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Mülltonnen mit gelbem und blauem Deckel vor einem Wohnhaus

Prüfwissen

Rechtsstand und Gebühren: Oktober 2026

Müllgebühren in der Nebenkostenabrechnung: Was du zahlen musst

Die Müllabfuhr steht in fast jeder Nebenkostenabrechnung. Meist ist die Position unauffällig – bis eine Entrümpelung, ein Container oder ein neuer Dienstleister darin auftaucht. Hier erfährst du, welche Müllkosten dein Vermieter umlegen darf, wie sie verteilt werden, was in deiner Stadt üblich ist und wie du die Position Schritt für Schritt prüfst.

Phil und Johann, die Gründer von nebify

Von Phil & Johann, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 02.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Umlagefähig sind die laufenden Kosten der Müllbeseitigung: Gebühren der Müllabfuhr, vergleichbare private Entsorgung und der Betrieb von Müllschluckern, Müllschleusen oder Mengenerfassung (§ 2 Nr. 8 BetrKV).
  • Sperrmüll zählt nur, wenn er laufend anfällt, etwa weil immer wieder Müll auf Gemeinschaftsflächen abgestellt wird. Eine einmalige Entrümpelung gehört nicht in die Abrechnung.
  • Verteilt wird nach dem Schlüssel im Mietvertrag, sonst nach Wohnfläche. Wird die Müllmenge je Haushalt erfasst, muss nach Verursachung verteilt werden.
  • Laut Deutschem Mieterbund kostete die Müllbeseitigung im Abrechnungsjahr 2024 im Schnitt 0,16 € pro m² und Monat, die Straßenreinigung 0,04 €.
  • Die Gebühren unterscheiden sich stark: Eine 120-Liter-Restmülltonne kostet in unseren 55 Städten zwischen 101,15 € und 462,24 € im Jahr.
Inhalt
  1. 1. Kurz beantwortet: Welche Müllkosten zahlst du?
  2. 2. Was zur Müllbeseitigung gehört
  3. 3. Sperrmüll, Entrümpelung, Müllschleuse: typische Fehler
  4. 4. Straßenreinigung
  5. 5. Wie die Müllkosten verteilt werden
  6. 6. Was ist üblich? Müllkosten in 55 Städten
  7. 7. So prüfst du die Müllposition
  8. 8. Fall aus unserer Praxis
  9. 9. Häufige Fragen

Welche Müllgebühren musst du als Mieter zahlen?

Du zahlst die laufenden Kosten der Müllbeseitigung, wenn dein Mietvertrag die Umlage der Betriebskosten vorsieht. Das sind vor allem die Gebühren, die die Stadt oder der Entsorger für die Mülltonnen des Hauses verlangt, dazu private Entsorgung und der Betrieb von Anlagen wie Müllschleusen. Nicht zahlen musst du für einmalige Aktionen wie eine Entrümpelung, für Bauschutt nach einer Renovierung oder für den Kauf neuer Tonnen. Welchen Anteil du trägst, hängt vom Verteilerschlüssel ab: meist Personenzahl oder Wohnfläche, bei erfasster Müllmenge die Verursachung.

Ob eine Position überhaupt umlagefähig ist, kannst du für über 60 typische Bezeichnungen mit unserem Checker auf der Seite zu umlagefähigen Nebenkosten nachschlagen.

Was zur Müllbeseitigung gehört (§ 2 Nr. 8 BetrKV)

Welche Kosten Betriebskosten sind, regelt die Betriebskostenverordnung abschließend. Müll und Straßenreinigung stehen dort gemeinsam unter Nummer 8. Zu den Kosten der Müllbeseitigung gehören nach dem Wortlaut „namentlich“:

„die für die Müllabfuhr zu entrichtenden Gebühren, die Kosten entsprechender nicht öffentlicher Maßnahmen, die Kosten des Betriebs von Müllkompressoren, Müllschluckern, Müllabsauganlagen sowie des Betriebs von Müllmengenerfassungsanlagen einschließlich der Kosten der Berechnung und Aufteilung“§ 2 Nr. 8 BetrKV

Das Wort „namentlich“ zeigt: Die Liste ist nicht abschließend. Entscheidend ist, dass es sich um Kosten handelt, die dem Eigentümer laufend entstehen (§ 1 Abs. 1 BetrKV, § 556 Abs. 1 BGB). Laufend heißt nicht zwingend jährlich, aber wiederkehrend.

Gehört dazu

  • Gebühren der Stadt oder des Entsorgers für Restmüll, Bio-, Papier- oder Wertstofftonnen
  • Private Entsorgung als „entsprechende nicht öffentliche Maßnahme“
  • Betrieb von Müllschluckern, Müllkompressoren und Müllabsauganlagen
  • Betrieb einer Müllschleuse oder anderen Mengenerfassung samt Berechnung und Aufteilung
  • Sperrmüll, der laufend anfällt, und die Beseitigung von Müll, den Mieter oder Dritte auf Gemeinschaftsflächen abstellen

Gehört nicht dazu

  • Eine einmalige Entrümpelung, etwa des Kellers nach einem Auszug
  • Container für Bauschutt nach Umbau oder Modernisierung
  • Kauf neuer Mülltonnen, einer Müllschleuse oder einer Müllpresse
  • Reparaturen an Müllschluckern, Schleusen oder dem Müllplatz
  • Arbeiten, die schon über den Hauswart abgerechnet werden

Zum letzten Punkt: Stellt der Hauswart die Tonnen an die Straße oder hält er den Müllplatz sauber, gehören diese Arbeiten zu seinen Kosten. Für dieselben Arbeiten darf dann nicht zusätzlich ein Dienstleister unter Müllbeseitigung auftauchen (§ 2 Nr. 14 BetrKV). Und für alles gilt das Wirtschaftlichkeitsgebot (§ 556 Abs. 3 S. 1 BGB): Sind die Tonnen dauerhaft viel größer bestellt oder öfter geleert, als das Haus braucht, kannst du das ansprechen.

Sperrmüll, Entrümpelung, Müllschleuse: die typischen Fehler

Die meisten Fehler in der Müllposition entstehen nicht bei den Gebühren selbst, sondern bei Kosten, die zusätzlich hineingerechnet werden. Diese Konstellationen solltest du kennen:

Sperrmüll: umlagefähig, wenn er laufend anfällt

Der Bundesgerichtshof hat Sperrmüllkosten als umlagefähige Kosten der Müllbeseitigung angesehen, weil Mieter immer wieder unberechtigt Müll auf Gemeinschaftsflächen abgestellt hatten. Die Kosten entstanden zwar nicht jährlich, aber doch laufend. Auch Müll, den Dritte auf den Gemeinschaftsflächen ablegen, gehört danach zu den umlagefähigen Kosten (Urteil vom 13.01.2010, VIII ZR 137/09).

2016 hat der BGH das bestätigt: Zur ordnungsgemäßen Bewirtschaftung eines Grundstücks gehört auch, Verunreinigungen zu beseitigen, die Mieter oder Dritte verursacht haben (Urteil vom 10.02.2016, VIII ZR 33/15).

Entrümpelung: einmalig heißt nicht umlagefähig

Anders liegt es bei einer einmaligen Räumung, etwa wenn nach dem Auszug eines Mieters der Keller oder Dachboden ausgeräumt wird. Das ist ein einzelnes Ereignis und keine laufend entstehende Kostenart, auch wenn derselbe Entsorger die Rechnung stellt. Hat ein bestimmter Mieter den Müll zurückgelassen, ist er als Verursacher der richtige Ansprechpartner für den Vermieter, nicht die übrige Hausgemeinschaft.

Bauschutt und Container nach Modernisierung

Der Deutsche Mieterbund stellt klar: Keine Kosten der Müllbeseitigung sind es, wenn Container aufgestellt werden, um nach Umbau- oder Modernisierungsarbeiten Bauschutt abzufahren. Solche Kosten gehören zur Baumaßnahme des Vermieters.

Müllschleuse und Müllmanagement

Den Betrieb einer Müllmengenerfassungsanlage einschließlich der Berechnung und Aufteilung nennt die Verordnung ausdrücklich. Die Anschaffung der Anlage ist dagegen nie umlagefähig. Ob Miete oder Leasing einer Müllschleuse umgelegt werden dürfen, ist nicht abschließend geklärt. Bei Rauchwarnmeldern hat der BGH die Miete den nicht umlagefähigen Anschaffungskosten gleichgestellt (Urteil vom 11.05.2022, VIII ZR 379/20). Ob sich das auf Müllschleusen übertragen lässt, hat er nicht entschieden.

Manche Vermieter beauftragen außerdem Firmen, die Abfall nachsortieren, Tonnen bereitstellen oder das Volumen optimieren. Ob und in welchem Umfang solche Kosten als „entsprechende nicht öffentliche Maßnahmen“ umgelegt werden dürfen, wird unterschiedlich beurteilt. Frag nach, was der Dienstleister genau macht und ob seine Kosten in einem vernünftigen Verhältnis zu dem stehen, was er bei den Gebühren einspart.

Gewerbe im Haus

Ein Restaurant oder Laden im Erdgeschoss kann deutlich mehr Müll verursachen als die Wohnungen. Ohne besondere Vereinbarung muss der Vermieter die Gewerbekosten aber nur dann vorab herausrechnen, wenn sie zu einer ins Gewicht fallenden Mehrbelastung der Wohnungsmieter führen (BGH, Urteil vom 08.03.2006, VIII ZR 78/05). Hast du den Eindruck, dass das Gewerbe einen großen Teil der Tonnen füllt, frag nach, wie die Kosten aufgeteilt wurden.

Straßenreinigung: der zweite Teil von Nummer 8

Zur Straßenreinigung gehören nach § 2 Nr. 8 BetrKV „die für die öffentliche Straßenreinigung zu entrichtenden Gebühren und die Kosten entsprechender nicht öffentlicher Maßnahmen“. Das ist zum einen die Gebühr, die die Gemeinde für das Reinigen der Straße vor dem Grundstück erhebt. Zum anderen können es Kosten einer Firma sein, die den Gehweg reinigt, wenn diese Pflicht auf das Grundstück übertragen ist.

Der Winterdienst wird meist der Straßenreinigung zugeordnet. Erledigt ihn der Hauswart, laufen die Kosten über dessen Position und dürfen dann nicht noch einmal unter Straßenreinigung oder als eigener Posten auftauchen. Im Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds lag die Straßenreinigung im Abrechnungsjahr 2024 bei durchschnittlich 0,04 € pro Quadratmeter und Monat, für eine 80-m²-Wohnung also bei rund 38,40 € im Jahr.

Wie die Gemeinde die Gebühr berechnet, steht in ihrer Straßenreinigungssatzung. Ein Blick in den Gebührenbescheid zeigt, ob der Betrag in der Abrechnung zum Bescheid für dein Grundstück passt.

Wie die Müllkosten verteilt werden

Welchen Anteil der Hauskosten du trägst, bestimmt der Verteilerschlüssel. Maßgeblich ist zuerst, was in deinem Mietvertrag steht. Erst wenn dort nichts vereinbart ist, greift das Gesetz.

Personenzahl

Bei Müll häufig vereinbart, weil mehr Menschen meist mehr Abfall erzeugen. Prüfe, ob die Personenzahl deines Haushalts stimmt und ob Ein- und Auszüge im Laufe des Jahres berücksichtigt sind.

Wohnfläche

Gilt, wenn der Mietvertrag nichts anderes vorsieht (§ 556a Abs. 1 S. 1 BGB). Prüfe deine Wohnfläche und die Gesamtfläche des Hauses in der Abrechnung.

Verursachung

Wird die Müllmenge je Haushalt erfasst, etwa über eine Müllschleuse mit Chip, muss der Schlüssel die unterschiedliche Verursachung berücksichtigen (§ 556a Abs. 1 S. 2 BGB).

  • Ist im Mietvertrag ein anderer Schlüssel vereinbart, darf der Vermieter trotzdem auf eine Verteilung nach erfasster Verursachung umstellen. Das muss er vor Beginn eines Abrechnungszeitraums in Textform erklären (§ 556a Abs. 2 BGB).
  • Bei einer vermieteten Eigentumswohnung gilt ohne Vereinbarung der Schlüssel der Eigentümergemeinschaft, es sei denn, er widerspricht billigem Ermessen (§ 556a Abs. 3 BGB).
  • Leerstehende Wohnungen dürfen nicht einfach herausfallen: Den Kostenanteil für Leerstand trägt grundsätzlich der Vermieter, nicht die übrigen Mieter.

Was ist üblich? Müllkosten im Vergleich

Für einen ersten Abgleich eignet sich der Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds. Er beruht auf tausenden Abrechnungen mit rund 12,4 Millionen Quadratmetern Wohnfläche. Für das Abrechnungsjahr 2024 nennt er diese Durchschnittswerte:

Müllbeseitigung

0,16 €

pro m² und Monat · 80 m²: rund 153,60 € im Jahr

Straßenreinigung

0,04 €

pro m² und Monat · 80 m²: rund 38,40 € im Jahr

Der Mieterbund betont selbst, dass sich mit diesen Werten keine verbindliche Prüfung durchführen lässt. Liegt deine Position deutlich darüber, ist das aber ein guter Anlass, genauer hinzusehen. Ein wichtiger Grund für Unterschiede sind die Gebühren vor Ort, und die gehen weit auseinander.

Müllgebühren in 55 Städten

Wir haben für die 55 größten Städte, für die wir lokale Seiten haben, die Gebühren aus den Satzungen und Gebührenblättern der Kommunen zusammengetragen. Verglichen wird immer dieselbe Leistung: die Jahreskosten eines Haushalts für eine 120-Liter-Restmülltonne bei 14-täglicher Leerung, einschließlich pflichtiger Grundgebühren.

Günstigste

101,15 €

Chemnitz

Median

262,08 €

55 Städte

Teuerste

462,24 €

Karlsruhe

Jahresgebühr für eine 120-Liter-Restmülltonne bei 14-täglicher Leerung in 55 Städten
#Stadt€ pro Jahrggü. MedianQuelle
1Karlsruhe462,24+76 %Satzung
2Darmstadt400,27+53 %Satzung
3Mannheim392,40+50 %Satzung
4Erlangen390,12+49 %Satzung
5Ingolstadt355,68+36 %Satzung
6Bochum352,80+35 %Satzung
7Augsburg337,44+29 %Satzung
8Hannover332,40+27 %Satzung
9Bremen330,92+26 %Satzung
10Köln322,99+23 %Satzung
11Freiburg314,25+20 %Satzung
12Mönchengladbach312,90+19 %Satzung
13Düsseldorf309,52+18 %Satzung
14Dresden307,50+17 %Satzung
15Erfurt305,20+16 %Satzung
16Münster303,60+16 %Satzung
17Stuttgart303,00+16 %Satzung
18Dortmund301,06+15 %Satzung
19Würzburg292,56+12 %Satzung
20Reutlingen291,39+11 %Satzung
21Lübeck275,76+5 %Satzung
22Trier275,50+5 %Satzung
23Bonn274,53+5 %Satzung
24Wuppertal273,58+4 %Satzung
25Kassel272,16+4 %Satzung
26Duisburg269,48+3 %Satzung
27Krefeld267,48+2 %Satzung
28Hamburg262,08±0 %Satzung
29Wiesbaden260,70−1 %Satzung
30Heidelberg259,70−1 %Satzung
31Heilbronn259,40−1 %Satzung
32Aachen248,41−5 %Satzung
33Ulm246,64−6 %Satzung
34Leipzig246,44−6 %Satzung
35Mainz245,63−6 %Satzung
36Oldenburg237,80−9 %Satzung
37München230,88−12 %Satzung
38Osnabrück226,11−14 %Satzung
39Gelsenkirchen218,60−17 %Satzung
40Göttingen218,40−17 %Satzung
41Halle (Saale)205,20−22 %Satzung
42Essen204,60−22 %Satzung
43Saarbrücken201,48−23 %Satzung
44Braunschweig201,00−23 %Satzung
45Berlin200,36−24 %Satzung
46Rostock195,92−25 %Satzung
47Nürnberg185,48−29 %Satzung
48Frankfurt am Main183,96−30 %Satzung
49Regensburg176,76−33 %Satzung
50Wolfsburg175,74−33 %Satzung
51Magdeburg164,16−37 %Satzung
52Kiel157,68−40 %Satzung
53Potsdam150,30−43 %Satzung
54Bielefeld148,44−43 %Satzung
55Chemnitz101,15−61 %Satzung

Stand 2025/2026, Recherche aus amtlichen Quellen der Kommunen und Entsorger. Wo Gebühren von der Personenzahl abhängen, haben wir einen 2-Personen-Haushalt angesetzt. In manchen Städten sind Bio- und Papiertonne oder Sperrmüll in der Gebühr enthalten, in anderen werden sie extra berechnet; in einzelnen Städten hängt die Gebühr vom Gewicht oder von der Zahl der Leerungen ab. Die Tabelle zeigt deshalb das Gebührenniveau, nicht deinen Anteil: In Mehrfamilienhäusern teilen sich viele Haushalte größere Behälter.

So prüfst du die Müllposition

Du brauchst die Abrechnung, deinen Mietvertrag und am besten die Abrechnung des Vorjahres. Geh die Schritte der Reihe nach durch und notiere dir alles, was du nicht nachvollziehen kannst.

  1. 1

    Mit dem Vorjahr vergleichen

    Wie stark sind die Gesamtkosten des Hauses für Müll gestiegen, in Euro und in Prozent? Gebührenerhöhungen der Stadt sind normal, ein Sprung um ein Mehrfaches eher nicht.

  2. 2

    Gebührenbescheid und Rechnungen anfordern

    Du hast das Recht, die Belege einzusehen, die der Abrechnung zugrunde liegen. Der Vermieter darf sie auch elektronisch bereitstellen (§ 556 Abs. 4 BGB). Fordere den Gebührenbescheid des Entsorgers und alle weiteren Rechnungen zur Müllposition an.

  3. 3

    Rechnungen auf einmalige Posten durchsehen

    Stichworte wie Entrümpelung, Räumung, Container, Bauschutt oder Sonderabfuhr deuten auf Kosten hin, die nicht umlagefähig sind. Sperrmüll ist nur in Ordnung, wenn er regelmäßig anfällt.

  4. 4

    Verteilerschlüssel und Personenzahl prüfen

    Stimmt der Schlüssel mit dem Mietvertrag überein? Stimmt deine Personenzahl, deine Fläche, die Gesamtzahl im Haus? Sind Leerstand und Gewerbe richtig behandelt?

  5. 5

    Doppelte Posten ausschließen

    Tonnen-Service, Müllplatzreinigung oder Winterdienst dürfen nicht gleichzeitig beim Hauswart und unter Müll oder Straßenreinigung stehen.

  6. 6

    Frist im Blick behalten

    Einwendungen musst du deinem Vermieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung mitteilen (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB), am besten schriftlich und mit Begründung.

Fall aus unserer Praxis: Entrümpelung als Müllbeseitigung abgerechnet

Wie das in einer echten Abrechnung aussieht, zeigt eine Prüfung aus unserer Praxis. Die Müllbeseitigung lag deutlich über dem Vorjahr, weil der Vermieter nach dem Auszug eines Mieters den Keller räumen ließ und die Kosten auf alle Mieter verteilte. Die laufenden Gebühren blieben in der Abrechnung, die einmalige Räumung wurde gestrichen.

Geprüfte Abrechnung · Nürnberg · 2025

Eine einmalige Entrümpelung, abgerechnet wie Müllbeseitigung

Nach dem Auszug eines Mieters ließ der Vermieter den Keller räumen und legte die Kosten auf alle um. Einmalige Aktionen sind keine laufenden Betriebskosten.

Nachzahlung laut Vermieter
402,80 €
Nach Prüfung
328,80 €
Weniger Nachzahlung
74,00 €
Ganzen Fall ansehen

Häufige Fragen zu Müllgebühren in der Nebenkostenabrechnung

Darf der Vermieter Müllgebühren auf Mieter umlegen?
Ja, wenn dein Mietvertrag vorsieht, dass du die Betriebskosten trägst. Die Kosten der Müllbeseitigung gehören nach § 2 Nr. 8 BetrKV zu den umlagefähigen Betriebskosten. Dazu zählen vor allem die Gebühren für die Müllabfuhr, vergleichbare private Entsorgung und der Betrieb von Müllschluckern, Müllschleusen oder Anlagen zur Erfassung der Müllmengen. Einmalige Kosten wie eine Entrümpelung gehören nicht dazu.
Muss ich Sperrmüll in der Nebenkostenabrechnung bezahlen?
Nur, wenn er laufend anfällt. Der Bundesgerichtshof hat Sperrmüllkosten als umlagefähig angesehen, weil Mieter immer wieder Müll auf Gemeinschaftsflächen abgestellt hatten. Die Kosten entstanden nicht jährlich, aber wiederkehrend (Urteil vom 13.01.2010, VIII ZR 137/09). Eine einmalige Räumung, etwa des Kellers nach einem Auszug, ist dagegen keine laufende Betriebskostenart.
Wird Müll nach Personen oder nach Fläche abgerechnet?
Das entscheidet in erster Linie dein Mietvertrag. Häufig ist für Müll die Personenzahl vereinbart. Steht im Vertrag nichts, wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 S. 1 BGB). Wird die Müllmenge je Haushalt erfasst, etwa über eine Müllschleuse mit Chip, müssen die Kosten nach einem Maßstab verteilt werden, der die unterschiedliche Verursachung berücksichtigt (§ 556a Abs. 1 S. 2 BGB).
Wie hoch sind Müllgebühren in der Nebenkostenabrechnung üblicherweise?
Laut Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds lagen die Kosten der Müllbeseitigung im Abrechnungsjahr 2024 im Schnitt bei 0,16 € pro Quadratmeter und Monat. Für eine 80-m²-Wohnung sind das rund 153,60 € im Jahr. Wie hoch die Gebühren vor Ort sind, unterscheidet sich stark: Eine 120-Liter-Restmülltonne mit 14-täglicher Leerung kostet in den 55 Städten unseres Vergleichs zwischen 101,15 € und 462,24 € im Jahr.
Darf der Vermieter eine Müllschleuse oder ein Müllmanagement abrechnen?
Den Betrieb einer Müllmengenerfassungsanlage einschließlich der Kosten der Berechnung und Aufteilung nennt § 2 Nr. 8 BetrKV ausdrücklich. Die Anschaffung der Anlage ist dagegen nicht umlagefähig. Ob auch Miete oder Leasing einer Schleuse und die Kosten eines externen Müllmanagements umgelegt werden dürfen, wird unterschiedlich beurteilt. Frag nach, was der Dienstleister konkret leistet und ob die Kosten in einem vernünftigen Verhältnis zur Ersparnis bei den Gebühren stehen.
Gehört die Straßenreinigung zu den Nebenkosten?
Ja. § 2 Nr. 8 BetrKV fasst Straßenreinigung und Müllbeseitigung zusammen. Umlagefähig sind die Gebühren für die öffentliche Straßenreinigung und die Kosten entsprechender nicht öffentlicher Maßnahmen. Der Deutsche Mieterbund nennt für das Abrechnungsjahr 2024 einen Durchschnitt von 0,04 € pro Quadratmeter und Monat.
Was kann ich tun, wenn die Müllkosten stark gestiegen sind?
Vergleiche zuerst mit dem Vorjahr und fordere dann den Gebührenbescheid und die Rechnungen an. Du hast das Recht, die Belege einzusehen (§ 556 Abs. 4 BGB). Achte auf einmalige Posten wie Entrümpelung, Container oder Räumungen. Einwendungen musst du deinem Vermieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung mitteilen (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.