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HessenStand November 2026

Nebenkosten in Hessen 2026: Grundsteuer und Gebühren im Vergleich

Hessen berechnet die Grundsteuer seit 2025 nach Fläche und Lage. Die Formel ist überall gleich, die Hebesätze der Städte liegen aber weit auseinander: von 490 % in Kassel bis 1.230 % in Offenbach. Dieselbe Wohnung zahlt deshalb je nach Stadt mehr als das Doppelte. Hier findest du die Werte der Großstädte und was davon in deiner Nebenkosten­abrechnung ankommt.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Grundsteuer: 0,04 € je m² Grundstück plus 0,35 € je m² Wohn­fläche, mal einem gedämpften Lagefaktor.
  • Hebesätze 2026 der kreisfreien Städte: Kassel 490 %, Wiesbaden 690,06 %, Frankfurt 854,69 %, Darmstadt 1.181 %, Offenbach 1.230 %.
  • Für ein typisches Einfamilien­haus lag die Grundsteuer 2025 zwischen 316 € in Kassel und 792 € in Offenbach.
  • Offenbach rechnet ab 2027 mit einem um bis zu 300 Punkte höheren Hebesatz.
  • Müll: Frankfurt, Gießen und Wiesbaden gehören im Ranking 2026 zu den zwölf günstigsten Großstädten, Darmstadt liegt auf Platz 85.

So rechnet Hessen die Grundsteuer

Hessen nutzt das Flächen-Faktor-Verfahren. Das Finanzamt setzt 0,04 € je Quadratmeter Grundstück und 0,50 € je Quadratmeter Gebäudefläche an, Wohn­flächen davon zu 70 %. Die Summe wird mit einem Faktor für die Lage multipliziert.

Der Faktor vergleicht den Bodenricht­wert des Grundstücks mit dem Durchschnitt der Gemeinde und ist stark gedämpft: Bei doppelt so teurem Boden beträgt er 1,23, bei halb so teurem 0,81. Weil die Messbeträge klein sind, liegen die Hebesätze in Hessen oft über 500 %.

Messbetrag = (Grundstück × 0,04 € + Wohnfläche × 0,35 €) × Faktor. Faktor = (Bodenrichtwert / Durchschnitt der Gemeinde) hoch 0,3.

Quelle: Finanzverwaltung Hessen: Grundsteuer B in Hessen (Flächen-Faktor-Verfahren)

Was eine 70-m²-Wohnung 2026 an Grundsteuer zahlt

Für jede Stadt mit eigener Seite haben wir dasselbe Haus durchgerechnet: sechs Wohnungen mit 420 m² Wohn­fläche auf einem 600 m² großen Grundstück, verteilt nach Wohn­fläche. Die Rechenwege mit allen Annahmen stehen auf den Seiten der Städte.

Hebesatz 2026 und Anteil einer 70-m²-Wohnung im Jahr
StadtHebesatzAnteil
Darmstadt1.181 %336,59 €
Kassel490 %139,65 €
Offenbach am Main1.230 %350,55 €
Wiesbaden690,06 %196,67 €

Grundsteuer: Hessens Großstädte im Vergleich

Haus & Grund hat für ein Einfamilien­haus mit 508 m² Grundstück und 126 m² Wohn­fläche in durchschnittlicher Lage ausgerechnet, was 2025 an Grundsteuer anfällt. Weil die Formel in ganz Hessen gilt, bestimmt fast allein der Hebesatz die Reihenfolge.

In Kassel, Gießen und Hanau zahlt das Musterhaus 2025 weniger als 2024, in Frankfurt 127 € mehr. Die Hebesätze 2026 sind laut Umfrage der hessischen IHKs in allen fünf kreisfreien Städten unverändert.

Grundsteuer 2025 für das Musterhaus von Haus & Grund, sortiert von günstig nach teuer
StadtHebesatz2025zu 2024
Kassel490 %316 €−99 €
Gießen626 %403 €−105 €
Hanau645 %416 €−89 €
Wiesbaden690,06 %445 €+28 €
Frankfurt am Main854,69 %551 €+127 €
Darmstadt1.181 %761 €+19 €
Offenbach am Mainab 2027 bis zu +300 Punkte möglich1.230 %792 €+34 €

Musterhaus: Einfamilien­haus mit 508 m² Grundstück, 126 m² Wohn­fläche, Baujahr 1990. Quelle: Grundsteuer­ranking 2025 von IW Consult im Auftrag von Haus & Grund Deutschland.

Müllgebühren: Hessens Großstädte im Ranking

Bei den Müll­gebühren steht Hessen im bundesweiten Ranking 2026 gut da: Frankfurt liegt auf Platz 3, Gießen auf Platz 10, Wiesbaden auf Platz 11. Offenbach hat sich von Platz 26 auf Platz 20 verbessert.

Darmstadt ist dagegen von Platz 55 auf Platz 85 gefallen. Laut Haus & Grund sind die Gebühren dort seit 2022 um mehr als 30 % gestiegen.

Rang im Müllgebührenindex 2026 unter den 100 größten Städten, Platz 1 ist am günstigsten
Stadt20262022
Frankfurt am MainPlatz 3Platz 8
GießenPlatz 10Platz 20
WiesbadenPlatz 11Platz 9
Offenbach am MainPlatz 20Platz 26
KasselPlatz 37Platz 50
HanauPlatz 50Platz 56
DarmstadtPlatz 85Platz 55

Musterfamilie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern, 60 l Rest­müll und 20 l Bioabfall pro Woche. Quelle: Müll­gebühren­ranking 2026 von IW Consult im Auftrag von Haus & Grund Deutschland.

Was das für deine Nebenkostenabrechnung heißt

Grundsteuer, Entwässerung und Müll­abfuhr darf dein Vermieter umlegen, wenn dein Mietvertrag das vorsieht. Er darf aber nur weitergeben, was für dein Haus festgesetzt wurde, und muss es nach dem vereinbarten Schlüssel verteilen, meist nach Wohn­fläche.

Bei hohen Hebesätzen schlagen Fehler stärker durch. In Häusern mit Läden oder Büros zählen deren Flächen in Hessen voll, Wohn­flächen nur zu 70 %. Diesen höheren Anteil muss der Vermieter vorab abziehen.

„Betriebskosten im Sinne von § 1 sind: 1. die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer; […] 3. die Kosten der Entwässerung […]; 8. die Kosten der Straßenreinigung und Müllbeseitigung […]“
§ 2 Nr. 1, 3 und 8 Betriebskostenverordnung (BetrKV)

Ob die Beträge in deiner Abrechnung zu den Bescheiden deiner Stadt passen, zeigt erst der Abgleich. Wenn du deine Nebenkostenabrechnung prüfen lassen willst, gehen wir jede Position einzeln durch und schicken dir einen Prüfbericht mit fertigem Schreiben an deinen Vermieter.

Gebühren 2026 je Stadt in Hessen

Für diese Städte gibt es eigene Seiten mit den Sätzen aus Satzung und Bescheid, dem Vergleich mit den Nachbarn und einem Rechenbeispiel für eine Mietwohnung.

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Häufige Fragen zu Nebenkosten in Hessen

Wie berechnet sich die Grundsteuer in Hessen?
Nach dem Flächen-Faktor-Verfahren: 0,04 € je m² Grundstück plus 0,35 € je m² Wohnfläche, mal einem Lagefaktor. Das ergibt den Messbetrag. Mal Hebesatz geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer.
Welche hessische Großstadt hat den niedrigsten Hebesatz?
Unter den kreisfreien Städten Kassel mit 490 % für 2026. Am höchsten liegt Offenbach mit 1.230 %, gefolgt von Darmstadt mit 1.181 %.
Warum sind die Hebesätze in Hessen so hoch?
Weil die Messbeträge im Flächen-Faktor-Verfahren klein sind. Für eine 70-m²-Wohnung in durchschnittlicher Lage ergibt die Formel nur gut 28 €. Ein hoher Hebesatz heißt deshalb nicht automatisch eine hohe Grundsteuer.
Was bedeutet aufkommensneutral?
Die hessische Finanzverwaltung hat für jede Gemeinde einen Hebesatz errechnet, mit dem sie nach der Reform insgesamt so viel einnimmt wie vorher. Wiesbaden hat diese Empfehlung genau übernommen. Einzelne Häuser können trotzdem mehr oder weniger zahlen.
Darf mein Vermieter die Grundsteuer auf mich umlegen?
Ja, wenn dein Mietvertrag die Umlage der Betriebskosten vorsieht. Die Grundsteuer ist nach § 2 Nr. 1 BetrKV umlagefähig. Kam ein geänderter Bescheid erst nach der Abrechnung, darf sich der Vermieter laut Bundesgerichtshof eine Nachberechnung vorbehalten (VIII ZR 264/12).

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.