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DarmstadtStand November 2026

Grundsteuer in Darmstadt 2026: Hebesatz 1.181 %

Mit 1.181 % hat Darmstadt nach Offenbach den zweithöchsten Grundsteuer-Hebesatz der hessischen Großstädte. Weil Hessen überall dieselbe Formel nutzt, zahlt dieselbe Wohnung in Darmstadt deutlich mehr als in Kassel oder Wiesbaden. Hier siehst du, wie die Grundsteuer berechnet wird, ein Rechenbeispiel und worauf du in deiner Nebenkosten­abrechnung achten solltest.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Hebesatz der Grundsteuer B liegt in Darmstadt 2025 und 2026 bei 1.181 %.
  • Nur Offenbach liegt unter den kreisfreien Städten in Hessen mit 1.230 % noch höher.
  • Für ein typisches Einfamilien­haus hat Haus & Grund 2025 761 € errechnet, 19 € mehr als 2024.
  • Hessen rechnet nach Flächen mal Lagefaktor. Darmstadt hat hohe Bodenwerte, das wirkt über den Faktor aber nur gedämpft.
  • Im Rechenbeispiel zahlt eine 70-m²-Wohnung 336,59 € Grundsteuer im Jahr.

Kurz beantwortet

In Darmstadt gilt für die Grundsteuer B 2026 ein Hebesatz von 1.181 %, wie schon 2025. Die Grundsteuer eines Hauses ist der Messbetrag mal 11,81. Im Beispielhaus mit sechs Wohnungen in durchschnittlicher Lage zahlst du für 70 m² 336,59 € im Jahr, rund 28 € im Monat. Das ist mehr als das Doppelte von Kassel. Weil sich der Hebesatz 2026 nicht ändert, sollte deine Grundsteuer 2026 so hoch sein wie 2025.

Hebesatz Grundsteuer B 2025 und 2026
1.181 %
Musterhaus 2025 laut Haus & Grund
761 €
von 100 Großstädten im Grundsteuerranking 2025
Platz 86

Grundsteuer-Hebesatz Darmstadt 2025 und 2026

Grundsteuer in Darmstadt: Vorjahr und 2026
Hebesatz20252026
Grundsteuer B (Grundstücke)1.181 %1.181 %

2026 laut Umfrage der hessischen IHKs zu den Hebesätzen ab 01.01.2026 (Stand 28.10.2026), 2025 laut Grundsteuer­ranking 2025 von Haus & Grund.

Quelle: Hessische IHKs: Hebesätze 2026, Grundsteuer B und Gewerbesteuer (Stand 28.10.2026) · IW Consult / Haus & Grund Deutschland: Grundsteuerranking 2025

Grundsteuer Darmstadt im Vergleich mit Hessens Großstädten

Für ein Einfamilien­haus in durchschnittlicher Lage hat Haus & Grund in Darmstadt 2025 761 € errechnet. Bundesweit ist das Platz 86 von 100, 2024 war es Platz 97. Gestiegen ist der Betrag nur um 19 €.

In Hessen ist nur Offenbach teurer. Frankfurt liegt mit 551 € deutlich darunter, Kassel mit 316 € bei weniger als der Hälfte.

Grundsteuer 2025 für ein Musterhaus, Großstädte in Hessen
StadtMusterhaus 2025 (Hebesatz)
Kassel316 € (490 %)
Gießen403 € (626 %)
Hanau416 € (645 %)
Wiesbaden445 € (690,06 %)
Frankfurt am Main551 € (854,69 %)
Darmstadt761 € (1.181 %)
Offenbach am Main792 € (1.230 %)

Grundsteuer B im Jahr 2025 für ein Einfamilien­haus mit 508 m² Grundstück und 126 m² Wohn­fläche in durchschnittlicher Lage (Faktor 1,0); in Klammern der Hebesatz 2025.

Quelle: IW Consult / Haus & Grund Deutschland: Grundsteuerranking 2025

Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Darmstadt

Das Haus ist ausgedacht, Formel und Hebesatz sind echt. Bei einem Grundstück in besserer Lage als dem Darmstädter Durchschnitt ist der Faktor größer als 1.

Annahmen für das Beispiel

  • Mehrfamilien­haus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohn­fläche
  • Grundstück mit 600 m², Bodenricht­wert gleich dem Durchschnitt der Stadt (Faktor 1,0)
  • Reine Wohn­nutzung
  • Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohn­fläche
Rechenweg
Grundstück: 600 m² × 0,04 €24,00 €
Wohnfläche: 420 m² × 0,50 € × 70 %147,00 €
Messbetrag bei Faktor 1,0 (durchschnittliche Lage)171,00 €
Grundsteuer 2026: 171 € × 1.181 %2.019,51 €
Dein Anteil: 2.019,51 € × 70 / 420336,59 €
Das sind im Monat28,05 €

Du zahlst im Beispiel 336,59 € im Jahr. Liegt das Haus in einfacher Lage mit halb so hohem Bodenricht­wert wie im Durchschnitt, sinkt der Faktor auf 0,81 und dein Anteil auf rund 273 €.

Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.

Hoher Hebesatz, kleine Messbeträge

Ein Hebesatz über 1.000 % klingt dramatisch. In Hessen sind die Messbeträge nach der Reform aber klein: Für eine 70-m²-Wohnung in durchschnittlicher Lage ergibt die Formel nur gut 28 €. Erst der Hebesatz macht daraus eine spürbare Steuer.

Deshalb lassen sich Hebesätze nur zwischen Städten mit demselben Modell vergleichen. Innerhalb Hessens zeigt der Satz direkt, wie teuer dieselbe Fläche ist: In Darmstadt rund 2,4-mal so teuer wie in Kassel.

Laut Haus & Grund ist die Grundsteuer für ein typisches Einfamilien­haus mit der Reform nur leicht gestiegen. Für einzelne Häuser kann die Veränderung größer sein, in beide Richtungen.

Lagefaktor: was gute Lagen kosten

Darmstadt hat für hessische Verhältnisse hohe Bodenwerte. Im Flächen-Faktor-Verfahren zählt aber nicht der absolute Wert, sondern das Verhältnis zum Durchschnitt der Stadt.

Der Faktor ist gedämpft. Ein Grundstück mit doppelt so hohem Bodenricht­wert wie im Darmstädter Durchschnitt zahlt nur 23 % mehr, eines mit halb so hohem 19 % weniger.

Die Bodenricht­werte hat das Finanzamt automatisch übernommen. Der Durchschnittswert für Darmstadt steht im Staatsanzeiger für das Land Hessen vom 12.09.2022.

Worauf du in der Abrechnung achten solltest

Bei einem so hohen Hebesatz schlagen Fehler stärker durch. Wird zum Beispiel ein Laden im Haus zum Wohnsatz verteilt, zahlen die Mieter dessen höheren Anteil mit.

Weil sich der Hebesatz 2026 nicht ändert, ist der Vergleich mit 2025 einfach: Bei gleichem Messbetrag muss die Grundsteuer gleich bleiben.

Rechnet dein Vermieter über den Jahreswechsel 2024/2025 ab, müssen altes und neues Steuerjahr zeitanteilig angesetzt sein.

Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist

„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
§ 2 Nr. 1 Betriebskostenverordnung (BetrKV)

Die Grundsteuer ist eine öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebs­kosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).

Verteilt wird nach dem vereinbarten Schlüssel, ohne Vereinbarung nach Wohn­fläche (§ 556a Abs. 1 S. 1 BGB).

Umlagefähig

  • Grundsteuer B laut Bescheid für das Abrechnungs­jahr
  • Nachzahlung aus einem geänderten Bescheid für dasselbe Jahr

Nicht umlagefähig

  • Säumnis­zuschläge und Mahngebühren
  • Grundsteuer für andere Jahre als den Abrechnungs­zeitraum
  • Kosten für Widerspruch oder Steuerberatung des Vermieters
  • Grundsteuer­anteil eines Ladens oder Büros im Haus

Typische Fehler in der Abrechnung

  • Gewerbe zum Wohnsatz

    Läden und Büros zählen in Hessen voll, Wohnungen nur zu 70 %. Bei 1.181 % Hebesatz kostet ein Fehler hier schnell viel Geld.

  • Wohnfläche zu groß

    Balkone und Terrassen zählen meist nur zu 25 %. Sind sie im Messbescheid voll angesetzt, ist die Grundsteuer zu hoch.

  • Zwei Steuerjahre vermischt

    Bei Zeiträumen über den Jahreswechsel müssen beide Jahre zeitanteilig angesetzt sein.

  • Erstattung nicht weitergegeben

    Wurde der Messbetrag nach einem Einspruch gesenkt, steht dir dein Anteil an der Erstattung zu.

  • Zuschläge umgelegt

    Säumnis­zuschläge entstehen durch verspätete Zahlung des Vermieters. Sie gehören nicht in die Abrechnung.

So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung

  1. 1

    Hebesatz prüfen

    Für 2025 und 2026 muss im Bescheid 1.181 % stehen.

  2. 2

    Betrag nachrechnen

    Messbetrag mal 1.181 geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.

  3. 3

    Mit 2025 vergleichen

    Bei gleichem Messbetrag bleibt die Grundsteuer 2026 gleich.

  4. 4

    Gewerbe herausrechnen

    Frag nach, wie der Anteil von Läden, Praxen oder Büros abgezogen wurde.

  5. 5

    Bescheide einsehen

    Nach § 556 Abs. 4 BGB kannst du Einsicht in Grundsteuer- und Messbescheid verlangen.

Passt die Grundsteuer zum Bescheid deines Hauses?

In der Abrechnung steht nur ein Betrag. Ob er zu Messbetrag, Flächen und Hebesatz passt, zeigt erst der Bescheid. Diesen Abgleich übernehmen wir.

Was du tun kannst

Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne den Betrag, den du für falsch hältst. Für Einwendungen hast du zwölf Monate ab Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).

Kam ein geänderter Bescheid erst nach der Abrechnung, darf sich der Vermieter laut Bundes­gerichts­hof eine Nachberechnung vorbehalten (VIII ZR 264/12). Eine Erstattung muss er weitergeben.

Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Wenn du deine Nebenkostenabrechnung prüfen lassen willst, gehen wir jede Position einzeln durch und schicken dir einen Prüfbericht mit fertigem Schreiben an deinen Vermieter.

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  • Prüfbericht24,90 €

    Jede Position mit Rechtsgrundlage geprüft, dazu ein fertiges Widerspruchsschreiben an deinen Vermieter.

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Häufige Fragen: Grundsteuer in Darmstadt

Wie hoch ist der Hebesatz der Grundsteuer in Darmstadt 2026?
1.181 % für die Grundsteuer B, wie schon 2025. Unter den kreisfreien Städten in Hessen liegt nur Offenbach mit 1.230 % höher.
Ist die Grundsteuer in Darmstadt besonders hoch?
Innerhalb Hessens ja: Für ein typisches Einfamilienhaus hat Haus & Grund 2025 761 € errechnet, in Kassel sind es 316 €. Bundesweit liegt Darmstadt auf Platz 86 von 100.
Wie berechnet sich die Grundsteuer in Darmstadt?
Nach dem hessischen Flächen-Faktor-Verfahren: 0,04 € je m² Grundstück plus 0,35 € je m² Wohnfläche, mal Lagefaktor. Das ergibt den Messbetrag, mal 1.181 geteilt durch 100 die Grundsteuer.
Wie viel Grundsteuer zahlt ein Mieter in Darmstadt?
Im Beispiel mit sechs Wohnungen, 420 m² Wohnfläche und 600 m² Grundstück in durchschnittlicher Lage sind es für 70 m² 336,59 € im Jahr, rund 28 € im Monat.
Warum sind hessische Hebesätze so viel höher als früher?
Weil die Messbeträge im Flächen-Faktor-Verfahren kleiner sind als nach dem alten Einheitswert. Ein hoher Hebesatz heißt deshalb nicht automatisch, dass mehr Grundsteuer fällig wird.
Darf der Vermieter die Grundsteuer auf Mieter umlegen?
Ja, wenn der Mietvertrag die Umlage der Betriebskosten vorsieht. Die Grundsteuer gehört nach § 2 Nr. 1 BetrKV zu den umlagefähigen Kosten.

Ist die Grundsteuer in deiner Darmstädter Abrechnung richtig?

Lade deine Nebenkosten­abrechnung im kosten­losen Vorab-Check hoch. Danach weißt du, ob sich eine Prüfung der Grundsteuer und der übrigen Posten lohnt.

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.