HagenStand November 2026
Grundsteuer in Hagen 2026: der höchste Hebesatz der NRW-Großstädte
Hagen hat den Hebesatz der Grundsteuer B für 2026 auf 1.176 % angehoben. Kein anderer kreisfreier Ort in NRW verlangt mehr. Für Mieter ist die Grundsteuer damit ein großer Posten in der Nebenkostenabrechnung. Hier erfährst du, wie viel die Erhöhung ausmacht und was du prüfen solltest.

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.
Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026
Das Wichtigste in Kürze
- Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt in Hagen 2026 1.176 %. 2025 waren es 1.139 %, das sind 37 Punkte oder 3,2 % mehr.
- Der Rat hat die Hebesatzsatzung am 11.12.2025 beschlossen. Sie gilt seit 01.01.2026 und einheitlich für alle Grundstücke.
- Mit 1.176 % liegt Hagen an der Spitze der kreisfreien Städte in NRW, knapp vor Duisburg mit 1.169 %.
- Bei gleichem Messbetrag steigt die Grundsteuer 2026 um 3,2 %.
- Im Beispiel mit sechs Wohnungen zahlst du für 70 m² 235,20 € im Jahr, 7,40 € mehr als 2025.
Kurz beantwortet
Die Grundsteuer B wird in Hagen 2026 mit einem einheitlichen Hebesatz von 1.176 % berechnet, 2025 waren es 1.139 %. Das ist der höchste Satz aller kreisfreien Städte in NRW. Bei gleichem Messbetrag steigt die Grundsteuer um 3,2 %. Als Mieter trägst du deinen Anteil, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Im Beispiel mit 120 € Messbetrag und sechs Wohnungen sind das für 70 m² 235,20 € im Jahr, knapp 20 € im Monat.
- Hebesatz Grundsteuer B 2026, einheitlich
- 1.176 %
- Punkte gegenüber 2025 (1.139 %)
- +37
- unter den kreisfreien Städten in NRW
- Platz 1
Grundsteuer in Hagen: Hebesätze 2025 und 2026
| Grundsteuer | 2025 | 2026 |
|---|---|---|
| Grundsteuer B (alle Grundstücke) | 1.139 % | 1.176 % |
| Grundsteuer A (Land- und Forstwirtschaft) | nicht ausgewiesen | 324 % |
| Steuer bei 100 € Messbetrag | 1.139,00 € | 1.176,00 € |
Satzung über die Festsetzung der Realsteuerhebesätze für 2026, beschlossen am 11.12.2025, bekannt gemacht im Amtsblatt Nr. 32 vom 19.12.2025, in Kraft ab 01.01.2026. Wert 2025 laut Bund der Steuerzahler NRW.
Quelle: Stadt Hagen: Amtsblatt Nr. 32 vom 19.12.2025 (Hebesatzsatzung 2026, I. Nachtrag Entwässerungsgebühren WBH) · Stadt Hagen: Steuern und Abgaben · Bund der Steuerzahler NRW: Grundsteuer-B-Hebesätze 2026 (Kreisvergleich)
Grundsteuer Hagen im Vergleich mit den kreisfreien Städten
Unter den kreisfreien Städten in NRW hat Hagen 2026 den höchsten Hebesatz für Wohnhäuser. Duisburg folgt mit 1.169 %, Remscheid mit 1.058 %. In Düsseldorf liegt der Satz bei 374 %, also bei knapp einem Drittel.
Der Hebesatz allein sagt aber nicht alles: Die Grundsteuer hängt auch am Messbetrag, und der richtet sich seit 2025 nach dem Wert des Grundstücks. In Städten mit niedrigen Bodenwerten ist er oft kleiner.
| Stadt | Hebesatz 2026 |
|---|---|
| Hagen | 1.176 % |
| Duisburg | 1.169 % |
| Remscheid | 1.058 % |
| Herne | 990 % |
| Mülheim an der Ruhr | 990 % |
| Wuppertal | 947 % |
| Dortmund | 800 % |
| Bochum (Wohnen) | 715 % |
| Düsseldorf | 374 % |
Grundsteuer B 2026, einheitlicher Satz oder Satz für Wohngrundstücke. Quelle: Bund der Steuerzahler NRW, Kreisvergleich 2026.
Quelle: Bund der Steuerzahler NRW: Grundsteuer-B-Hebesätze 2026 (Kreisvergleich)
Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Hagen
Der Messbetrag ist angenommen, die Hebesätze sind echt. Den Messbetrag deines Hauses findest du im Grundsteuerbescheid.
Annahmen für das Beispiel
- Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohnfläche
- Grundsteuermessbetrag: 120 €
- Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohnfläche
| Grundsteuer 2025: 120 € × 1.139 % | 1.366,80 € |
|---|---|
| Grundsteuer 2026: 120 € × 1.176 % | 1.411,20 € |
| Dein Anteil 2025: 1.366,80 € × 70 / 420 | 227,80 € |
| Dein Anteil 2026: 1.411,20 € × 70 / 420 | 235,20 € |
| Mehr pro Jahr | 7,40 € |
Im Beispiel steigt dein Anteil um 7,40 € im Jahr. Bei einem höheren Messbetrag entsprechend mehr. Weil die Grundsteuer in Hagen insgesamt hoch ist, lohnt sich der Blick auf die Verteilung: Jeder Fehler beim Schlüssel kostet hier mehr als anderswo.
Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.
Warum die Grundsteuer in Hagen so hoch ist
Hagen hat schon zur Reform 2025 einen sehr hohen Satz festgesetzt, um laut Stadt weiterhin so viel Grundsteuer einzunehmen wie in den Vorjahren. Für 2026 hat der Rat noch einmal 37 Punkte draufgelegt.
Der Satz gilt einheitlich für Wohn- und Gewerbegrundstücke. Getrennte Sätze wie in Bochum oder Siegen gibt es in Hagen nicht.
Für dich heißt das: Die Grundsteuer ist in Hagen oft einer der größten Posten der kalten Nebenkosten. Umso wichtiger ist, dass Betrag und Verteilung stimmen.
Verteilung: worauf es bei hoher Grundsteuer ankommt
Ohne andere Vereinbarung wird die Grundsteuer nach Wohnfläche verteilt. Bei Häusern mit Laden oder Praxis muss deren Fläche in der Gesamtfläche stehen, sonst zahlen die Mieter der Wohnungen deren Anteil mit.
Einen gesonderten Abzug für Gewerbe verlangt der Bundesgerichtshof bei der Grundsteuer nicht, wenn nach Fläche verteilt wird (VIII ZR 79/16). Die Fläche muss aber vollständig sein.
Bei einem hohen Hebesatz wirkt ein kleiner Fehler stark. Fehlen 50 m² Gewerbefläche in einem Haus mit 420 m², zahlt eine 70-m²-Wohnung im Beispiel gut 25 € zu viel im Jahr.
Was in deiner Abrechnung 2026 stehen muss
In die Abrechnung gehört die Grundsteuer, die für 2026 festgesetzt ist, also Messbetrag mal 1.176 % geteilt durch 100. Weil die Satzung schon im Dezember 2025 beschlossen wurde, sollten die Bescheide den neuen Satz von Anfang an enthalten.
Rechnet dein Vermieter über den Jahreswechsel ab, müssen 2025 und 2026 zeitanteilig mit dem jeweiligen Satz eingehen.
Steigt die Grundsteuer in deiner Abrechnung um mehr als gut 3 %, hat sich der Messbetrag geändert. Frag dann nach dem neuen Bescheid.
Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist
„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
Die Grundsteuer ist eine laufende öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).
Ohne andere Vereinbarung wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB).
Umlagefähig
- Grundsteuer B laut Bescheid für 2026
- Anteil nach Wohnfläche oder vereinbartem Schlüssel
- Nachzahlung nach einem geänderten Bescheid für 2026
Nicht umlagefähig
- Säumniszuschläge oder Zinsen
- Grundsteuer eines anderen Jahres
- Kosten eines Einspruchs gegen den Messbetrag
- Grundsteuer A
Typische Fehler in der Abrechnung
Alter Satz für 2026
Für 2026 gilt 1.176 %. Steht noch 1.139 % im Bescheid, gehört er zu 2025.
Gewerbefläche fehlt
Wird nur auf die Wohnungen verteilt, obwohl ein Laden im Haus ist, zahlen die Mieter dessen Anteil.
Zeitraum nicht aufgeteilt
Rechnet der Vermieter nicht nach Kalenderjahr ab, müssen beide Sätze zeitanteilig eingehen.
Zuschläge eingerechnet
Säumniszuschläge gehören nicht zur Grundsteuer.
So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung
- 1
Hebesatz ablesen
Für 2026 muss im Bescheid 1.176 % stehen.
- 2
Betrag nachrechnen
Messbetrag mal 1.176 geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.
- 3
Mit 2025 vergleichen
Bei gleichem Messbetrag steigt die Steuer um 3,2 %.
- 4
Verteilung prüfen
Bei Verteilung nach Fläche müssen alle Einheiten im Haus in der Gesamtfläche stehen.
- 5
Belege anfordern
Du darfst den Grundsteuerbescheid einsehen (§ 556 Abs. 4 BGB).
Siehst du in deiner Abrechnung, mit welchem Satz gerechnet wurde?
Meist steht dort nur ein Betrag. Ob Satz, Messbetrag und Verteilung stimmen, zeigt erst der Grundsteuerbescheid. Diesen Abgleich übernehmen wir.
Was du tun kannst
Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne Betrag und Grund.
Für Einwendungen hast du bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).
Gegen den Hebesatz selbst kannst du als Mieter nichts tun. Prüfen kannst du, ob Betrag, Jahr und Verteilung stimmen.
Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Du kannst deine Abrechnung prüfen lassen: Für 24,90 € bekommst du jede Position begründet und ein fertiges Schreiben an deinen Vermieter.
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Häufige Fragen: Grundsteuer in Hagen
Wie hoch ist die Grundsteuer in Hagen 2026?
Hat Hagen die höchste Grundsteuer in NRW?
Wie viel mehr Grundsteuer zahlen Mieter in Hagen 2026?
Muss ich als Mieter in Hagen die Grundsteuer zahlen?
Gibt es in Hagen getrennte Hebesätze?
Ab wann gilt der neue Hebesatz in Hagen?
Ist die Grundsteuer in deiner Hagener Abrechnung richtig?
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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.