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MannheimStand November 2026

Grundsteuer in Mannheim 2026: niedriger Hebesatz, höhere Last

Mannheim hat den Hebesatz der Grundsteuer B mit der Reform von 487 % auf 365 % gesenkt. Trotzdem ist die Grundsteuer für viele Wohnhäuser gestiegen, denn Baden-Württemberg rechnet nur noch mit dem Bodenwert. Laut Stadt haben sich die Messbeträge von Mietwohn­grundstücken im Schnitt verdoppelt. Hier siehst du, wie das zusammenpasst, ein Rechenbeispiel und worauf du in deiner Abrechnung achten solltest.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Hebesatz der Grundsteuer B liegt in Mannheim 2025 und 2026 bei 365 %. Bis 2024 waren es 487 %.
  • Baden-Württemberg rechnet nur mit Grundstücks­fläche mal Bodenricht­wert. Das Gebäude zählt nicht mehr.
  • Laut Stadt sind die Messbeträge von Mietwohn­grundstücken mit der Reform im Schnitt um 100 % gestiegen.
  • Der Anteil des Wohnens an der Grundsteuer stieg von 56 % auf 63 %, der Anteil des Gewerbes sank von 41 % auf 28 %.
  • Im Grundsteuer­ranking 2025 liegt Mannheim auf Platz 99 von 100 Großstädten.

Kurz beantwortet

In Mannheim gilt für die Grundsteuer B 2026 ein Hebesatz von 365 %, wie schon 2025. Der Satz ist niedriger als die 487 % vor der Reform, die Messbeträge vieler Wohnhäuser sind aber stark gestiegen. Rechnerisch zahlt ein Mietwohn­grundstück mit verdoppeltem Messbetrag rund 50 % mehr als 2024. Im Beispielhaus mit sechs Wohnungen sind es für 70 m² 258,74 € im Jahr. Weil sich der Hebesatz 2026 nicht ändert, sollte deine Grundsteuer 2026 so hoch sein wie 2025.

Hebesatz Grundsteuer B 2025 und 2026
365 %
Messbeträge von Mietwohngrundstücken im Schnitt laut Stadt
+100 %
von 100 Großstädten im Grundsteuerranking 2025
Platz 99

Grundsteuer-Hebesätze Mannheim 2025 und 2026

Grundsteuer in Mannheim: Vorjahr und 2026
Hebesatz20252026
Grundsteuer B (Grundstücke)365 %365 %
Grundsteuer A (Land- und Forstwirtschaft)300 %300 %
Zum Vergleich bis 2024: Grundsteuer B487 %–
Zum Vergleich bis 2024: Grundsteuer A416 %–

Hebesatz­satzung für die Haushalts­jahre 2025 und 2026, beschlossen vom Gemeinderat am 24.10.2024. Das Land hatte im Transparenzregister für Mannheim eine aufkommensneutrale Spanne von 304 bis 336 % genannt. Die Stadt hält diese Spanne für zu niedrig, um ihr bisheriges Aufkommen zu erreichen.

Quelle: Stadt Mannheim: Beschlussvorlage V509/2024, Hebesatzsatzung für 2025 und 2026 · Stadt Mannheim: Hinweise zur Grundsteuerreform (Stand Oktober 2024)

Grundsteuer Mannheim im Vergleich mit Baden-Württembergs Großstädten

In Baden-Württemberg hängt die Grundsteuer vom Bodenricht­wert ab. Haus & Grund hat für ein Einfamilien­haus mit 508 m² Grundstück in Mannheim 2025 eine Grundsteuer von 1.314 € errechnet, 902 € mehr als 2024. Das ist Platz 99 von 100, nur Tübingen ist teurer.

Für eine Mietwohnung ist das Bild günstiger als für ein Einfamilien­haus: In einem Mehrfamilien­haus teilen sich viele Wohnungen dasselbe Grundstück. Je dichter bebaut, desto kleiner der Anteil der einzelnen Wohnung.

Grundsteuer 2025 für ein Musterhaus, Großstädte in Baden-Württemberg
StadtMusterhaus 2025 (Hebesatz)
Heilbronn427 € (345 %)
Ulm440 € (390 %)
Pforzheim478 € (348 %)
Freiburg613 € (235 %)
Karlsruhe957 € (270 %)
Heidelberg1.076 € (185 %)
Stuttgart1.197 € (160 %)
Mannheim1.314 € (365 %)

Grundsteuer B im Jahr 2025 für ein Einfamilien­haus mit 508 m² Grundstück, gerechnet mit dem durchschnittlichen Bodenricht­wert der Stadt; in Klammern der Hebesatz 2025.

Quelle: IW Consult / Haus & Grund Deutschland: Grundsteuerranking 2025

Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Mannheim

Das Haus ist ausgedacht, Formel und Hebesatz sind echt. Als Bodenricht­wert nehmen wir den Mannheimer Durchschnitt aus dem Grundsteuer­ranking 2025. Dein Haus kann darüber oder darunter liegen.

Annahmen für das Beispiel

  • Mehrfamilien­haus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohn­fläche
  • Grundstück mit 600 m², Bodenricht­wert 779 € je m²
  • Überwiegend Wohn­nutzung, Steuer­mess­zahl daher 0,91 Promille
  • Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohn­fläche
Rechenweg
Grundsteuerwert: 600 m² × 779 €467.400,00 €
Messbetrag: 467.400 € × 0,91 Promille425,33 €
Grundsteuer 2026: 425,33 € × 365 %1.552,45 €
Dein Anteil: 1.552,45 € × 70 / 420258,74 €
Das sind im Monat21,56 €

Du zahlst im Beispiel 258,74 € im Jahr. Stünde dasselbe Haus auf einem doppelt so teuren Grundstück, wäre es doppelt so viel. Den Bodenricht­wert deines Hauses findest du im Bodenricht­wert­informations­system Baden-Württemberg, den Messbetrag im Bescheid des Finanzamts.

Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.

So rechnet Baden-Württemberg: nur der Boden zählt

Baden-Württemberg hat ein eigenes Landes­grundsteuer­gesetz mit einem modifizierten Bodenwertmodell. Der Grundsteuer­wert ist Grundstücks­fläche mal Bodenricht­wert. Wie groß oder alt das Gebäude ist, spielt keine Rolle.

Die Steuer­mess­zahl beträgt 1,3 Promille. Für Grundstücke, die überwiegend zum Wohnen dienen, sinkt sie um 30 % auf 0,91 Promille. Das Ergebnis mal Hebesatz ist die Grundsteuer.

Die Bodenricht­werte hat der unabhängige Gutachter­ausschuss zum Stichtag 01.01.2022 festgestellt. Für jedes Grundstück sind sie online im Bodenricht­wert­informations­system abrufbar.

Vom Gewerbe zum Wohnen: was sich verschoben hat

Die Stadt hat ausgewertet, wie sich die Messbeträge mit der Reform verändern. Der Anteil des Wohnens am Aufkommen steigt von 56,11 % auf 63,48 %, der Anteil des Gewerbes sinkt von 40,89 % auf 28,36 %.

Bei Mietwohn­grundstücken haben sich die Messbeträge im Schnitt verdoppelt, bei Zweifamilien­häusern um 161 % erhöht. Geschäftsgrundstücke liegen nur 6 % höher.

Bei einem verdoppelten Messbetrag und dem neuen Hebesatz von 365 % statt 487 % zahlt ein Haus rechnerisch rund 50 % mehr Grundsteuer als 2024. Das ist ein Durchschnitt, dein Haus kann davon abweichen.

Was das für deine Nebenkostenabrechnung heißt

Eine höhere Grundsteuer seit 2025 ist in Mannheim kein Zeichen für einen Fehler. Entscheidend ist, dass der Betrag zum Bescheid passt und richtig verteilt wird.

2026 ändert sich der Hebesatz nicht. Bei gleichem Messbetrag muss die Grundsteuer in der Abrechnung 2026 so hoch sein wie 2025.

Hat dein Vermieter Einspruch gegen den Grundsteuer­wert eingelegt und Recht bekommen, ändert die Stadt den Bescheid von Amts wegen. Dein Anteil an der Erstattung gehört dann in die Abrechnung.

Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist

„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
§ 2 Nr. 1 Betriebskostenverordnung (BetrKV)

Die Grundsteuer ist eine öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebs­kosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).

Verteilt wird nach dem vereinbarten Schlüssel, ohne Vereinbarung nach Wohn­fläche (§ 556a Abs. 1 S. 1 BGB).

Umlagefähig

  • Grundsteuer B laut Bescheid für das Abrechnungs­jahr
  • Nachzahlung aus einem geänderten Bescheid für dasselbe Jahr

Nicht umlagefähig

  • Säumnis­zuschläge und Mahngebühren
  • Grundsteuer für andere Jahre als den Abrechnungs­zeitraum
  • Kosten für Einspruch oder Gutachten des Vermieters
  • Grundsteuer­anteil eines Ladens oder Büros im Haus

Typische Fehler in der Abrechnung

  • Wohnermäßigung fehlt

    Für Wohn­grundstücke gilt die Messzahl 0,91 statt 1,3 Promille. Fehlt die Ermäßigung im Messbescheid, ist die Grundsteuer um 43 % zu hoch.

  • Gewerbe nicht abgezogen

    Hat das Haus Läden oder Büros, darf deren Anteil nicht auf die Wohnungen verteilt werden.

  • Alte und neue Grundsteuer vermischt

    Bei Zeiträumen über den Jahreswechsel 2024/2025 müssen beide Steuerjahre zeitanteilig angesetzt sein.

  • Erstattung nicht weitergegeben

    Wurde der Grundsteuer­wert nach einem Einspruch gesenkt, steht dir dein Anteil an der Erstattung zu.

  • Zuschläge umgelegt

    Säumnis­zuschläge entstehen durch verspätete Zahlung des Vermieters. Sie gehören nicht in die Abrechnung.

So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung

  1. 1

    Hebesatz prüfen

    Für 2025 und 2026 muss im Bescheid 365 % stehen.

  2. 2

    Messzahl prüfen

    Für ein überwiegend bewohntes Haus muss der Messbescheid 0,91 Promille ausweisen, nicht 1,3.

  3. 3

    Betrag nachrechnen

    Messbetrag mal 365 geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.

  4. 4

    Mit 2025 vergleichen

    Der Hebesatz ist gleich geblieben. Bei gleichem Messbetrag bleibt auch die Grundsteuer gleich.

  5. 5

    Bescheide einsehen

    Nach § 556 Abs. 4 BGB kannst du Einsicht in Grundsteuer- und Messbescheid verlangen.

Ist die Wohnermäßigung im Messbescheid berücksichtigt?

In der Abrechnung steht nur ein Betrag. Ob Messzahl, Bodenwert und Hebesatz stimmen, zeigt erst der Bescheid. Diesen Abgleich übernehmen wir.

Was du tun kannst

Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne den Betrag, den du für falsch hältst. Für Einwendungen hast du zwölf Monate ab Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).

Fehlt die Ermäßigung für Wohnen im Messbescheid, kann nur der Eigentümer beim Finanzamt eine Korrektur beantragen. Weise deinen Vermieter darauf hin. Kam ein geänderter Bescheid erst nach der Abrechnung, darf er sich laut Bundes­gerichts­hof eine Nachberechnung vorbehalten (VIII ZR 264/12).

Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Wie die Prüfung deiner Nebenkostenabrechnung bei nebify abläuft und was du dafür brauchst, erklären wir Schritt für Schritt.

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Häufige Fragen: Grundsteuer in Mannheim

Wie hoch ist der Hebesatz der Grundsteuer in Mannheim 2026?
365 % für die Grundsteuer B, wie schon 2025. Der Gemeinderat hat die Hebesatzsatzung für die Haushaltsjahre 2025 und 2026 am 24.10.2024 beschlossen. Bis 2024 lag der Hebesatz bei 487 %.
Warum zahle ich trotz niedrigerem Hebesatz mehr Grundsteuer?
Weil die Messbeträge vieler Wohngrundstücke stark gestiegen sind. Laut Stadt haben sie sich bei Mietwohngrundstücken im Schnitt verdoppelt. Rechnerisch bleibt bei 365 % statt 487 % ein Plus von rund 50 %.
Wie berechnet sich die Grundsteuer in Baden-Württemberg?
Grundstücksfläche mal Bodenrichtwert ergibt den Grundsteuerwert. Mal 0,91 Promille für Wohngrundstücke (sonst 1,3 Promille) ergibt den Messbetrag. Mal Hebesatz geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer.
Wie viel Grundsteuer zahlt ein Mieter in Mannheim?
Im Beispiel mit sechs Wohnungen auf 600 m² Grundstück und einem Bodenrichtwert von 779 € je m² sind es für 70 m² 258,74 € im Jahr. Der Bodenrichtwert deines Hauses kann deutlich abweichen.
Wo finde ich den Bodenrichtwert meines Hauses?
Im Bodenrichtwertinformationssystem Baden-Württemberg, online und kostenlos. Maßgeblich ist der Wert zum 01.01.2022.
Darf der Vermieter die Grundsteuer auf Mieter umlegen?
Ja, wenn der Mietvertrag die Umlage der Betriebskosten vorsieht. Die Grundsteuer gehört nach § 2 Nr. 1 BetrKV zu den umlagefähigen Kosten, auch in der neuen Höhe.

Ist die Grundsteuer in deiner Mannheimer Abrechnung richtig?

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.