranteil in deiner Abrechnung, frag nach dem Grund.
- 5
Umstellung während deiner Mietzeit
Hat dein Vermieter während deiner Mietzeit auf Fernwärme umgestellt, darf dich das nicht mehr kosten als die alte Heizung. Ankündigen musste er es drei Monate vorher in Textform (§ 556c BGB).
Ob die Fernwärme von BEW richtig in deiner Abrechnung gelandet ist, zeigt erst der Abgleich mit Rechnung und Preisblatt. Du kannst deine Abrechnung prüfen lassen: Für 24,90 € bekommst du jede Position begründet und ein fertiges Schreiben an deinen Vermieter.
Wann du widersprechen kannst
- Einwände musst du spätestens zwölf Monate nach Zugang der Abrechnung erheben (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB). Danach sind auch berechtigte Einwände meist verloren.
- Ein hoher Fernwärmepreis allein ist kein Fehler. Dein Vermieter muss zwar wirtschaftlich handeln (§ 556 Abs. 3 S. 1 BGB), der Hinweis auf Durchschnittswerte reicht als Beweis aber nicht (BGH, Urteil vom 06.07.2011, VIII ZR 340/10).
- Widersprechen lohnt sich bei konkreten Fehlern: ein Preis über dem Preisblatt, ein ganzes Jahr zum neuesten Preis, nicht umlagefähige Posten, ein fehlender CO₂-Anteil oder eine Umstellung ohne die Voraussetzungen des § 556c BGB.
- Den Teil der Nachzahlung, gegen den du nichts einwendest, solltest du zahlen. Kürze nur, was du begründen kannst.
Fernwärme in anderen Städten
- Fernwärmepreise Hamburg · Hamburger Energiewerke, 9,91 ct/kWh
- Fernwärmepreise Rostock · Stadtwerke Rostock, 9,69 ct/kWh
- Fernwärmepreise Bielefeld · Stadtwerke Bielefeld, 9,98 ct/kWh
- Alle 20 Städte im Vergleich
- Weitere Nebenkosten in Berlin
Prüfung durch nebify
Hohe Heizkosten mit Fernwärme in Berlin?
Bei Fernwärme steckt der Fehler selten im Preis selbst, sondern in der Umsetzung: falscher Preisstand, fehlende zeitanteilige Aufteilung, ein vergessener CO₂-Anteil. Genau das gleichen wir mit Rechnung und Preisblatt ab.
- Vorab-Checkkostenlos
Abrechnung hochladen und in 2 Minuten sehen, ob sich eine Prüfung lohnt.
- Prüfbericht24,90 €
Jede Position mit Rechtsgrundlage geprüft, dazu ein fertiges Widerspruchsschreiben an deinen Vermieter.
- Pro Service44,90 €
Prüfbericht plus persönliche Begleitung bei der Klärung mit deinem Vermieter (8 Wochen).
- Prüfbericht in 48 Stunden, sobald alle Unterlagen da sind
- Geprüft von Menschen und Software
- Geld-zurück-Garantie, einmalig pro Abrechnung, kein Abo
Häufige Fragen zur Fernwärme in Berlin
Wie hoch ist der Fernwärmepreis in Berlin 2026?
Was kostet Fernwärme für eine 70-m²-Wohnung in Berlin?
Wie oft ändert BEW die Fernwärmepreise?
Wo finde ich das Preisblatt von BEW?
Ist Fernwärme in Berlin teuer?
Stimmt deine Heizkostenabrechnung?
Lade deine Abrechnung hoch und sieh im kostenlosen Vorab-Check, ob die Fernwärme richtig abgerechnet ist.
Nebenkostenabrechnung prüfen lassen
Für die vollständige Prüfung gilt unsere Geld-zurück-Garantie.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.