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SiegenStand November 2026

Grundsteuer in Siegen 2026: Wohnen zahlt die Hälfte vom Gewerbesatz

Siegen hat zur Grundsteuerreform getrennte Hebesätze eingeführt, ausdrücklich um die Wohnnebenkosten zu senken. Wohngrundstücke zahlen 770 %, alle anderen genau das Doppelte. 2026 bleibt es dabei. Was das für deine Abrechnung bedeutet und warum es auf die Einstufung des Hauses ankommt, liest du hier.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Wohngrundstücke zahlen in Siegen 2025 und 2026 einen Hebesatz von 770 %, Nichtwohngrundstücke 1.540 %.
  • Der Rat hat die Satzung am 18.12.2024 beschlossen. Laut Satzung sollen die getrennten Sätze die Wohnnebenkosten senken.
  • Bei gleichem Messbetrag ändert sich die Grundsteuer eines Wohnhauses 2026 nicht.
  • Im ganzen Kreis Siegen-Wittgenstein gelten getrennte Sätze. Der Schnitt für Wohnen liegt bei 736 %.
  • Häuser mit Laden oder Praxis zahlen den doppelten Satz, auch für die Wohnungen. Ob das rechtens ist, prüft das Oberverwaltungsgericht NRW.

Kurz beantwortet

Für Wohngrundstücke gilt in Siegen 2026 ein Grundsteuer-Hebesatz von 770 %, für Nichtwohngrundstücke 1.540 %. Beide Sätze gelten seit 2025 unverändert. In einem reinen Wohnhaus bleibt die Grundsteuer 2026 deshalb gleich, wenn sich der Messbetrag nicht ändert. Im Beispiel mit sechs Wohnungen zahlst du für 70 m² 154,00 € im Jahr. Wäre das Haus als Nichtwohngrundstück eingestuft, wären es 308,00 €.

Hebesatz für Wohngrundstücke, 2025 und 2026
770 %
Hebesatz für Nichtwohngrundstücke, genau das Doppelte
1.540 %
Änderung für Wohnhäuser bei gleichem Messbetrag
±0 %

Grundsteuer in Siegen: Hebesätze 2025 und 2026

Grundsteuer in Siegen: Vorjahr und 2026
Grundsteuer20252026
Wohngrundstücke (Grundsteuer B)770 %770 %
Nichtwohngrundstücke (Grundsteuer B)1.540 %1.540 %
Land- und Forstwirtschaft (Grundsteuer A)107 %nicht ausgewiesen
Steuer bei 100 € Messbetrag, Wohnhaus770,00 €770,00 €

Satzung der Stadt Siegen zur Festsetzung der Hebesätze der Grundsteuer, Ratsbeschluss vom 18.12.2024, in Kraft seit 01.01.2025. Werte 2026 laut Bund der Steuerzahler NRW, Kreisvergleich 2026.

Quelle: Stadt Siegen: Satzung zur Festsetzung der Hebesätze der Grundsteuer (Ortsrecht 22.010) · Bund der Steuerzahler NRW: Grundsteuer-B-Hebesätze 2026 (Kreisvergleich)

Grundsteuer Siegen im Kreis Siegen-Wittgenstein

Alle elf Gemeinden im Kreis Siegen-Wittgenstein trennen zwischen Wohn- und Nichtwohngrundstücken. Der Schnitt für Wohnen liegt 2026 bei 736 %, für alle anderen Grundstücke bei 1.471 %.

Siegen liegt beim Wohnsatz leicht über dem Kreisschnitt. Mehrere Gemeinden haben 2026 erhöht, etwa Bad Laasphe von 800 % auf 925 %. Siegen ist bei 770 % geblieben.

Vergleich in Nordrhein-Westfalen
StadtWohnen 2026
Bad Laasphe925 %
Kreuztal905 %
Wilnsdorf863 %
Hilchenbach800 %
Siegen770 %
Schnitt Kreis, Wohnen736 %
Netphen714 %
Freudenberg713 %
Bad Berleburg650 %
Burbach470 %

Grundsteuer B 2026, Hebesatz für Wohngrundstücke. Quelle: Bund der Steuerzahler NRW, Kreisvergleich 2026.

Quelle: Bund der Steuerzahler NRW: Grundsteuer-B-Hebesätze 2026 (Kreisvergleich)

Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Siegen

Der Messbetrag ist angenommen, die Hebesätze sind echt. Das Beispiel zeigt, wie viel die Einstufung ausmacht.

Annahmen für das Beispiel

  • Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohnfläche
  • Grundsteuermessbetrag: 120 €
  • Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohnfläche
Rechenweg
Grundsteuer als Wohngrundstück: 120 € × 770 %924,00 €
Dein Anteil: 924,00 € × 70 / 420154,00 €
Das sind im Monat12,83 €
Als Nichtwohngrundstück: 120 € × 1.540 % × 70 / 420308,00 €

In einem reinen Wohnhaus zahlst du im Beispiel 154,00 € im Jahr. Wäre das Haus als Nichtwohngrundstück eingestuft, wären es genau doppelt so viel. Die Einstufung steht im Grundsteuerbescheid.

Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.

Getrennte Sätze, um Mieter zu entlasten

Die Hebesatzsatzung nennt ihren Zweck ausdrücklich: Die unterschiedlichen Sätze für Wohn- und Nichtwohngrundstücke sollen die Wohnnebenkosten senken. Gewerbe zahlt dafür den doppelten Satz.

Beschlossen hat der Rat die Sätze am 18.12.2024. Sie gelten seit dem 1. Januar 2025 und laut Bund der Steuerzahler NRW auch 2026 unverändert.

Für Mieter in reinen Wohnhäusern ist das günstig. Die Grundsteuer steht in deiner Abrechnung 2026 bei gleichem Messbetrag genauso hoch wie 2025.

Welche Häuser als Wohngrundstück gelten

Wohngrundstücke sind laut Satzung bebaute Grundstücke, die im Ertragswertverfahren bewertet werden. Unbebaute Grundstücke und Häuser im Sachwertverfahren gelten als Nichtwohngrundstücke.

Gemischt genutzte Häuser mit Laden, Praxis oder Büro landen nach NRW-Recht oft bei den Nichtwohngrundstücken. Dann gilt für das ganze Haus 1.540 %, auch für die Wohnungen.

Ob diese Zuordnung verfassungsgemäß ist, ist offen. Das Oberverwaltungsgericht NRW verhandelt am 04.12.2026 über einen Fall aus Bochum (14 A 296/26) und erwägt, die Frage dem Bundesverfassungsgericht vorzulegen.

Was in deiner Abrechnung 2026 stehen sollte

In einem reinen Wohnhaus muss die Grundsteuer 2026 genauso hoch sein wie 2025, solange der Messbetrag gleich ist. Ein Anstieg braucht eine Erklärung, etwa einen neuen Bescheid des Finanzamts.

Die Grundsteuer steht in Siegen zusammen mit Müll und Abwasser im Bescheid über die Grundbesitzabgaben. Bei der Belegeinsicht siehst du dort Messbetrag, Hebesatz und Jahresbetrag.

Ist im Haus ein Laden, prüfe besonders die Verteilung. Bei Verteilung nach Fläche gehört die Ladenfläche in die Gesamtfläche.

Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist

„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
§ 2 Nr. 1 Betriebskostenverordnung (BetrKV)

Die Grundsteuer ist eine laufende öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).

Ohne andere Vereinbarung wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB).

Umlagefähig

  • Grundsteuer B laut Bescheid für 2026
  • Anteil nach Wohnfläche oder vereinbartem Schlüssel
  • Grundsteuer nach dem Satz für Nichtwohngrundstücke, wenn das Haus so eingestuft ist

Nicht umlagefähig

  • Säumniszuschläge oder Zinsen
  • Grundsteuer eines anderen Jahres
  • Kosten eines Rechtsstreits des Eigentümers
  • Grundsteuer A

Typische Fehler in der Abrechnung

  • Anstieg ohne neuen Bescheid

    Die Sätze sind 2026 gleich. Steigt die Grundsteuer, muss ein neuer Bescheid vorliegen.

  • Falsche Einstufung

    Steht für ein reines Wohnhaus 1.540 % im Bescheid, ist das Grundstück als Nichtwohngrundstück eingestuft. Frag nach dem Grund.

  • Ladenfläche fehlt

    Wird nur auf die Wohnungen verteilt, obwohl im Haus ein Laden ist, zahlen die Mieter dessen Anteil.

  • Zuschläge eingerechnet

    Säumniszuschläge gehören nicht zur Grundsteuer.

So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung

  1. 1

    Hebesatz ablesen

    Wohngrundstück 770 %, Nichtwohngrundstück 1.540 %. Welcher Satz gilt, steht im Bescheid.

  2. 2

    Betrag nachrechnen

    Messbetrag mal Hebesatz geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.

  3. 3

    Mit 2025 vergleichen

    Bei gleichem Messbetrag bleibt die Grundsteuer gleich.

  4. 4

    Gewerbe im Haus prüfen

    Bei Laden oder Praxis im Haus prüfe Einstufung und Verteilung besonders genau.

  5. 5

    Belege anfordern

    Du darfst den Bescheid über die Grundbesitzabgaben einsehen (§ 556 Abs. 4 BGB).

Weißt du, wie dein Haus bei der Grundsteuer eingestuft ist?

In der Abrechnung steht nur ein Betrag. Ob Satz, Einstufung und Verteilung stimmen, zeigt erst der Bescheid. Diesen Abgleich übernehmen wir.

Was du tun kannst

Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne Betrag und Grund.

Für Einwendungen hast du bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).

Gegen die Einstufung kann nur der Eigentümer vorgehen. In einem gemischt genutzten Haus kann es sich lohnen, ihn auf das Verfahren beim Oberverwaltungsgericht hinzuweisen.

Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Du kannst deine Abrechnung prüfen lassen: Für 24,90 € bekommst du jede Position begründet und ein fertiges Schreiben an deinen Vermieter.

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Häufige Fragen: Grundsteuer in Siegen

Wie hoch ist die Grundsteuer in Siegen 2026?
Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt 770 % für Wohngrundstücke und 1.540 % für Nichtwohngrundstücke, genau wie 2025.
Steigt die Grundsteuer in Siegen 2026?
Für Wohnhäuser nicht, solange sich der Messbetrag nicht ändert. Beide Sätze sind unverändert.
Was zahlt ein Mieter in Siegen an Grundsteuer?
Im Beispiel mit 120 € Messbetrag und sechs Wohnungen sind es für 70 m² 154,00 € im Jahr, knapp 13 € im Monat.
Warum hat Siegen zwei Hebesätze?
Laut Satzung, um die Wohnnebenkosten zu senken. Wohngrundstücke zahlen 770 %, alle anderen Grundstücke 1.540 %.
Zahlen Häuser mit Laden in Siegen mehr?
Wenn sie als Nichtwohngrundstück eingestuft sind, ja. Dann gilt 1.540 % für das ganze Haus, auch für die Wohnungen.
Muss ich als Mieter die Grundsteuer zahlen?
Ja, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Die Grundsteuer gehört nach § 2 Nr. 1 BetrKV zu den umlagefähigen Kosten.

Ist die Grundsteuer in deiner Abrechnung richtig eingestuft?

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.