AugsburgStand November 2026
Grundsteuer in Augsburg 2026: Hebesatz bleibt bei 670 %
Augsburg hat den Hebesatz der Grundsteuer B mit der Reform neu auf 670 % festgesetzt und lässt ihn 2026 unverändert. Weil Bayern nach Flächen rechnet, kannst du die Grundsteuer deines Hauses mit wenigen Angaben selbst nachrechnen. Hier findest du die Formel, ein Rechenbeispiel für eine Mietwohnung, den Vergleich mit anderen bayerischen Städten und die typischen Fehler.

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.
Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Der Hebesatz der Grundsteuer B liegt in Augsburg 2025 und 2026 bei 670 %.
- Der Stadtrat hat den Satz am 24.10.2024 beschlossen. Die Satzung gilt für 2025 und die Folgejahre.
- Bayern rechnet nach Flächen: 0,04 € je m² Grundstück und 0,50 € je m² Wohnfläche, Wohnen nur zu 70 %.
- Ein neuer Hebesatz sagt wenig über deine Steuer: Mit der Reform hat das Finanzamt auch alle Messbeträge neu berechnet.
- Im Rechenbeispiel zahlt eine 70-m²-Wohnung 190,95 € Grundsteuer im Jahr.
Kurz beantwortet
In Augsburg gilt für die Grundsteuer B 2026 ein Hebesatz von 670 %, wie schon 2025. Die Grundsteuer eines Hauses ist der Messbetrag mal 6,7. Die Stadt nennt selbst ein Beispiel: 72 € Messbetrag ergeben 482,40 € im Jahr. Im Beispielhaus mit sechs Wohnungen zahlst du für 70 m² 190,95 € im Jahr. Weil sich der Hebesatz 2026 nicht ändert, sollte deine Grundsteuer gleich bleiben, wenn der Messbetrag gleich ist.
- Hebesatz Grundsteuer B 2026, wie 2025
- 670 %
- von 100 Großstädten im Grundsteuerranking 2025
- Platz 32
- Grundsteuer 2025 für ein Musterhaus laut Haus & Grund
- 432 €
Grundsteuer-Hebesätze Augsburg 2025 und 2026
| Hebesatz | 2025 | 2026 |
|---|---|---|
| Grundsteuer B (Grundstücke) | 670 % | 670 % |
| Grundsteuer A (Land- und Forstwirtschaft) | 485 % | 485 % |
Hebesatzsatzung der Stadt Augsburg vom 04.11.2024 für das Haushaltsjahr 2025 und die Folgejahre. Beschluss des Stadtrats vom 24.10.2024.
Quelle: Stadt Augsburg: Hebesatzsatzung vom 04.11.2024 (Stadtrecht 22/2200 a) · Stadt Augsburg: Informationsblatt zur Grundsteuer
Grundsteuer Augsburg im Vergleich mit Bayerns Großstädten
Für ein Einfamilienhaus mit 508 m² Grundstück und 126 m² Wohnfläche hat Haus & Grund in Augsburg für 2025 eine Grundsteuer von 432 € errechnet, 39 € weniger als 2024. Im bundesweiten Ranking hat sich Augsburg damit von Platz 50 auf Platz 32 verbessert.
Weil in Bayern überall dieselbe Formel gilt, zeigt der Hebesatz direkt, wo Wohnen teurer ist. Augsburg liegt im Mittelfeld der bayerischen Großstädte.
| Stadt | Musterhaus 2025 (Hebesatz) |
|---|---|
| Ingolstadt | 306 € (475 %) |
| Regensburg | 329 € (510 %) |
| Würzburg | 329 € (510 %) |
| Erlangen | 380 € (590 %) |
| Fürth | 425 € (660 %) |
| Augsburg | 432 € (670 %) |
| Nürnberg | 502 € (780 %) |
| München | 531 € (824 %) |
Grundsteuer B im Jahr 2025 für ein Einfamilienhaus mit 508 m² Grundstück und 126 m² Wohnfläche, in Klammern der Hebesatz 2025.
Quelle: IW Consult / Haus & Grund Deutschland: Grundsteuerranking 2025
Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Augsburg
Das Haus ist ausgedacht, Formel und Hebesatz sind echt. So kommen Finanzamt und Stadt zum Betrag in deiner Abrechnung.
Annahmen für das Beispiel
- Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohnfläche
- Grundstück mit 600 m², reine Wohnnutzung
- Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohnfläche
| Grundstück: 600 m² × 0,04 € | 24,00 € |
|---|---|
| Wohnfläche: 420 m² × 0,50 € × 70 % | 147,00 € |
| Grundsteuermessbetrag des Hauses | 171,00 € |
| Grundsteuer 2026: 171 € × 670 % | 1.145,70 € |
| Dein Anteil: 1.145,70 € × 70 / 420 | 190,95 € |
| Das sind im Monat | 15,91 € |
Du zahlst im Beispiel 190,95 € im Jahr, 2025 genauso viel. Hätte das Haus einen Laden im Erdgeschoss, zählte dessen Fläche mit 100 % statt 70 %. Dann muss der Vermieter den Gewerbeanteil vorab abziehen.
Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.
So rechnet Bayern seit 2025
Bayern hat die Grundsteuer mit einem eigenen Gesetz geregelt. Das Finanzamt fragt nur nach Grundstücksfläche, Wohnfläche und Nutzfläche. Der Wert des Hauses oder die Lage in Augsburg spielt keine Rolle.
Je Quadratmeter Grundstück setzt es 0,04 € an, je Quadratmeter Gebäudefläche 0,50 €. Wohnflächen zählen davon nur mit 70 %. Das Ergebnis ist der Grundsteuermessbetrag.
Die Stadt Augsburg ist an diesen Messbetrag gebunden. Einwände gegen Flächen oder Nutzung müssen an das Finanzamt Augsburg-Stadt gehen, nicht an die Stadt.
Warum die Stadt einen neuen Hebesatz brauchte
Mit dem Wechsel vom alten Einheitswert zum Flächenmodell haben sich die Messbeträge verschoben. Damit Augsburg insgesamt so viel einnimmt wie vorher, hat der Stadtrat den Hebesatz am 24.10.2024 neu auf 670 % festgesetzt.
Für ein einzelnes Haus kann die Grundsteuer trotzdem gesunken sein. Haus & Grund hat für ein typisches Einfamilienhaus 2025 sogar 39 € weniger errechnet als 2024.
Die Stadt weist darauf hin, dass sie auf die Verschiebungen zwischen einzelnen Häusern keinen Einfluss hat. Sie legt nur den Hebesatz fest.
Jahressteuer: Wer am 1. Januar Eigentümer ist, zahlt
Die Grundsteuer wird nach den Verhältnissen zu Beginn des Jahres festgesetzt. Wird das Haus im Laufe des Jahres verkauft, bleibt der alte Eigentümer bis Jahresende Steuerschuldner.
In deiner Abrechnung darf trotzdem nur die Grundsteuer für dein Haus und den Abrechnungszeitraum stehen. Wechselt der Vermieter, muss die Abrechnung das Jahr vollständig abdecken, aber nicht doppelt.
Ändert das Finanzamt den Messbetrag nach einem Einspruch, schickt die Stadt einen geänderten Bescheid. Eine Erstattung muss in die Abrechnung des betroffenen Jahres.
Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist
„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
Die Grundsteuer ist eine öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).
Verteilt wird nach dem vereinbarten Schlüssel, ohne Vereinbarung nach Wohnfläche (§ 556a Abs. 1 S. 1 BGB).
Umlagefähig
- Grundsteuer B laut Bescheid für das Abrechnungsjahr
- Nachzahlung aus einem geänderten Bescheid für dasselbe Jahr
Nicht umlagefähig
- Säumniszuschläge und Mahngebühren
- Grundsteuer für andere Jahre als den Abrechnungszeitraum
- Kosten für Einspruch oder Steuerberatung des Vermieters
- Grundsteueranteil eines Ladens oder Büros im Haus
Typische Fehler in der Abrechnung
Gewerbeanteil nicht abgezogen
Läden und Büros zählen mit 100 % ihrer Fläche, Wohnungen mit 70 %. Wird alles nach Wohnfläche verteilt, zahlen die Mieter den Gewerbeanteil mit.
Erstattung nicht weitergegeben
Hat das Finanzamt den Messbetrag nach einem Einspruch gesenkt, steht dir dein Anteil an der Erstattung zu.
Zwei Jahre in einer Abrechnung
Bei Abrechnungen über den Jahreswechsel darf die Grundsteuer nur zeitanteilig für jedes Jahr angesetzt sein.
Zuschläge umgelegt
Säumniszuschläge entstehen, wenn der Vermieter zu spät zahlt. Sie gehören nicht in deine Abrechnung.
Falsche Gesamtfläche
Wird nach Wohnfläche verteilt, muss die Gesamtfläche alle Wohnungen enthalten, auch leer stehende.
So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung
- 1
Hebesatz prüfen
Für 2025 und 2026 muss im Bescheid 670 % stehen.
- 2
Betrag nachrechnen
Messbetrag mal 670 geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.
- 3
Mit 2025 vergleichen
Der Hebesatz ist gleich geblieben. Bei gleichem Messbetrag muss auch die Grundsteuer gleich sein.
- 4
Gewerbe herausrechnen
Gibt es im Haus Läden oder Büros, frag, wie deren Anteil abgezogen wurde.
- 5
Bescheide einsehen
Nach § 556 Abs. 4 BGB kannst du Einsicht in Grundsteuer- und Messbescheid verlangen.
Passt die Grundsteuer zum Messbetrag deines Hauses?
In der Abrechnung steht nur ein Betrag. Ob er zu Messbetrag, Hebesatz und Flächen passt, zeigt erst der Bescheid. Diesen Abgleich übernehmen wir.
Was du tun kannst
Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne den Betrag, den du für falsch hältst. Für Einwendungen hast du zwölf Monate ab Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).
Kam ein geänderter Bescheid erst nach der Abrechnung, darf sich der Vermieter laut Bundesgerichtshof eine Nachberechnung vorbehalten (VIII ZR 264/12). Umgekehrt muss er eine Erstattung weitergeben.
Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Unsicher, ob alles stimmt? Du kannst deine Nebenkostenabrechnung prüfen lassen, zuerst kostenlos im Vorab-Check und danach gründlich für 24,90 €.
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Häufige Fragen: Grundsteuer in Augsburg
Wie hoch ist der Hebesatz der Grundsteuer in Augsburg 2026?
Ist die Grundsteuer in Augsburg 2026 gestiegen?
Wie berechne ich die Grundsteuer in Augsburg?
Wie viel Grundsteuer zahlt ein Mieter in Augsburg?
An wen wende ich mich bei Fehlern im Messbetrag?
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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.