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PaderbornStand November 2026

Grundsteuer in Paderborn 2026: gleicher Hebesatz, trotzdem genau hinsehen

Paderborn erhebt seit der Grundsteuerreform einen einheitlichen Hebesatz von 579 %, und 2026 bleibt er gleich. Im Vergleich der NRW-Großstädte ist das niedrig. Für Mieter kommt es deshalb vor allem auf den Messbetrag des Hauses und die richtige Verteilung an. Hier erfährst du, worauf du achten solltest.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt in Paderborn 2025 und 2026 einheitlich 579 %. 2024 lag er bei 501 %.
  • Der Satz gilt für Wohn- und Gewerbegrundstücke gleich. Getrennte Sätze hat Paderborn nicht eingeführt.
  • Im Kreis Paderborn liegt die Stadt unter dem Schnitt von 604 %.
  • Bei gleichem Messbetrag ändert sich die Grundsteuer 2026 nicht. Ein Sprung in deiner Abrechnung muss am Bescheid liegen.
  • Im Beispiel mit sechs Wohnungen zahlst du für 70 m² 115,80 € im Jahr.

Kurz beantwortet

Die Grundsteuer B wird in Paderborn 2026 mit einem einheitlichen Hebesatz von 579 % berechnet, genau wie 2025. Wenn sich der Messbetrag deines Hauses nicht geändert hat, bleibt die Grundsteuer in der Abrechnung 2026 gleich. Im Beispiel mit 120 € Messbetrag und sechs Wohnungen zahlst du für 70 m² 115,80 € im Jahr, knapp 10 € im Monat. Steigt der Betrag trotzdem, frag nach einem neuen Grundsteuerbescheid.

Hebesatz Grundsteuer B 2026, einheitlich für alle Grundstücke
579 %
Änderung gegenüber 2025
±0 %
Hebesatz 2024, vor der Grundsteuerreform
501 %

Grundsteuer B in Paderborn: Hebesätze 2024 bis 2026

Hebesatz der Grundsteuer B in Paderborn
JahrHebesatzSteuer bei 100 € Messbetrag
2024 (altes Recht)501 %nicht vergleichbar
2025579 %579,00 €
2026579 %579,00 €

Hebesatz 2026 laut Haushaltsplan 2026 der Stadt Paderborn, Werte 2024 und 2025 laut IHK Ostwestfalen. Ab 2025 gelten neue Messbeträge, deshalb lässt sich die Steuer von 2024 nicht direkt mit 2025 vergleichen.

Quelle: Stadt Paderborn: Haushaltsplan 2026, Band 1 (Hebesätze) · IHK Ostwestfalen: Realsteuerhebesätze im Bezirk · Bund der Steuerzahler NRW: Grundsteuer-B-Hebesätze 2026 (Kreisvergleich)

Grundsteuer Paderborn im Vergleich mit dem Kreis Paderborn

Im Kreis Paderborn liegt der Schnitt 2026 bei 604 %, nach 576 % im Vorjahr. Mehrere Gemeinden haben erhöht, etwa Altenbeken, Borchen und Hövelhof. Paderborn ist bei 579 % geblieben.

Unter den NRW-Großstädten gehört Paderborn damit zu den Städten mit dem niedrigsten Satz für Wohnhäuser. Für Mieter ist das eine gute Ausgangslage. Was am Ende in der Abrechnung steht, hängt aber vom Messbetrag des Hauses ab.

Vergleich in Nordrhein-Westfalen
StadtHebesatz 2026
Büren655 %
Borchen639 %
Hövelhof639 %
Lichtenau639 %
Altenbeken635 %
Bad Wünnenberg618 %
Schnitt Kreis Paderborn604 %
Salzkotten581 %
Paderborn579 %
Delbrück539 %
Bad Lippspringe513 %

Grundsteuer B 2026, einheitliche Hebesätze. Quelle: Bund der Steuerzahler NRW, Kreisvergleich 2026.

Quelle: Bund der Steuerzahler NRW: Grundsteuer-B-Hebesätze 2026 (Kreisvergleich)

Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Paderborn

Der Messbetrag ist angenommen, der Hebesatz ist echt. Den Messbetrag deines Hauses findest du im Grundsteuerbescheid.

Annahmen für das Beispiel

  • Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohnfläche
  • Grundsteuermessbetrag: 120 €
  • Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohnfläche
Rechenweg
Grundsteuer des Hauses: 120 € × 579 %694,80 €
Dein Anteil: 694,80 € × 70 / 420115,80 €
Das sind im Monat9,65 €
Bei 150 € Messbetrag: 150 € × 579 % × 70 / 420144,75 €

Du zahlst im Beispiel 115,80 € im Jahr. Hätte das Haus einen Messbetrag von 150 € statt 120 €, wären es 144,75 €. Der Messbetrag ist also der wichtigste Faktor, den du im Bescheid nachsehen solltest.

Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.

Warum der Messbetrag wichtiger ist als der Hebesatz

Die Grundsteuer ist Messbetrag mal Hebesatz. Seit der Reform 2025 berechnet das Finanzamt den Messbetrag neu, und der hat sich für viele Häuser stark verändert. Paderborn hat den Hebesatz 2025 so gewählt, dass die Stadt insgesamt etwa gleich viel einnimmt.

Für einzelne Häuser kann die Grundsteuer seit 2025 deshalb deutlich höher oder niedriger sein als früher. Das liegt nicht am Satz von 579 %, sondern am neuen Messbetrag.

2026 bleibt der Hebesatz gleich. Ändert sich deine Grundsteuer trotzdem, hat das Finanzamt den Messbetrag geändert, etwa nach einem Anbau oder einer Korrektur. Dann gibt es einen neuen Grundsteuerbescheid.

Ein Satz für alle: kein Nachteil für Häuser mit Laden

Paderborn erhebt einen einheitlichen Satz für Wohn- und Nichtwohngrundstücke. Anders als in Städten mit getrennten Sätzen zahlen Wohnungen über einem Laden hier nicht mehr.

Für dich als Mieter heißt das: Die Einstufung des Grundstücks spielt in Paderborn für den Hebesatz keine Rolle. Wichtig bleibt die richtige Verteilung zwischen Wohnungen und Gewerbe.

Wird die Grundsteuer nur auf die Wohnungen verteilt, obwohl im Haus ein Laden ist, zahlst du dessen Anteil mit. Die Gesamtfläche muss alle Einheiten enthalten, wenn nach Fläche verteilt wird.

Was in deiner Abrechnung 2026 stehen sollte

In die Abrechnung gehört die Grundsteuer, die für 2026 festgesetzt ist. Bei einem unveränderten Bescheid ist das derselbe Betrag wie 2025.

Rechnet dein Vermieter über den Jahreswechsel ab, spielt das in Paderborn keine Rolle, denn beide Jahre haben denselben Satz.

Die Grundsteuer zahlt der Eigentümer meist in Vierteljahresraten. In der Abrechnung zählt aber die Jahressteuer, nicht die Summe der Zahlungen in einem Zeitraum.

Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist

„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
§ 2 Nr. 1 Betriebskostenverordnung (BetrKV)

Die Grundsteuer ist eine laufende öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).

Ohne andere Vereinbarung wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB).

Umlagefähig

  • Grundsteuer B laut Bescheid für 2026
  • Anteil nach Wohnfläche oder vereinbartem Schlüssel
  • Nachzahlung nach einem geänderten Bescheid für 2026

Nicht umlagefähig

  • Säumniszuschläge oder Zinsen
  • Grundsteuer eines anderen Jahres
  • Kosten eines Einspruchs gegen den Messbetrag
  • Grundsteuer A für landwirtschaftliche Flächen

Typische Fehler in der Abrechnung

  • Anstieg ohne neuen Bescheid

    Der Hebesatz ist gleich geblieben. Steigt die Grundsteuer trotzdem, muss ein neuer Bescheid vorliegen.

  • Gewerbefläche fehlt

    Wird nur auf die Wohnungen verteilt, obwohl ein Laden im Haus ist, zahlen die Mieter dessen Anteil.

  • Zahlungen statt Jahressteuer

    Wurden Raten aus zwei Jahren addiert, kann der Betrag zu hoch sein. Maßgeblich ist die Jahressteuer laut Bescheid.

  • Zuschläge eingerechnet

    Säumniszuschläge wegen verspäteter Zahlung gehören nicht zur Grundsteuer.

So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung

  1. 1

    Bescheid ansehen

    Im Grundsteuerbescheid stehen Messbetrag, Hebesatz und Jahressteuer des Hauses.

  2. 2

    Betrag nachrechnen

    Messbetrag mal 579 geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.

  3. 3

    Mit 2025 vergleichen

    Bei gleichem Messbetrag bleibt die Grundsteuer gleich. Weicht sie ab, frag nach dem Grund.

  4. 4

    Verteilung prüfen

    Bei Verteilung nach Fläche müssen alle Einheiten im Haus in der Gesamtfläche stehen.

  5. 5

    Belege anfordern

    Du darfst den Grundsteuerbescheid einsehen (§ 556 Abs. 4 BGB).

Weißt du, welcher Messbetrag für dein Haus gilt?

In der Abrechnung steht nur ein Betrag. Ob Messbetrag, Satz und Verteilung stimmen, zeigt erst der Grundsteuerbescheid. Diesen Abgleich übernehmen wir.

Was du tun kannst

Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne Betrag und Grund.

Für Einwendungen hast du bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).

Gegen den Messbetrag selbst kann nur der Eigentümer beim Finanzamt vorgehen. Als Mieter prüfst du, ob der Betrag aus dem Bescheid richtig verteilt ist.

Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Du kannst deine Abrechnung prüfen lassen: Für 24,90 € bekommst du jede Position begründet und ein fertiges Schreiben an deinen Vermieter.

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Häufige Fragen: Grundsteuer in Paderborn

Wie hoch ist die Grundsteuer in Paderborn 2026?
Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt 579 %, einheitlich für alle Grundstücke. Er ist gegenüber 2025 unverändert.
Steigt die Grundsteuer in Paderborn 2026?
Nicht durch den Hebesatz. Bei gleichem Messbetrag bleibt die Grundsteuer gleich. Ändert sich der Messbetrag, schickt die Stadt einen neuen Bescheid.
Was zahlt ein Mieter in Paderborn an Grundsteuer?
Im Beispiel mit 120 € Messbetrag und sechs Wohnungen sind es für 70 m² 115,80 € im Jahr, knapp 10 € im Monat.
Warum ist meine Grundsteuer seit 2025 anders?
Seit der Reform gelten neue Messbeträge. Paderborn hat den Hebesatz von 501 % auf 579 % angepasst, damit die Stadt insgesamt etwa gleich viel einnimmt. Für einzelne Häuser kann die Steuer trotzdem gestiegen oder gesunken sein.
Gibt es in Paderborn getrennte Hebesätze?
Nein. Paderborn erhebt einen einheitlichen Satz von 579 % für Wohn- und Nichtwohngrundstücke.
Muss ich als Mieter die Grundsteuer zahlen?
Ja, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Die Grundsteuer gehört nach § 2 Nr. 1 BetrKV zu den umlagefähigen Kosten.

Ist die Grundsteuer in deiner Paderborner Abrechnung richtig?

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.

Quellen: Stadt Paderborn: Haushaltsplan 2026, Band 1 (Hebesätze) · IHK Ostwestfalen: Realsteuerhebesätze im Bezirk · Bund der Steuerzahler NRW: Grundsteuer-B-Hebesätze 2026 (Kreisvergleich); Recherchiert am 05.11.2026, alle Angaben am Original geprüft. Gesetzestexte: gesetze-im-internet.de.