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Mülheim an der RuhrStand November 2026

Grundsteuer in Mülheim an der Ruhr 2026: 990 %, beschlossen im März

Als Mülheim im Dezember 2025 seine Hebesätze für 2026 und 2027 beschloss, fehlte die Grundsteuer B. Sie kam erst im März: 990 %, rückwirkend ab 1. Januar und auch für 2027. Das sind 100 Punkte mehr als 2025. Hier erfährst du, was das für deine Abrechnung bedeutet.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt in Mülheim 2026 und 2027 990 %. 2025 waren es 890 %, das ist ein Plus von 11,2 %.
  • Der Rat hat die Änderungssatzung am 12.03.2026 beschlossen, rückwirkend zum 01.01.2026.
  • Der Satz gilt einheitlich für Wohn- und Gewerbegrundstücke.
  • Unter den kreisfreien Städten in NRW liegt Mülheim gleichauf mit Herne auf Platz 4.
  • Im Beispiel mit sechs Wohnungen zahlst du für 70 m² 198,00 € im Jahr, 20,00 € mehr als 2025.

Kurz beantwortet

Die Grundsteuer B wird in Mülheim 2026 mit einem einheitlichen Hebesatz von 990 % berechnet, 2025 waren es 890 %. Bei gleichem Messbetrag steigt die Grundsteuer um 11,2 %. Weil der Satz erst im März beschlossen wurde, kamen die geänderten Bescheide später. In deiner Abrechnung für 2026 muss trotzdem der Satz von 990 % für das ganze Jahr stehen. Im Beispiel mit 120 € Messbetrag und sechs Wohnungen sind das für 70 m² 198,00 € im Jahr.

Hebesatz Grundsteuer B 2026 und 2027
990 %
mehr Grundsteuer bei gleichem Messbetrag
+11,2 %
Ratsbeschluss, rückwirkend ab 01.01.2026
12.03.2026

Grundsteuer B in Mülheim: Hebesätze 2025 bis 2027

Hebesatz der Grundsteuer B in Mülheim an der Ruhr
JahrHebesatzSteuer bei 100 € Messbetrag
2025890 %890,00 €
2026990 %990,00 €
2027990 %990,00 €

Änderungssatzung zur Hebesatzsatzung 2026/2027, Ratsbeschluss vom 12.03.2026, rückwirkend in Kraft ab 01.01.2026. Wert 2025 laut Bund der Steuerzahler NRW.

Quelle: Stadt Mülheim an der Ruhr: Änderungssatzung zur Hebesatzsatzung 2026/2027 · Bund der Steuerzahler NRW: Grundsteuer-B-Hebesätze 2026 (Kreisvergleich)

Grundsteuer Mülheim im Vergleich mit den kreisfreien Städten

Mit 990 % liegt Mülheim 2026 gleichauf mit Herne. Nur Hagen, Duisburg und Remscheid haben unter den kreisfreien Städten höhere Sätze. Oberhausen, die Nachbarstadt, liegt bei 922 %.

Für dich zählt neben dem Satz der Sprung zum Vorjahr: 100 Punkte mehr bedeuten bei gleichem Messbetrag gut 11 % mehr Grundsteuer.

Vergleich in Nordrhein-Westfalen
StadtHebesatz 2026
Hagen1.176 %
Duisburg1.169 %
Remscheid1.058 %
Mülheim an der Ruhr990 %
Herne990 %
Essen925 %
Oberhausen922 %
Düsseldorf374 %

Grundsteuer B 2026, einheitliche Hebesätze. Quelle: Bund der Steuerzahler NRW, Kreisvergleich 2026.

Quelle: Bund der Steuerzahler NRW: Grundsteuer-B-Hebesätze 2026 (Kreisvergleich)

Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Mülheim

Der Messbetrag ist angenommen, die Hebesätze sind echt. Den Messbetrag deines Hauses findest du im Grundsteuerbescheid.

Annahmen für das Beispiel

  • Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohnfläche
  • Grundsteuermessbetrag: 120 €
  • Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohnfläche
Rechenweg
Grundsteuer 2025: 120 € × 890 %1.068,00 €
Grundsteuer 2026: 120 € × 990 %1.188,00 €
Dein Anteil 2025: 1.068,00 € × 70 / 420178,00 €
Dein Anteil 2026: 1.188,00 € × 70 / 420198,00 €
Mehr pro Jahr20,00 €

Im Beispiel steigt dein Anteil um 20,00 € im Jahr, gut 1,60 € im Monat. Wurde deine Vorauszahlung nicht angepasst, kann das in der Abrechnung 2026 zu einer kleinen Nachzahlung führen.

Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.

Erst im März festgelegt, trotzdem für das ganze Jahr

Im Dezember 2025 hat der Rat die Hebesatzsatzung für 2026 und 2027 beschlossen, zunächst ohne Satz für die Grundsteuer B. Diesen hat er am 12.03.2026 mit einer Änderungssatzung nachgeholt: 990 % für beide Jahre.

Die Änderung gilt rückwirkend zum 01.01.2026. Das ist erlaubt, wenn der Rat bis zum 30. Juni beschließt (§ 25 Abs. 3 GrStG).

Für deine Abrechnung heißt das: Auch wenn der Eigentümer im Frühjahr noch nach einem vorläufigen Bescheid gezahlt hat, gehört in die Abrechnung 2026 die Grundsteuer nach 990 %.

Abrechnung vor dem neuen Bescheid: Nachberechnung möglich

Rechnet dein Vermieter nicht nach Kalenderjahr ab, kann eine Abrechnung schon verschickt worden sein, bevor der geänderte Bescheid kam. Dann fehlt darin noch der neue Satz.

Der Bundesgerichtshof erlaubt dem Vermieter in solchen Fällen eine Nachberechnung, wenn er sie sich vorbehalten hat und die Erhöhung rückwirkend kam (Urteil vom 12.12.2012, VIII ZR 264/12).

Wichtig ist, dass die Nachzahlung nur einmal berechnet wird. Taucht sie in der nächsten Abrechnung noch einmal auf, zahlst du doppelt.

990 % auch 2027: Planungssicherheit für die Vorauszahlung

Mülheim hat den Satz gleich für zwei Jahre festgelegt. Die Grundsteuer wird 2027 also nicht noch einmal durch den Hebesatz steigen, solange der Rat nicht nachbessert.

Für deine Vorauszahlung ist das eine gute Nachricht. Hat der Vermieter sie nach der Abrechnung 2026 angepasst, sollte sie auch für 2027 reichen, was die Grundsteuer angeht.

Nach einer Abrechnung darf der Vermieter die Vorauszahlung auf eine angemessene Höhe anpassen (§ 560 Abs. 4 BGB). Wegen der Grundsteuer allein sollte die Erhöhung ungefähr dem tatsächlichen Mehrbetrag entsprechen.

Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist

„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
§ 2 Nr. 1 Betriebskostenverordnung (BetrKV)

Die Grundsteuer ist eine laufende öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).

Ohne andere Vereinbarung wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB). Auch eine rückwirkende Erhöhung gehört in die Abrechnung des Jahres, für das sie gilt.

Umlagefähig

  • Grundsteuer B laut Bescheid für 2026
  • Nachzahlung für die ersten Monate 2026
  • Nachberechnung, wenn sie vorbehalten wurde

Nicht umlagefähig

  • Säumniszuschläge oder Zinsen
  • Grundsteuer eines anderen Jahres
  • Kosten eines Einspruchs des Eigentümers
  • Grundsteuer A

Typische Fehler in der Abrechnung

  • Alter Satz für 2026

    Steht für 2026 noch 890 % in der Rechnung, fehlt die Erhöhung oder sie kommt als Nachberechnung.

  • Nachzahlung doppelt

    Die Nachzahlung für die ersten Monate gehört zu 2026. Taucht sie zusätzlich in der Abrechnung 2027 auf, zahlst du zweimal.

  • Gewerbefläche fehlt

    Wird nur auf die Wohnungen verteilt, obwohl ein Laden im Haus ist, zahlen die Mieter dessen Anteil.

  • Zuschläge eingerechnet

    Säumniszuschläge gehören nicht zur Grundsteuer.

So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung

  1. 1

    Hebesatz ablesen

    Für 2026 muss im Bescheid 990 % stehen.

  2. 2

    Betrag nachrechnen

    Messbetrag mal 990 geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.

  3. 3

    Mit 2025 vergleichen

    Bei gleichem Messbetrag steigt die Steuer um 11,2 %.

  4. 4

    Zeitraum prüfen

    Rechnet dein Vermieter nicht nach Kalenderjahr ab, müssen beide Sätze zeitanteilig eingehen.

  5. 5

    Belege anfordern

    Du darfst den Grundsteuerbescheid einsehen (§ 556 Abs. 4 BGB).

Siehst du in deiner Abrechnung, ob die 990 % umgesetzt sind?

Meist steht dort nur ein Betrag. Wir gleichen Bescheid, Jahr und Verteilung ab und sagen dir, ob deine Grundsteuer stimmt.

Was du tun kannst

Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne Betrag und Grund.

Für Einwendungen hast du bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).

Gegen den Hebesatz selbst kannst du als Mieter nichts tun. Prüfen kannst du, ob Betrag, Jahr und Verteilung stimmen.

Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Wenn du deine Nebenkostenabrechnung prüfen lassen willst, gehen wir jede Position einzeln durch und schicken dir einen Prüfbericht mit fertigem Schreiben an deinen Vermieter.

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Häufige Fragen: Grundsteuer in Mülheim an der Ruhr

Wie hoch ist die Grundsteuer in Mülheim an der Ruhr 2026?
Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt 990 %, einheitlich für alle Grundstücke. Er gilt auch für 2027. 2025 waren es 890 %.
Wann wurde der Hebesatz 2026 beschlossen?
Am 12.03.2026 mit einer Änderungssatzung zur Hebesatzsatzung 2026/2027. Sie gilt rückwirkend ab dem 01.01.2026.
Wie viel mehr Grundsteuer zahlen Mieter in Mülheim?
Bei gleichem Messbetrag 11,2 % mehr. Im Beispiel mit 120 € Messbetrag und sechs Wohnungen sind es für 70 m² 20,00 € mehr im Jahr.
Darf der Vermieter die höhere Grundsteuer nachfordern?
Ja. Die Grundsteuer 2026 gehört in die Abrechnung 2026. Hat er schon vorher abgerechnet, darf er sich eine Nachberechnung vorbehalten (BGH, VIII ZR 264/12).
Gibt es in Mülheim getrennte Hebesätze?
Nein. Mülheim erhebt einen einheitlichen Satz für Wohn- und Nichtwohngrundstücke.
Muss ich als Mieter die Grundsteuer zahlen?
Ja, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Die Grundsteuer gehört nach § 2 Nr. 1 BetrKV zu den umlagefähigen Kosten.

Ist die Grundsteuer in deiner Mülheimer Abrechnung richtig?

Lade deine Nebenkostenabrechnung im kostenlosen Vorab-Check hoch. Danach weißt du, ob eine Prüfung der Grundsteuer und der übrigen Posten lohnt.

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.