DuisburgStand Oktober 2026
Grundsteuer in Duisburg 2026: Was der neue Hebesatz für Mieter bedeutet
Duisburg hat die getrennten Hebesätze nach nur einem Jahr wieder abgeschafft. Für Wohnhäuser gilt 2026 ein Satz von 1.169 % statt 886 %. Hier siehst du, wie viel davon in deiner Nebenkostenabrechnung landen kann und wo Vermieter Fehler machen.

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.
Zuletzt aktualisiert am 29.10.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Der Hebesatz der Grundsteuer B in Duisburg beträgt 2026 einheitlich 1.169 % für alle Grundstücke.
- 2025 galten noch 886 % für Wohn- und 1.469 % für Nichtwohngrundstücke. Für reine Mietshäuser bedeutet der neue Satz rund 32 % mehr.
- Unter den 23 kreisfreien Städten in NRW verlangt für Wohnhäuser nur Hagen einen höheren Hebesatz.
- Als Mieter zahlst du die Grundsteuer über die Nebenkosten, wenn dein Mietvertrag das vorsieht (§ 2 Nr. 1 BetrKV).
- Die höhere Steuer erscheint erst in der Abrechnung für 2026, die du meist 2027 bekommst. Prüfe sie gegen den Bescheid des Hauses.
Kurz beantwortet
Der Hebesatz der Grundsteuer B in Duisburg liegt 2026 bei 1.169 %, einheitlich für Wohn- und Nichtwohngrundstücke. Der Rat hat das am 24.02.2026 beschlossen. Vorher galten getrennte Sätze: 886 % für Wohnhäuser und 1.469 % für Gewerbe. Für Mieter in reinen Wohnhäusern steigt die Grundsteuer damit um rund ein Drittel, solange der Messbetrag des Finanzamts gleich bleibt. Dein Vermieter darf sie über die Nebenkosten umlegen, wenn der Mietvertrag das vorsieht. Der höhere Betrag taucht erst in der Abrechnung für 2026 auf.
- Hebesatz Grundsteuer B 2026, einheitlich für alle Grundstücke
- 1.169 %
- Anstieg für Wohngrundstücke gegenüber 2025 (886 %)
- +32 %
- aufkommensneutraler Hebesatz, den das Land für Duisburg errechnet hatte
- 1.068 %
Hebesätze der Grundsteuer B in Duisburg
| Grundstücksart | 2025 | 2026 |
|---|---|---|
| Wohngrundstücke | 886 % | 1.169 % |
| Nichtwohngrundstücke (auch gemischt genutzte) | 1.469 % | 1.169 % |
| Aufkommensneutral laut Land (einheitlich) | 1.068 % | – |
| Art der Hebesätze | getrennt | einheitlich |
Der Hebesatz ist der Hundertsatz, mit dem die Stadt den Grundsteuermessbetrag des Finanzamts vervielfacht (§ 25 Abs. 1 GrStG). Der aufkommensneutrale Satz ist ein Rechenwert des Landes NRW. Mit ihm hätte Duisburg nach der Reform etwa so viel eingenommen wie vorher. Stand der Zahlen: Juli 2026.
Quelle: Stadt Duisburg: Grundsteuer · Bund der Steuerzahler NRW: Grundsteuer-B-Hebesätze 2026 (Kreisvergleich) · Bund der Steuerzahler NRW: Realsteuerhebesätze 2025
Grundsteuer Duisburg im Vergleich mit anderen NRW-Großstädten
Für Wohnhäuser hat Duisburg 2026 einen der höchsten Hebesätze in Nordrhein-Westfalen. Unter den 23 kreisfreien Städten liegt nur Hagen mit 1.176 % noch darüber. Düsseldorf am anderen Ende verlangt 374 %, also weniger als ein Drittel.
Der Hebesatz allein sagt aber nicht, was dein Haus zahlt. Entscheidend ist auch der Messbetrag, den das Finanzamt nach der Reform neu festgesetzt hat. Der Abstand zwischen zwei Häusern in verschiedenen Städten ist deshalb nicht einfach das Verhältnis der Hebesätze. Innerhalb von Duisburg dagegen gilt für alle derselbe Satz, egal ob Wohnhaus, Laden oder Büro.
| Stadt | Hebesatz 2026 |
|---|---|
| Hagen | 1.176 % |
| Duisburg | 1.169 % |
| Remscheid | 1.058 % |
| Gelsenkirchen | 980 % |
| Essen | 925 % |
| Oberhausen | 922 % |
| Dortmund | 800 % |
| Köln | 550 % |
| Düsseldorf | 374 % |
Einheitlicher Hebesatz der Grundsteuer B 2026 laut Erhebung des Bundes der Steuerzahler NRW, Redaktionsschluss 10.07.2026.
Quelle: Bund der Steuerzahler NRW: Grundsteuer-B-Hebesätze 2026 (Kreisvergleich)
Rechenbeispiel: Was die Duisburger Grundsteuer dich als Mieter kostet
Das folgende Haus ist ausgedacht und dient nur der Orientierung. Den echten Messbetrag deines Hauses findest du im Grundsteuerbescheid, den du bei der Belegeinsicht verlangen kannst.
Annahmen für das Beispiel
- Mietshaus in Duisburg mit 12 Wohnungen und 840 m² Wohnfläche, kein Laden im Haus
- angenommener Grundsteuermessbetrag des Finanzamts: 120 €
- deine Wohnung: 70 m², Verteilung nach Wohnfläche
- der Messbetrag bleibt 2025 und 2026 gleich
| Grundsteuer 2025 für das Haus: 120 € × 886 % | 1.063,20 € |
|---|---|
| Grundsteuer 2026 für das Haus: 120 € × 1.169 % | 1.402,80 € |
| Dein Anteil 2025: 1.063,20 € × 70 m² / 840 m² | 88,60 € |
| Dein Anteil 2026: 1.402,80 € × 70 m² / 840 m² | 116,90 € |
| Mehrkosten für dich im Jahr | 28,30 € |
| Grundsteuer 2026 für dich pro Monat | 9,74 € |
In diesem Beispiel zahlst du 2026 rund 28 € mehr im Jahr als 2025, also gut 2 € im Monat. Das ist ärgerlich, aber erklärbar. Springt die Grundsteuer in deiner Abrechnung deutlich stärker, liegt es am Messbetrag, an der Verteilung oder an einem Fehler.
Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.
Warum Duisburg 2026 wieder einen einheitlichen Hebesatz hat
Mit der Grundsteuerreform durften Städte in NRW ab 2025 getrennte Hebesätze festlegen. Duisburg folgte Ende 2024 der Empfehlung des Landes: 886 % für Wohngrundstücke, 1.469 % für Nichtwohngrundstücke. So sollten Wohnungen nicht stärker belastet werden als vor der Reform.
Dann kamen die Gerichte. Verwaltungsgerichte in NRW haben Grundsteuerbescheide aufgehoben, die auf getrennten Hebesätzen beruhten. Die Stadt Duisburg nennt das auf ihrer Website als Hintergrund. Um kein Risiko für den Haushalt einzugehen, beschloss der Rat am 24.02.2026 einen einheitlichen Satz von 1.169 %.
Für Wohnhäuser ist das eine deutliche Erhöhung, für Gewerbe eine Entlastung. Der neue Satz liegt außerdem 101 Punkte über dem aufkommensneutralen Wert von 1.068 %, den das Land für eine einheitliche Lösung errechnet hatte. Die Stadt nimmt damit insgesamt mehr Grundsteuer ein, als ohne Reform zu erwarten war. Für dich als Mieter zählt am Ende, was im Bescheid deines Hauses steht.
Ab wann die höhere Grundsteuer in deiner Abrechnung steht
Die Nebenkostenabrechnung folgt dem Jahr, für das die Kosten anfallen. Die Grundsteuer für 2026 gehört in die Abrechnung über 2026. Dein Vermieter muss sie dir spätestens bis Ende 2027 zuschicken (§ 556 Abs. 3 S. 2 BGB).
In der Abrechnung für 2025 darf deshalb bei einem Wohnhaus noch der alte Satz von 886 % stecken. Taucht dort schon ein Betrag nach 1.169 % auf, hat der Vermieter vermutlich das falsche Jahr angesetzt. Maßgeblich ist das Steuerjahr, nicht der Tag der Zahlung.
Wichtig sind auch deine Vorauszahlungen. Viele Vermieter haben sie für 2026 nicht angehoben. Dann wird die Mehrbelastung erst in der Abrechnung als Nachzahlung sichtbar. Das ist kein Fehler, aber ein guter Anlass, den Betrag genau anzusehen.
Grundsteuer Duisburg: Mieter in Häusern mit Laden oder Praxis
2025 zahlten Häuser mit Gewerbe in Duisburg den hohen Nichtwohnsatz von 1.469 %. Nach dem NRW-Gesetz zählen auch gemischt genutzte Grundstücke zu den Nichtwohngrundstücken. Wohnungen über einem Laden trugen also den Gewerbesatz mit.
2026 gilt für alle Grundstücke 1.169 %. Für Mieter in solchen Häusern sinkt die Grundsteuer deshalb, wenn der Messbetrag gleich bleibt. Steigt sie in deiner Abrechnung 2026 trotzdem, solltest du nach dem Grund fragen.
Ob der Vermieter die Grundsteuer zwischen Laden und Wohnungen gesondert aufteilen muss, hängt vom Vertrag ab. Der Bundesgerichtshof hat 2017 für das alte Recht entschieden, dass dafür kein Vorwegabzug nötig ist (VIII ZR 79/16). Die Gewerbefläche muss aber in der Gesamtfläche mitzählen.
Hebesatz mal Messbetrag: so entsteht die Grundsteuer in Duisburg
Die Grundsteuer hat zwei Bausteine. Das Finanzamt setzt für jedes Grundstück einen Messbetrag fest. Die Stadt Duisburg vervielfacht ihn mit ihrem Hebesatz. Bei 1.169 % zahlt ein Haus also das 11,69-Fache seines Messbetrags im Jahr.
Seit der Reform 2025 beruht der Messbetrag auf neuen Grundsteuerwerten. Für viele Häuser hat er sich dadurch stark verändert, nach oben wie nach unten. Deshalb lässt sich aus dem Hebesatz allein nicht ablesen, ob deine Grundsteuer gestiegen ist.
Für die Prüfung brauchst du beide Zahlen. Den Hebesatz kennst du von dieser Seite, den Messbetrag zeigt der Bescheid. Ändert sich der Betrag in deiner Abrechnung, obwohl der Hebesatz gleich blieb, steckt meist ein neuer Messbescheid dahinter. Den kann der Vermieter dir ebenfalls vorlegen.
Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist
„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
Die Grundsteuer ist eine laufende öffentliche Last des Grundstücks und damit eine Betriebskostenart. Dein Vermieter darf sie aber nur umlegen, wenn dein Mietvertrag die Umlage der Betriebskosten vereinbart (§ 556 Abs. 1 BGB).
Verteilt wird nach Wohnfläche, wenn nichts anderes vereinbart ist (§ 556a Abs. 1 BGB). Umlegen darf er nur die Steuer, die die Stadt Duisburg für das Abrechnungsjahr und für dieses Grundstück festgesetzt hat.
Umlagefähig
- Grundsteuer B laut Bescheid der Stadt Duisburg für das Abrechnungsjahr
- der Anteil deiner Wohnung nach dem vereinbarten Schlüssel
- die Erhöhung durch den Hebesatz von 1.169 % ab 2026
- Nachberechnungen nach rückwirkender Festsetzung, wenn sich der Vermieter das vorbehalten hat
Nicht umlagefähig
- Säumniszuschläge oder Mahngebühren, weil der Vermieter zu spät gezahlt hat
- Grundsteuer für Grundstücke außerhalb der Abrechnungseinheit
- Grundsteuer für ein anderes Jahr als das Abrechnungsjahr
- Kosten für Einspruch, Gutachten oder Steuerberatung des Vermieters
- der Flächenanteil leer stehender Wohnungen
Typische Fehler in der Abrechnung
Altes und neues Jahr vermischt
Die Abrechnung 2025 enthält schon den Satz von 1.169 %, oder die Abrechnung 2026 noch den alten. Vergleiche den Betrag mit dem Bescheid für genau dieses Jahr.
Bescheid passt nicht zum Haus
Große Vermieter rechnen oft mehrere Häuser als Wirtschaftseinheit ab. Dann muss die Summe der Bescheide zu dieser Einheit passen. Ein Bescheid für ein Nachbargrundstück oder eine Garagenanlage hat in deiner Abrechnung nichts zu suchen.
Gewerbefläche fehlt
Im Haus gibt es einen Laden, die Grundsteuer wird aber nur auf die Wohnungen verteilt. Dann zahlen die Wohnungsmieter den Anteil des Gewerbes mit. Die Gesamtfläche muss die Ladenfläche enthalten.
Zuschläge mit abgerechnet
Hat der Vermieter die Grundsteuer zu spät gezahlt, fallen Säumniszuschläge an. Solche Beträge sind keine Grundsteuer im Sinne der Betriebskostenverordnung und gehören nicht in deine Abrechnung.
Falsche Flächen
Die Gesamtwohnfläche ist zu klein angesetzt oder deine Wohnfläche zu groß. Schon wenige Quadratmeter verschieben deinen Anteil. Vergleiche die Zahlen mit dem Mietvertrag und der Vorjahresabrechnung.
So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung
- 1
Position suchen
Finde in der Abrechnung die Zeile „Grundsteuer“ und notiere Gesamtbetrag, Verteilerschlüssel und deinen Anteil.
- 2
Vorjahr daneben legen
Liegt der Anstieg von 2025 auf 2026 bei etwa einem Drittel, passt das zum neuen Hebesatz. Ein viel größerer Sprung braucht eine Erklärung.
- 3
Bescheid anfordern
Verlange Einsicht in den Grundsteuerbescheid der Stadt Duisburg für das Abrechnungsjahr (§ 556 Abs. 4 BGB). Prüfe Jahr, Adresse und festgesetzten Betrag.
- 4
Hebesatz nachrechnen
Teile die Jahressteuer durch den Messbetrag. Für 2026 muss etwa 11,69 herauskommen, für ein Wohnhaus im Jahr 2025 etwa 8,86.
- 5
Flächen prüfen
Kontrolliere Gesamtfläche, deine Fläche und ob Läden oder Büros mitzählen. Der Schlüssel muss zu deinem Mietvertrag passen.
Weißt du, welcher Messbetrag für dein Haus in Duisburg gilt?
Den Messbetrag und den Bescheid der Stadt sieht nur dein Vermieter. Ohne diese Unterlagen erkennst du kaum, ob die Grundsteuer stimmt und ob Gewerbe und Nachbarhäuser sauber getrennt sind.
Was du tun kannst
Findest du einen Fehler, schreib deinem Vermieter. Schreib dazu, welche Position du beanstandest, um welchen Betrag es geht und warum. Einwendungen kannst du bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung erheben (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).
Zahle den Teil einer Nachzahlung, den du nicht bestreitest. Erkläre schriftlich, welchen Betrag du bis zur Klärung zurückhältst und warum.
Bleibt der Vermieter bei seiner Rechnung, hilft dir der Mieterbund Rhein-Ruhr vor Ort oder eine Prüfung der gesamten Abrechnung mit allen Belegen.
Nach der Abrechnung für 2026 hebt dein Vermieter wahrscheinlich die Vorauszahlungen an. Rechne nach, ob die Erhöhung zur tatsächlichen Steigerung passt. Bei 28 € mehr im Jahr wie im Beispiel sind gut 2 € im Monat angemessen, nicht 20 €. Frag nach, wenn der neue Abschlag deutlich darüber liegt.
Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Unsicher, ob alles stimmt? Du kannst deine Nebenkostenabrechnung prüfen lassen, zuerst kostenlos im Vorab-Check und danach gründlich für 24,90 €.
Prüfung durch nebify
Grundsteuer in Duisburg gestiegen? Lass die Abrechnung prüfen
Beim Sprung von 886 auf 1.169 % ist ein höherer Betrag erst einmal normal. Ob er zu deinem Haus passt, zeigt aber nur der Bescheid. Wir gleichen Grundsteuer, Flächen und Verteilerschlüssel mit deinen Unterlagen ab und sagen dir, welche Positionen du beanstanden kannst.
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Häufige Fragen: Grundsteuer in Duisburg
Wie hoch ist der Hebesatz der Grundsteuer in Duisburg 2026?
Muss ich als Mieter in Duisburg die Grundsteuer zahlen?
Warum ist die Grundsteuer in Duisburg 2026 so stark gestiegen?
Wann sehe ich die höhere Grundsteuer in meiner Nebenkostenabrechnung?
Wie viel Grundsteuer zahlt eine 70-m²-Wohnung in Duisburg?
Kann ich die Grundsteuer-Erhöhung in Duisburg anfechten?
Sinkt die Grundsteuer für Wohnungen über einem Laden in Duisburg?
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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.