FrankfurtStand November 2026
Fernwärmepreise in Frankfurt 2026
In Frankfurt kommt die Fernwärme meist von der Mainova. Im Tarif Wärme Classic zahlt ein Haus seit Juli 2025 deutlich weniger je Kilowattstunde, aber fast doppelt so viel Grundpreis wie vorher. Je kWh sind es 2026 zusammen 8,78 ct brutto, der Grundpreis liegt bei bis zu 130,23 € je kW.

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.
Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Mainova verlangt im Tarif Mainova Wärme Classic 8,78 ct je kWh brutto, alle verbrauchsabhängigen Bestandteile zusammen (gültig ab 1. Januar 2026).
- Für eine 70‑m²‑Wohnung in unserem Musterhaus sind das rund 1.676 € im Jahr für die Wärme. Damit liegt Frankfurt auf Platz 13 von 19 Städten, gezählt von günstig nach teuer.
- Die Preise ändern sich nach der Preisänderungsklausel des Vertrags; neue Preisblätter gab es zuletzt zum 1. Januar und 1. Juli 2025 sowie zum 1. Januar 2026. In deiner Abrechnung muss der Verbrauch dann zeitanteilig auf die Preisstände verteilt werden.
- Den Preis kannst du als Mieter nicht angreifen, die Abrechnung schon: Rechnung des Versorgers, Preisblatt, bestellte Leistung und CO₂-Anteil.
Die Preise von Mainova
Mainova Wärme Classic, gültig ab 1. Januar 2026. Groß der Bruttopreis mit 19 % Umsatzsteuer, darunter netto.
- Arbeitspreis bis 300.000 kWh
- 7,39 ct/kWhnetto 6,21
- Emissionspreis
- 1,39 ct/kWhnetto 1,17
- Wärmeumlagenpreis
- 0,00 ct/kWhnetto 0,00
- Jahresgrundpreis, erste 15 kW
- 106,99 €/kWnetto 89,91
- Jahresgrundpreis, weitere bis 150 kW
- 130,23 €/kWnetto 109,44
- Verrechnungspreis Wärmezähler bis QN 1,5
- 163,72 €/Jahrnetto 137,58
Quelle: Mainova: Preisblatt Wärme Classic ab 01.01.2026, abgerufen am 5. November 2026.
Was kostet das für eine 70-m²-Wohnung?
- im Jahr für eine 70-m²-Wohnung, brutto
- 1.676 €
- je kWh mit allen Preisbestandteilen
- 18,42 ct
- davon fest, unabhängig vom Verbrauch
- 52 %
- Verbrauch: 91.000 kWh × 7,380 ct = 6.715,80 € netto
- Grundpreis: 15 kW × 89,91 € + 55 kW × 109,44 € = 7.367,85 € netto
- Haus zusammen: 14.083,65 € netto, mit 19 % Umsatzsteuer 16.759,54 €
- Ein Zehntel davon für die 70‑m²‑Wohnung: 1.675,95 €
Musterhaus: 10 Wohnungen, 700 m², 70 kW, 91.000 kWh im Jahr für Heizung und Warmwasser. Ohne Messpreis und ohne Kosten der Hausanlage wie Pumpenstrom und Wartung. In der echten Abrechnung zählt zu 50 bis 70 % dein Verbrauch, der Rest nach Fläche.
Was in Frankfurt auffällt
- Zum 1. Juli 2025 hat die Mainova die Gewichte verschoben: Der Grundpreis für die Stufe bis 150 kW stieg von 56,08 auf 109,44 €/kW netto, der Arbeitspreis fiel von 7,03 auf 6,21 ct/kWh. Für ein Haus mit wenig Verbrauch je kW ist das ein klarer Aufschlag.
- Der Grundpreis steigt mit der Leistung: Die ersten 15 kW sind günstiger als die folgenden. Bei den meisten anderen Versorgern ist es umgekehrt.
- Neben Arbeits- und Grundpreis stehen Emissionspreis, Verrechnungspreis für den Zähler und ein Wärmeumlagenpreis auf der Rechnung. Der Umlagenpreis liegt 2026 bei null.
Preisentwicklung bei Mainova
| Ab | ct/kWh netto | €/kW netto |
|---|---|---|
| 01.01.2025 | 8,39 | 56,08 |
| 01.07.2025 | 7,38 | 109,44 |
| 01.01.2026 | 7,38 | 109,44 |
Arbeitspreis bis 300.000 kWh einschließlich Emissionspreis; Grundpreis für die Stufe bis 150 kW.
Nur Werte aus veröffentlichten Preisblättern und Bekanntmachungen des Versorgers.
So landet die Fernwärme in deiner Heizkostenabrechnung
Fernwärme wird an das ganze Haus geliefert. Dein Vermieter bekommt von Mainova eine Jahresrechnung und verteilt sie mit der Heizkostenabrechnung auf alle Wohnungen. Umlagefähig sind das Entgelt für die Wärmelieferung, also Arbeits-, Grund- und Messpreis, und die Kosten der Hausanlage, etwa Strom für die Pumpen und die Wartung der Übergabestation (§ 7 Abs. 4 HeizkostenV).
Die Summe wird zu 50 bis 70 % nach dem gemessenen Verbrauch und zu 30 bis 50 % nach Wohnfläche verteilt (§ 7 Abs. 1 HeizkostenV). Auch der Grundpreis des Versorgers geht in diese Summe ein. Er wird also nicht gesondert nach Fläche abgerechnet.
Ändert Mainova die Preise im Abrechnungsjahr, muss der Verbrauch zeitanteilig auf alte und neue Preise verteilt werden, mit Rücksicht auf die Heizperiode (§ 24 Abs. 3 AVBFernwärmeV). Einmalige Beträge wie Baukostenzuschuss oder Hausanschlusskosten gehören nicht in die Abrechnung.
Fünf Punkte, die du prüfen kannst
- 1
Rechnung des Versorgers ansehen
Verlange über die Belegeinsicht die Jahresrechnung von Mainova und vergleiche Betrag, Zeitraum und gelieferte kWh mit deiner Heizkostenabrechnung. Gutschriften gehören ebenfalls hinein.
- 2
Preise mit dem Preisblatt abgleichen
Liegen die Preise auf der Rechnung über den veröffentlichten Werten für deinen Zeitraum, frag nach. Gab es im Jahr mehrere Preisstände, müssen alle zeitanteilig auftauchen.
- 3
Bestellte Leistung hinterfragen
Der Grundpreis hängt an der gebuchten Leistung. Ist sie nach einer Dämmung oder einem Heizungstausch zu hoch, zahlt das Haus jedes Jahr zu viel. Senken kann sie nur dein Vermieter (§ 3 AVBFernwärmeV), sprich ihn darauf an.
- 4
CO₂-Anteil des Vermieters
Auch bei Fernwärme teilen sich Mieter und Vermieter die CO₂-Kosten (§ 2 CO2KostAufG). Der Versorger muss die Angaben dafür auf seiner Rechnung ausweisen. Fehlt der Vermieteranteil in deiner Abrechnung, frag nach dem Grund.
- 5
Umstellung während deiner Mietzeit
Hat dein Vermieter während deiner Mietzeit auf Fernwärme umgestellt, darf dich das nicht mehr kosten als die alte Heizung. Ankündigen musste er es drei Monate vorher in Textform (§ 556c BGB).
Ob die Fernwärme von Mainova richtig in deiner Abrechnung gelandet ist, zeigt erst der Abgleich mit Rechnung und Preisblatt. Wenn du deine Nebenkostenabrechnung prüfen lassen willst, gehen wir jede Position einzeln durch und schicken dir einen Prüfbericht mit fertigem Schreiben an deinen Vermieter.
Wann du widersprechen kannst
- Einwände musst du spätestens zwölf Monate nach Zugang der Abrechnung erheben (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB). Danach sind auch berechtigte Einwände meist verloren.
- Ein hoher Fernwärmepreis allein ist kein Fehler. Dein Vermieter muss zwar wirtschaftlich handeln (§ 556 Abs. 3 S. 1 BGB), der Hinweis auf Durchschnittswerte reicht als Beweis aber nicht (BGH, Urteil vom 06.07.2011, VIII ZR 340/10).
- Widersprechen lohnt sich bei konkreten Fehlern: ein Preis über dem Preisblatt, ein ganzes Jahr zum neuesten Preis, nicht umlagefähige Posten, ein fehlender CO₂-Anteil oder eine Umstellung ohne die Voraussetzungen des § 556c BGB.
- Den Teil der Nachzahlung, gegen den du nichts einwendest, solltest du zahlen. Kürze nur, was du begründen kannst.
Fernwärme in anderen Städten
- Fernwärmepreise Dresden · SachsenEnergie, 8,73 ct/kWh
- Fernwärmepreise Stuttgart · EnBW, 8,47 ct/kWh
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Prüfung durch nebify
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Bei Fernwärme steckt der Fehler selten im Preis selbst, sondern in der Umsetzung: falscher Preisstand, fehlende zeitanteilige Aufteilung, ein vergessener CO₂-Anteil. Genau das gleichen wir mit Rechnung und Preisblatt ab.
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Häufige Fragen zur Fernwärme in Frankfurt
Wie hoch ist der Fernwärmepreis in Frankfurt 2026?
Was kostet Fernwärme für eine 70-m²-Wohnung in Frankfurt?
Wie oft ändert Mainova die Fernwärmepreise?
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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.