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DresdenStand November 2026

Fernwärmepreise in Dresden 2026

In Dresden liefert die SachsenEnergie die Fernwärme. Im Jahresfestpreissystem gilt für 2026 ein Arbeitspreis von 8,73 ct/kWh brutto, dafür ist der Grundpreis mit 140,53 € je kW recht hoch. Für 2027 sind die Preise schon bekannt: etwas weniger je kWh, etwas mehr Grundpreis.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • SachsenEnergie verlangt im Tarif Jahresfestpreissystem 8,73 ct je kWh brutto, alle verbrauchsabhängigen Bestandteile zusammen (Jahresfestpreis 2026, gültig vom 1. Januar bis 31. Dezember 2026).
  • Für eine 70‑m²‑Wohnung in unserem Musterhaus sind das rund 1.778 € im Jahr für die Wärme. Damit liegt Dresden auf Platz 15 von 19 Städten, gezählt von günstig nach teuer.
  • Die Preise ändern sich einmal im Jahr zum 1. Januar, veröffentlicht jeweils im Herbst davor. In deiner Abrechnung muss der Verbrauch dann zeitanteilig auf die Preisstände verteilt werden.
  • Den Preis kannst du als Mieter nicht angreifen, die Abrechnung schon: Rechnung des Versorgers, Preisblatt, bestellte Leistung und CO₂-Anteil.

Die Preise von SachsenEnergie

Jahresfestpreissystem, Leistungsgruppe klein (bis 407 kW), Jahresfestpreis 2026, gültig vom 1. Januar bis 31. Dezember 2026. Groß der Bruttopreis mit 19 % Umsatzsteuer, darunter netto.

Arbeitspreis
8,730 ct/kWhnetto 7,336
Grundpreis
140,53 €/kW und Jahrnetto 118,09
Messpreis
153,37 €/Jahrnetto 128,88

Quelle: SachsenEnergie: Fernwärme, Preise im Jahresfestpreissystem, abgerufen am 5. November 2026.

Was kostet das für eine 70-m²-Wohnung?

im Jahr für eine 70-m²-Wohnung, brutto
1.778 €
je kWh mit allen Preisbestandteilen
19,54 ct
davon fest, unabhängig vom Verbrauch
55 %
  1. Verbrauch: 91.000 kWh × 7,336 ct = 6.675,76 € netto
  2. Grundpreis: 70 kW × 118,09 € = 8.266,30 € netto
  3. Haus zusammen: 14.942,06 € netto, mit 19 % Umsatzsteuer 17.781,05 €
  4. Ein Zehntel davon für die 70‑m²‑Wohnung: 1.778,11 €

Musterhaus: 10 Wohnungen, 700 m², 70 kW, 91.000 kWh im Jahr für Heizung und Warmwasser. Ohne Messpreis und ohne Kosten der Hausanlage wie Pumpenstrom und Wartung. In der echten Abrechnung zählt zu 50 bis 70 % dein Verbrauch, der Rest nach Fläche.

Was in Dresden auffällt

  • Es gibt zwei Preissysteme: Im älteren Monatspreissystem ändern sich die Preise jeden Monat, es nimmt keine neuen Verträge mehr an. Im Jahresfestpreissystem gilt ein Preis für das ganze Kalenderjahr. Welches System für dein Haus gilt, steht auf der Rechnung.
  • Im Monatspreissystem muss der Verbrauch in der Abrechnung auf zwölf Preisstände verteilt werden. Ein einziger Mischpreis für das ganze Jahr ist dort ein Grund nachzufragen.
  • Weil der Arbeitspreis niedrig und der Grundpreis hoch ist, hängt viel an der bestellten Leistung. Hat das Haus nach einer Dämmung noch dieselbe Leistung gebucht, zahlt es dauerhaft zu viel Grundpreis.

Preisentwicklung bei SachsenEnergie

Abct/kWh netto€/kW netto
20267,336118,09
2027 (angekündigt)7,211120,79

Jahresfestpreis 2027 aus den im September 2026 veröffentlichten Preisgleitfaktoren (0,9426 und 1,0531) berechnet.

Nur Werte aus veröffentlichten Preisblättern und Bekanntmachungen des Versorgers.

So landet die Fernwärme in deiner Heizkostenabrechnung

Fernwärme wird an das ganze Haus geliefert. Dein Vermieter bekommt von SachsenEnergie eine Jahresrechnung und verteilt sie mit der Heizkostenabrechnung auf alle Wohnungen. Umlagefähig sind das Entgelt für die Wärmelieferung, also Arbeits-, Grund- und Messpreis, und die Kosten der Hausanlage, etwa Strom für die Pumpen und die Wartung der Übergabestation (§ 7 Abs. 4 HeizkostenV).

Die Summe wird zu 50 bis 70 % nach dem gemessenen Verbrauch und zu 30 bis 50 % nach Wohnfläche verteilt (§ 7 Abs. 1 HeizkostenV). Auch der Grundpreis des Versorgers geht in diese Summe ein. Er wird also nicht gesondert nach Fläche abgerechnet.

Ändert SachsenEnergie die Preise im Abrechnungsjahr, muss der Verbrauch zeitanteilig auf alte und neue Preise verteilt werden, mit Rücksicht auf die Heizperiode (§ 24 Abs. 3 AVBFernwärmeV). Einmalige Beträge wie Baukostenzuschuss oder Hausanschlusskosten gehören nicht in die Abrechnung.

Fünf Punkte, die du prüfen kannst

  1. 1

    Rechnung des Versorgers ansehen

    Verlange über die Belegeinsicht die Jahresrechnung von SachsenEnergie und vergleiche Betrag, Zeitraum und gelieferte kWh mit deiner Heizkostenabrechnung. Gutschriften gehören ebenfalls hinein.

  2. 2

    Preise mit dem Preisblatt abgleichen

    Liegen die Preise auf der Rechnung über den veröffentlichten Werten für deinen Zeitraum, frag nach. Gab es im Jahr mehrere Preisstände, müssen alle zeitanteilig auftauchen.

  3. 3

    Bestellte Leistung hinterfragen

    Der Grundpreis hängt an der gebuchten Leistung. Ist sie nach einer Dämmung oder einem Heizungstausch zu hoch, zahlt das Haus jedes Jahr zu viel. Senken kann sie nur dein Vermieter (§ 3 AVBFernwärmeV), sprich ihn darauf an.

  4. 4

    CO₂-Anteil des Vermieters

    Auch bei Fernwärme teilen sich Mieter und Vermieter die CO₂-Kosten (§ 2 CO2KostAufG). Der Versorger muss die Angaben dafür auf seiner Rechnung ausweisen. Fehlt der Vermieteranteil in deiner Abrechnung, frag nach dem Grund.

  5. 5

    Umstellung während deiner Mietzeit

    Hat dein Vermieter während deiner Mietzeit auf Fernwärme umgestellt, darf dich das nicht mehr kosten als die alte Heizung. Ankündigen musste er es drei Monate vorher in Textform (§ 556c BGB).

Ob die Fernwärme von SachsenEnergie richtig in deiner Abrechnung gelandet ist, zeigt erst der Abgleich mit Rechnung und Preisblatt. Wie die Prüfung deiner Nebenkostenabrechnung bei nebify abläuft und was du dafür brauchst, erklären wir Schritt für Schritt.

Wann du widersprechen kannst

  • Einwände musst du spätestens zwölf Monate nach Zugang der Abrechnung erheben (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB). Danach sind auch berechtigte Einwände meist verloren.
  • Ein hoher Fernwärmepreis allein ist kein Fehler. Dein Vermieter muss zwar wirtschaftlich handeln (§ 556 Abs. 3 S. 1 BGB), der Hinweis auf Durchschnittswerte reicht als Beweis aber nicht (BGH, Urteil vom 06.07.2011, VIII ZR 340/10).
  • Widersprechen lohnt sich bei konkreten Fehlern: ein Preis über dem Preisblatt, ein ganzes Jahr zum neuesten Preis, nicht umlagefähige Posten, ein fehlender CO₂-Anteil oder eine Umstellung ohne die Voraussetzungen des § 556c BGB.
  • Den Teil der Nachzahlung, gegen den du nichts einwendest, solltest du zahlen. Kürze nur, was du begründen kannst.

Fernwärme in anderen Städten

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Häufige Fragen zur Fernwärme in Dresden

Wie hoch ist der Fernwärmepreis in Dresden 2026?
SachsenEnergie AG verlangt im Tarif Jahresfestpreissystem, Leistungsgruppe klein (bis 407 kW) 8,73 ct je kWh brutto (Jahresfestpreis 2026, gültig vom 1. Januar bis 31. Dezember 2026). Dazu kommt ein Grundpreis: Grundpreis 140,53 €/kW und Jahr (brutto).
Was kostet Fernwärme für eine 70-m²-Wohnung in Dresden?
Im Musterhaus mit 10 Wohnungen, 70 kW Anschlussleistung und 91.000 kWh im Jahr kostet die Wärme 17.781 € brutto. Auf eine 70‑m²‑Wohnung mit durchschnittlichem Verbrauch entfallen rund 1.778 € im Jahr, das sind 19,54 ct je kWh. Messdienst, Pumpenstrom und Wartung kommen in der Heizkostenabrechnung noch dazu.
Wie oft ändert SachsenEnergie die Fernwärmepreise?
Einmal im Jahr zum 1. Januar, veröffentlicht jeweils im Herbst davor. Ändert sich der Preis im Abrechnungsjahr, muss der Verbrauch zeitanteilig auf alten und neuen Preis verteilt werden, unter Berücksichtigung der jahreszeitlichen Schwankungen (§ 24 Abs. 3 AVBFernwärmeV).
Wo finde ich das Preisblatt von SachsenEnergie?
Auf der Website des Versorgers. Fernwärmeversorger müssen ihre Preise, Preisänderungsklauseln und Preisbestandteile im Internet veröffentlichen (§ 1a AVBFernwärmeV). Das aktuelle Dokument verlinken wir unten unter Quellen: SachsenEnergie: Fernwärme, Preise im Jahresfestpreissystem.
Ist Fernwärme in Dresden teuer?
Im Vergleich von 19 Städten liegt Dresden im Musterhaus auf Platz 15 (1 = günstigste) und damit über dem mittleren Wert von 17,65 ct je kWh brutto. Ein hoher Preis ist aber noch kein Fehler in deiner Abrechnung, weil das Haus den Versorger meist nicht wechseln kann.

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.

Quellen: SachsenEnergie: Fernwärme, Preise im Jahresfestpreissystem · SachsenEnergie: Jahresfestpreissystem · § 1a AVBFernwärmeV · § 24 AVBFernwärmeV · § 7 HeizkostenV · § 2 CO2KostAufG · § 556 BGB · § 556c BGB; Preise aus den veröffentlichten Preisblättern übernommen, abgerufen am 5. November 2026; Musterrechnung von nebify.