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Nebenkostenabrechnung am Beispiel: So liest du jede Zeile und findest Fehler

Prüfwissen

Rechtsstand: Oktober 2026

Nebenkostenabrechnung am Beispiel: So liest du jede Zeile und findest Fehler

Viele Mieter sehen in der Nebenkostenabrechnung eine Wand aus Zahlen und schauen nur auf das Ergebnis unten rechts. Dabei folgt jede Abrechnung demselben Aufbau. Wer ihn einmal an einem Beispiel verstanden hat, findet sich in der eigenen Abrechnung schnell zurecht.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 23.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Nebenkostenabrechnung im Beispiel: elf kalte Kostenarten plus Heizkosten, jeweils mit Gesamtkosten, Verteilerschlüssel und deinem Anteil, am Ende die Vorauszahlungen.
  • Vier Angaben sind Pflicht: Gesamtkosten, Verteilerschlüssel, Berechnung deines Anteils und Abzug der Vorauszahlungen (BGH, VIII ZR 93/15).
  • Deinen Anteil rechnest du immer gleich: Gesamtkosten × deine Einheiten ÷ alle Einheiten.
  • Heizung und Warmwasser werden zu 50 bis 70 Prozent nach Verbrauch verteilt (§§ 7, 8 HeizkostenV) und kommen meist auf einer eigenen Seite.
  • Was in der Abrechnung fehlen muss, ist genauso wichtig: Verwaltung, Reparaturen und seit Juli 2024 Kabelgebühren.

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Inhalt
  1. 1. Kurz beantwortet
  2. 2. Das Beispielhaus und die Beispielwohnung
  3. 3. Die Nebenkostenabrechnung im Beispiel
  4. 4. Pflichtangaben: Was in jeder Abrechnung stehen muss
  5. 5. Nebenkostenabrechnung verstehen: Zeile für Zeile
  6. 6. Die Heizkostenabrechnung im Beispiel
  7. 7. Was in der Beispielabrechnung bewusst fehlt
  8. 8. Ist das viel? Vergleich mit dem Durchschnitt
  9. 9. Formelle und inhaltliche Fehler
  10. 10. Typische Fehler in echten Abrechnungen
  11. 11. So prüfst du deine Abrechnung mit diesem Beispiel
  12. 12. Was du tun kannst, wenn etwas nicht stimmt
  13. 13. Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Eine Nebenkostenabrechnung zeigt für jede Kostenart die Gesamtkosten des Hauses, den Verteilerschlüssel und deinen Anteil, zieht deine Vorauszahlungen ab und nennt das Ergebnis. Mehr muss sie formell nicht leisten. Unser Beispiel unten ist eine vollständige Abrechnung für eine 70-m²-Wohnung in einem Haus mit acht Wohnungen. Die Kosten sind erfunden, aber so gewählt, dass sie je Quadratmeter den Durchschnittswerten des Deutschen Mieterbunds entsprechen. Leg deine eigene Abrechnung daneben und geh sie Zeile für Zeile durch.

Das Beispielhaus und die Beispielwohnung

Damit die Zahlen nachvollziehbar bleiben, rechnen wir mit einem einfachen Haus. Alle Werte sind ein Beispiel und stammen nicht aus einer echten Abrechnung.

Beispielhaus

8 Wohnungen, 560 m² Wohnfläche, 15 Bewohner, Gas-Zentralheizung mit Warmwasser, kein Aufzug, Garten, kein Kabelanschluss über den Vermieter.

Beispielwohnung

70 m², 2 Personen, Kalt- und Warmwasserzähler, Heizkostenverteiler an den Heizkörpern, Vorauszahlung 200,00 € im Monat.

Abrechnungszeitraum

1. Januar bis 31. Dezember 2025. Du hast das ganze Jahr in der Wohnung gewohnt.

Herkunft der Kosten

Kosten je Kostenart = Durchschnitt laut Mieterbund je m² und Monat × 560 m² × 12. Verbrauchs- und Personenwerte sind frei gewählt.

Die Nebenkostenabrechnung im Beispiel

Beispiel · Betriebskostenabrechnung 2025

Abrechnungszeitraum
01.01.2025 bis 31.12.2025
Dein Nutzungszeitraum
01.01.2025 bis 31.12.2025 (365 Tage)
Mietobjekt
Beispielstraße 1, Wohnung 3, 70 m²
Datum der Abrechnung
15.06.2026
Kalte Betriebskosten: Haus und dein Anteil
Kostenart und SchlüsselHausDein Anteil
Grundsteuer§ 2 Nr. 1 BetrKV · Wohnfläche: 70 von 560 m²1.209,60 €151,20 €
Wasser und Abwasser§ 2 Nr. 2, 3 BetrKV · Verbrauch: 78 von 640 m³1.948,80 €237,51 €
Straßenreinigung§ 2 Nr. 8 BetrKV · Wohnfläche: 70 von 560 m²268,80 €33,60 €
Müllbeseitigung§ 2 Nr. 8 BetrKV · Personen: 2 von 151.075,20 €143,36 €
Gebäudereinigung§ 2 Nr. 9 BetrKV · Wohnfläche: 70 von 560 m²1.411,20 €176,40 €
Gartenpflege§ 2 Nr. 10 BetrKV · Wohnfläche: 70 von 560 m²1.008,00 €126,00 €
Allgemeinstrom§ 2 Nr. 11 BetrKV · Wohnfläche: 70 von 560 m²403,20 €50,40 €
Schornsteinreinigung§ 2 Nr. 12 BetrKV · Wohnfläche: 70 von 560 m²268,80 €33,60 €
Sach- und Haftpflichtversicherung§ 2 Nr. 13 BetrKV · Wohnfläche: 70 von 560 m²2.083,20 €260,40 €
Hauswart§ 2 Nr. 14 BetrKV · Wohnfläche: 70 von 560 m²1.411,20 €176,40 €
Sonstige: Dachrinnenreinigung§ 2 Nr. 17 BetrKV · Wohnfläche: 70 von 560 m²470,40 €58,80 €
Summe kalte Betriebskosten1.447,67 €
Heizung und Warmwasserlaut Heizkostenabrechnung (siehe unten)8.870,40 €1.073,87 €
Deine Kosten insgesamt
2.521,54 €
Deine Vorauszahlungen (12 × 200,00 €)
− 2.400,00 €
Ergebnis: Nachzahlung
121,54 €

Alle Werte sind ein erfundenes Beispiel. Hauskosten = Durchschnitt laut Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds, Abrechnungsjahr 2024 je m² und Monat × 560 m² × 12. Beträge auf Cent gerundet.

Pflichtangaben: Was in jeder Abrechnung stehen muss

Das Gesetz sagt nur, dass jährlich abzurechnen ist und die Abrechnung rechtzeitig kommen muss:

„Über die Vorauszahlungen für Betriebskosten ist jährlich abzurechnen; dabei ist der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit zu beachten. Die Abrechnung ist dem Mieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums mitzuteilen.“
§ 556 Abs. 3 S. 1 und 2 BGB

Was genau drinstehen muss, hat der Bundesgerichtshof festgelegt. Bei Häusern mit mehreren Wohnungen verlangt er regelmäßig vier Mindestangaben (Urteil vom 20.01.2016, VIII ZR 93/15). In unserem Beispiel findest du alle vier:

  • Eine Zusammenstellung der Gesamtkosten: die Spalte „Haus“ in der Tabelle.
  • Die Angabe und, soweit nötig, Erläuterung der Verteilerschlüssel: die graue Zeile unter jeder Kostenart.
  • Die Berechnung deines Anteils: die Spalte „Dein Anteil“, nachrechenbar aus Gesamtkosten und Schlüssel.
  • Der Abzug deiner Vorauszahlungen: die Zeile mit 12 Monatsbeträgen unter der Summe.

Dazu kommen Angaben, ohne die du die Abrechnung nicht zuordnen kannst: der Abrechnungszeitraum, dein Nutzungszeitraum und die Wohnung. An die Form stellt der BGH sonst keine hohen Anforderungen. Die Abrechnung muss für einen durchschnittlichen Mieter verständlich sein, nicht schön.

Nebenkostenabrechnung verstehen: Zeile für Zeile

Der Kopf. Oben stehen Abrechnungszeitraum und Nutzungszeitraum. Der Abrechnungszeitraum gilt für das ganze Haus, der Nutzungszeitraum nur für dich. Bist du mitten im Jahr eingezogen, muss dein Nutzungszeitraum kürzer sein. Kommt die Abrechnung von einer Hausverwaltung, rechnet diese im Namen des Vermieters ab.

Die Kostenarten. Jede Zeile gehört zu einer Nummer in § 2 der Betriebskostenverordnung. Umlegen darf der Vermieter nur Kostenarten, die im Mietvertrag vereinbart sind. Sonstige Betriebskosten wie die Dachrinnenreinigung müssen dort sogar einzeln genannt sein (BGH, Urteil vom 07.04.2004, VIII ZR 167/03).

Die Gesamtkosten. Das sind die Kosten des Hauses für eine Kostenart. Hat der Vermieter vorher Anteile herausgerechnet, etwa für eine Gewerbeeinheit oder Reparaturen beim Hausmeister, darf er laut BGH den bereinigten Betrag angeben, ohne die Rechenschritte zu zeigen (VIII ZR 93/15). Ob die Bereinigung stimmt, prüfst du über die Belegeinsicht.

Der Verteilerschlüssel. Ohne Vereinbarung gilt die Wohnfläche. Kosten, die nach erfasstem Verbrauch anfallen, sind nach Verbrauch zu verteilen:

„Haben die Vertragsparteien nichts anderes vereinbart, sind die Betriebskosten vorbehaltlich anderweitiger Vorschriften nach dem Anteil der Wohnfläche umzulegen. Betriebskosten, die von einem erfassten Verbrauch oder einer erfassten Verursachung durch die Mieter abhängen, sind nach einem Maßstab umzulegen, der dem unterschiedlichen Verbrauch oder der unterschiedlichen Verursachung Rechnung trägt.“
§ 556a Abs. 1 BGB

Im Beispiel werden Wasser und Abwasser deshalb nach Zählern verteilt, der Müll nach Personen, weil das im Mietvertrag so vereinbart ist, und alles andere nach Fläche.

Dein Anteil. Die Rechnung ist immer dieselbe: Gesamtkosten × deine Einheiten ÷ alle Einheiten. Für die Versicherung heißt das 2.083,20 € × 70 m² ÷ 560 m² = 260,40 €. Rechne mindestens zwei Zeilen selbst nach. Stimmt eine nicht, liegt oft ein falscher Wert für deine Fläche oder deine Personenzahl dahinter.

Vorauszahlungen und Ergebnis. Abgezogen werden die Vorauszahlungen, die du für den Zeitraum geleistet hast. Ein falscher Betrag macht die Abrechnung nicht formell unwirksam, er ist aber ein inhaltlicher Fehler, den du beanstanden kannst. Gleiche die Summe mit deinen Kontoauszügen ab.

Die Heizkostenabrechnung im Beispiel

Heizung und Warmwasser rechnet meist ein Messdienst ab. Er trennt bei einer gemeinsamen Anlage zuerst die Kosten für das Warmwasser ab (§ 9 HeizkostenV). Dann verteilt er beide Teile zu einem festen Prozentsatz nach Verbrauch und den Rest nach Fläche:

„Von den Kosten des Betriebs der zentralen Heizungsanlage sind mindestens 50 vom Hundert, höchstens 70 vom Hundert nach dem erfassten Wärmeverbrauch der Nutzer zu verteilen.“
§ 7 Abs. 1 S. 1 HeizkostenV (für Warmwasser ebenso § 8 Abs. 1)
Beispiel: Heizkosten 8.870,40 €, davon Warmwasser 25 %
Teil und MaßstabHausDein Anteil
Heizung Grundkosten (30 %, nach Fläche)1.995,84 €249,48 €
Heizung Verbrauchskosten (70 %, 4.200 von 36.000 Einheiten)4.656,96 €543,31 €
Warmwasser Grundkosten (30 %, nach Fläche)665,28 €83,16 €
Warmwasser Verbrauchskosten (70 %, 10,2 von 80 m³)1.552,32 €197,92 €
Summe Heizung und Warmwasser1.073,87 €

Zu den Heizkosten gehören nicht nur Gas oder Öl, sondern auch Betriebsstrom, Wartung, Messungen und die Kosten des Messdienstes (§ 7 Abs. 2 HeizkostenV). Rechnet der Vermieter die Heizkosten entgegen der Verordnung gar nicht nach Verbrauch ab, darfst du deinen Anteil um 15 Prozent kürzen (§ 12 Abs. 1 S. 1 HeizkostenV).

Was in der Beispielabrechnung bewusst fehlt

Eine gute Abrechnung erkennst du auch an dem, was nicht drinsteht. Diese Posten fehlen in unserem Beispiel mit Absicht:

Fehlt, weil es im Beispielhaus nicht anfällt

  • Aufzug: Das Haus hat keinen (§ 2 Nr. 7 BetrKV)
  • Wäschepflege: keine Gemeinschaftswaschmaschine (§ 2 Nr. 16)
  • Kabelanschluss: Gebühren sind seit 1. Juli 2024 nicht mehr umlagefähig (§ 2 Nr. 15)
  • Ungezieferbekämpfung: kein laufender Vertrag (§ 2 Nr. 9)

Fehlt, weil es nie umlagefähig ist

  • Verwaltung, Kontoführung, Porto, Erstellung der Abrechnung (§ 1 Abs. 2 Nr. 1 BetrKV)
  • Reparaturen und Ersatzteile (§ 1 Abs. 2 Nr. 2 BetrKV)
  • Rücklagen für künftige Instandhaltung
  • Mietausfall- und Rechtsschutzversicherung des Vermieters

Taucht in deiner Abrechnung eine Position auf, die du keiner Nummer der Betriebskostenverordnung zuordnen kannst, frag nach. In Prüfungen sehen wir häufig Verwaltungs- oder Reparaturanteile, die in Positionen wie Hauswart oder Wartung stecken.

Ist das viel? Vergleich mit dem Durchschnitt

In unserem Beispiel zahlst du insgesamt 2.521,54 € im Jahr, also rund 3,00 € je m² und Monat. Der Deutsche Mieterbund nennt für alle Betriebskosten zusammen im Schnitt 2,67 € je m² und Monat (Abrechnungsjahr 2024).

Unser Beispiel liegt darüber, obwohl jede einzelne Kostenart genau dem Durchschnitt entspricht. Der Grund: Im Beispielhaus fallen fast alle Kostenarten an. Im Gesamtdurchschnitt stecken auch Häuser ohne Garten, ohne Hauswart oder ohne Reinigungsfirma. Vergleiche deshalb lieber Kostenart für Kostenart als nur die Summe.

Ein Durchschnitt ist kein Grenzwert. Der Vermieter muss wirtschaftlich handeln (§ 556 Abs. 3 S. 1 BGB), der bloße Hinweis auf einen überregionalen Durchschnitt reicht laut Bundesgerichtshof aber nicht, um eine überhöhte Position zu belegen (Urteil vom 06.07.2011, VIII ZR 340/10). Liegt eine einzelne Position deutlich über dem Wert in unserem Beispiel und über deinem Vorjahr, ist das ein guter Grund, die Rechnungen dazu anzusehen.

Formelle und inhaltliche Fehler

Fehler in einer Nebenkostenabrechnung haben unterschiedliche Folgen. Ein formeller Fehler liegt vor, wenn eine der Mindestangaben fehlt oder die Abrechnung nicht nachvollziehbar ist. Ein inhaltlicher Fehler liegt vor, wenn die Angaben zwar da, aber falsch sind.

Der Unterschied ist wichtig wegen der Frist: Nur eine formell ordnungsgemäße Abrechnung wahrt die Abrechnungsfrist von zwölf Monaten. Kommt bis zum Fristende keine solche Abrechnung, kann der Vermieter in der Regel keine Nachzahlung mehr verlangen. Inhaltliche Fehler kann er dagegen auch später noch korrigieren, wenn die Abrechnung an sich wirksam ist.

Der BGH zieht die Grenze eher großzügig zugunsten des Vermieters. Falsch angesetzte Vorauszahlungen oder ein fehlender Vorwegabzug für Gewerbe sind nach seiner Rechtsprechung nur inhaltliche Fehler (zusammengefasst in VIII ZR 93/15). Für dich heißt das: Auch inhaltliche Fehler musst du rechtzeitig beanstanden, sonst bleiben sie stehen.

Typische Fehler in echten Abrechnungen

  • Gesamtkosten fehlen

    Es steht nur dein Anteil da, ohne die Kosten des Hauses. Dann kannst du nichts nachrechnen und eine Mindestangabe fehlt.

  • Schlüssel ohne Erklärung

    Statt „70 von 560 m²“ steht nur ein Faktor wie „0,125“ oder ein Kürzel. Ist er nicht verständlich, fehlt die Erläuterung.

  • Falsche Werte für deine Wohnung

    Zu große Wohnfläche, zu viele Personen oder ein falscher Zählerstand. Ein Wert, und alle betroffenen Zeilen sind zu hoch.

  • Nicht umlagefähige Posten

    Verwaltung, Kontoführung, Reparaturen oder seit Juli 2024 noch Kabelgebühren stehen in der Abrechnung.

  • Kostenart nicht vereinbart

    Eine Position steht nicht im Mietvertrag, etwa sonstige Betriebskosten, die dort nicht einzeln genannt sind.

  • Vorauszahlungen falsch

    Es werden Soll-Beträge statt der gezahlten angesetzt, oder ein Monat fehlt. Die Nachzahlung ist dann um genau diesen Betrag zu hoch.

Sieht deine Abrechnung anders aus als dieses Beispiel?

Das ist normal, jede Abrechnung ist anders aufgebaut. Ob die Gesamtkosten stimmen, Posten doppelt auftauchen oder der Schlüssel zum Mietvertrag passt, zeigt sich oft erst mit Mietvertrag und Rechnungen. Im Vorab-Check siehst du in 2 Minuten, ob sich eine Prüfung lohnt.

So prüfst du deine Abrechnung mit diesem Beispiel

  1. 1

    Kopf und Zeiträume prüfen

    Stimmen Wohnung, Abrechnungszeitraum und dein Nutzungszeitraum? Ist der Zeitraum nicht länger als zwölf Monate? Kam die Abrechnung rechtzeitig?

  2. 2

    Kostenarten mit dem Mietvertrag abgleichen

    Streiche jede Position an, die im Vertrag steht. Was übrig bleibt, musst du grundsätzlich nicht zahlen.

  3. 3

    Gesamtkosten mit dem Vorjahr vergleichen

    Leg die Abrechnung des Vorjahres daneben. Große Sprünge notierst du für die Belegeinsicht.

  4. 4

    Deine Werte kontrollieren

    Wohnfläche laut Mietvertrag, Personenzahl, Zählerstände. Ein falscher Wert verfälscht viele Zeilen auf einmal.

  5. 5

    Zwei Zeilen nachrechnen

    Gesamtkosten × deine Einheiten ÷ alle Einheiten. Weicht das Ergebnis ab, frag nach dem Rechenweg.

  6. 6

    Vorauszahlungen abgleichen

    Summe der Kontoauszüge für den Zeitraum gegen den Betrag in der Abrechnung.

  7. 7

    Heizkostenabrechnung ansehen

    Prozentsatz nach Verbrauch zwischen 50 und 70, Ablesewerte plausibel, Kosten des Messdienstes nicht doppelt.

Was du tun kannst, wenn etwas nicht stimmt

Belege ansehen. Du hast ein Recht, die Rechnungen und Verträge hinter der Abrechnung zu sehen. Der Vermieter darf sie auch elektronisch bereitstellen:

„Der Vermieter hat dem Mieter auf Verlangen Einsicht in die der Abrechnung zugrundeliegenden Belege zu gewähren. Der Vermieter ist berechtigt, die Belege elektronisch bereitzustellen.“
§ 556 Abs. 4 BGB

Widersprechen. Einwendungen musst du dem Vermieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung mitteilen (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB). Nenne die Position und den Grund. Den unstreitigen Teil einer Nachzahlung solltest du zahlen.

Prüfen lassen. Die Abrechnung allein zeigt einen Fehler oft nicht. Man braucht den Mietvertrag, die Rechnungen und Erfahrung damit, wo Vermieter typischerweise danebenliegen. Genau das prüfen wir.

Prüfung durch nebify

Lass deine Abrechnung prüfen, bevor du zahlst

Ein Beispiel zeigt, wie eine Abrechnung aussehen sollte. Ob deine stimmt, entscheidet sich an Details: am Mietvertrag, an den Rechnungen und an der Rechtsprechung zu jeder einzelnen Kostenart. Wir gehen deine Abrechnung genau so Zeile für Zeile durch und sagen dir, welche Beträge du beanstanden kannst.

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Häufige Fragen zur Beispielabrechnung

Wie sieht eine Nebenkostenabrechnung aus?
Sie beginnt mit dem Abrechnungszeitraum und deiner Wohnung. Dann folgt eine Liste der Kostenarten mit den Gesamtkosten des Hauses, dem Verteilerschlüssel und deinem Anteil. Am Ende werden deine Vorauszahlungen abgezogen, und es ergibt sich eine Nachzahlung oder ein Guthaben. Heizung und Warmwasser stehen meist auf einer eigenen Abrechnung des Messdienstes.
Was muss in einer Nebenkostenabrechnung stehen?
Der Bundesgerichtshof nennt vier Mindestangaben: eine Zusammenstellung der Gesamtkosten, die Angabe und, soweit nötig, Erläuterung der Verteilerschlüssel, die Berechnung deines Anteils und den Abzug deiner Vorauszahlungen (Urteil vom 20.01.2016, VIII ZR 93/15). Dazu gehört ein Abrechnungszeitraum, der jährlich ist (§ 556 Abs. 3 S. 1 BGB).
Wie berechne ich meinen Anteil an den Nebenkosten?
Gesamtkosten der Kostenart mal deine Einheiten geteilt durch alle Einheiten. Bei einer Verteilung nach Wohnfläche ist das zum Beispiel 2.083,20 € × 70 m² ÷ 560 m² = 260,40 €. Bei Personen oder Verbrauch rechnest du genauso, nur mit Köpfen oder Kubikmetern.
Was bedeuten Gesamtkosten in der Nebenkostenabrechnung?
Gesamtkosten sind die Kosten einer Kostenart für die ganze Abrechnungseinheit, etwa die Grundsteuer für das Haus. Laut BGH genügt es, wenn der Vermieter den Betrag angibt, den er auf die Mieter der Abrechnungseinheit umlegt, auch wenn er vorher nicht umlagefähige Anteile abgezogen hat (VIII ZR 93/15). Wie er gerechnet hat, kannst du über die Belegeinsicht prüfen.
Ist eine Nebenkostenabrechnung ohne Verteilerschlüssel gültig?
Der Verteilerschlüssel gehört zu den vier Mindestangaben, die der Bundesgerichtshof verlangt. Fehlt er oder ist er unverständlich, ist die Abrechnung insoweit formell angreifbar. Ob sie dadurch ganz oder nur bei einzelnen Positionen unwirksam ist, hängt vom Einzelfall ab.
Gibt es ein offizielles Muster für die Nebenkostenabrechnung?
Nein. Das Gesetz schreibt keine Form vor. Es gibt nur die Liste der Kostenarten in § 2 der Betriebskostenverordnung und die Mindestangaben aus der Rechtsprechung. Unser Beispiel zeigt, wie eine vollständige Abrechnung mit diesen Angaben aussehen kann.
Warum kommt die Heizkostenabrechnung extra?
Heizung und Warmwasser müssen nach der Heizkostenverordnung überwiegend nach Verbrauch verteilt werden, zu 50 bis 70 Prozent (§§ 7, 8 HeizkostenV). Die Werte der Heizkostenverteiler und Warmwasserzähler wertet meist ein Messdienst aus. Sein Ergebnis übernimmt der Vermieter als eine Zeile in die Betriebskostenabrechnung.
Wie lange habe ich Zeit, die Abrechnung zu prüfen?
Einwendungen musst du dem Vermieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung mitteilen (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB). Die Frist gilt auch, wenn du die Nachzahlung schon bezahlt hast.

Hält deine Abrechnung dem Vergleich mit dem Beispiel stand?

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.

Quellen: § 1 BetrKV · § 2 BetrKV · § 556 BGB · § 556a BGB · § 7 HeizkostenV · § 12 HeizkostenV · DMB: Alle Betriebskostenarten im Überblick (2024); BGH, Urteile vom 20.01.2016 (VIII ZR 93/15), 07.04.2004 (VIII ZR 167/03) und 06.07.2011 (VIII ZR 340/10).