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MoersStand November 2026

Grundsteuer in Moers 2026: getrennte Sätze, Wohnen bleibt bei 827 %

Moers trennt seit der Reform 2025 zwischen Wohn- und Nichtwohngrundstücken, und daran ändert sich 2026 nichts. Für reine Wohnhäuser bleibt der Hebesatz bei 827 %. Teurer wird es nur, wenn dein Haus als Nichtwohngrundstück gilt. Hier erfährst du, worauf es ankommt.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Wohngrundstücke zahlen in Moers 2025 und 2026 einen Hebesatz von 827 %, Nichtwohngrundstücke 1.377 %.
  • Beschlossen hat der Rat die getrennten Sätze am 04.12.2024. Laut Bund der Steuerzahler NRW gelten sie 2026 unverändert.
  • Bei gleichem Messbetrag ändert sich die Grundsteuer eines Wohnhauses 2026 also nicht.
  • Häuser mit Laden oder Praxis zählen als Nichtwohngrundstücke. Sie zahlen 66 % mehr, auch für die Wohnungen.
  • Im Kreis Wesel haben Wesel und Voerde die getrennten Sätze 2026 aufgegeben. Ob sie rechtlich halten, prüft das Oberverwaltungsgericht NRW.

Kurz beantwortet

Für Wohngrundstücke gilt in Moers 2026 ein Grundsteuer-Hebesatz von 827 %, für Nichtwohngrundstücke 1.377 %. Beide Sätze sind seit 2025 gleich. In einem reinen Wohnhaus sollte sich die Grundsteuer in deiner Abrechnung 2026 deshalb kaum ändern. Im Beispiel mit sechs Wohnungen zahlst du für 70 m² 165,40 € im Jahr. Steigt der Betrag trotzdem, hat sich der Messbetrag geändert oder das Haus ist anders eingestuft.

Hebesatz 2026 für Wohngrundstücke, wie 2025
827 %
Hebesatz 2026 für Nichtwohngrundstücke, wie 2025
1.377 %
Änderung für Wohnhäuser bei gleichem Messbetrag
±0 %

Grundsteuer in Moers: Hebesätze 2025 und 2026

Grundsteuer in Moers: Vorjahr und 2026
Grundsteuer20252026
Wohngrundstücke (Grundsteuer B)827 %827 %
Nichtwohngrundstücke (Grundsteuer B)1.377 %1.377 %
Land- und Forstwirtschaft (Grundsteuer A)521 %nicht ausgewiesen
Steuer bei 100 € Messbetrag, Wohnhaus827,00 €827,00 €

Werte 2025 laut Stadt Moers (Ratsbeschluss vom 04.12.2024), Werte 2026 laut Bund der Steuerzahler NRW, Kreisvergleich 2026 (aktualisierte Fassung). Als Nichtwohngrundstücke gelten unbebaute und im Sachwertverfahren bewertete Grundstücke, dazu gehören gemischt genutzte Häuser.

Quelle: Stadt Moers: Rat beschließt differenzierte Hebesätze für Grundsteuer B · Bund der Steuerzahler NRW: Grundsteuer-B-Hebesätze 2026 (Kreisvergleich) · Bund der Steuerzahler NRW: Realsteuerhebesätze 2025

Grundsteuer Moers im Vergleich mit dem Kreis Wesel

Im Kreis Wesel trennen 2026 nur noch Moers und Kamp-Lintfort zwischen Wohnen und Gewerbe. Wesel und Voerde hatten 2025 getrennte Sätze und haben für 2026 einheitliche beschlossen. Für Wohnhäuser in Wesel stieg der Satz dadurch von 782 % auf 931 %.

Moers liegt mit 827 % für Wohnen über dem Schnitt der einheitlichen Sätze im Kreis von 763 %. Für Mieter in reinen Wohnhäusern ist entscheidend, dass der Satz 2026 nicht gestiegen ist.

Vergleich in Nordrhein-Westfalen
StadtHebesatz 2026
Dinslaken998 %
Xanten995 %
Wesel931 %
Moers, Wohnen827 %
Voerde815 %
Hamminkeln771 %
Kamp-Lintfort, Wohnen765 %
Schnitt der einheitlichen Sätze763 %
Neukirchen-Vluyn715 %
Rheinberg687 %

Grundsteuer B 2026. Moers und Kamp-Lintfort mit dem Satz für Wohngrundstücke, alle anderen mit einheitlichem Satz. Quelle: Bund der Steuerzahler NRW, Kreisvergleich 2026.

Quelle: Bund der Steuerzahler NRW: Grundsteuer-B-Hebesätze 2026 (Kreisvergleich)

Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Moers

Der Messbetrag ist angenommen, die Hebesätze sind echt. Das Beispiel zeigt, wie viel die Einstufung des Hauses ausmacht.

Annahmen für das Beispiel

  • Mehrfamilienhaus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohnfläche
  • Grundsteuermessbetrag: 120 €
  • Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohnfläche
Rechenweg
Grundsteuer als Wohngrundstück: 120 € × 827 %992,40 €
Dein Anteil: 992,40 € × 70 / 420165,40 €
Das sind im Monat13,78 €
Als Nichtwohngrundstück: 120 € × 1.377 %1.652,40 €
Dein Anteil dann: 1.652,40 € × 70 / 420275,40 €

In einem reinen Wohnhaus zahlst du im Beispiel 165,40 € im Jahr, 2025 wie 2026. Wäre das Haus wegen eines Ladens als Nichtwohngrundstück eingestuft, wären es 275,40 €. Die Einstufung steht im Grundsteuerbescheid.

Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.

Warum Moers zwei Hebesätze hat

Mit der Grundsteuerreform hat das Land NRW den Gemeinden erlaubt, für Wohn- und Nichtwohngrundstücke unterschiedliche Sätze festzulegen. Der Rat in Moers hat das am 04.12.2024 beschlossen: 827 % für Wohnen, 1.377 % für alle anderen Grundstücke.

Die Stadt durfte durch die Reform weder mehr noch weniger einnehmen. Für einzelne Eigentümer konnte die Grundsteuer trotzdem steigen oder sinken, je nach neuem Messbetrag.

Für 2026 sind beide Sätze gleich geblieben. Wohnhäuser zahlen also weiterhin den niedrigeren Satz.

Laden, Praxis, Büro im Haus: der hohe Satz gilt für alle

Nach dem NRW-Gesetz sind nur Grundstücke im Ertragswertverfahren Wohngrundstücke. Ein Haus mit Laden, Praxis oder Büro wird oft im Sachwertverfahren bewertet und zahlt dann 1.377 %, auch für die Wohnungen darüber.

Der Unterschied ist groß: 66 % mehr Grundsteuer bei gleichem Messbetrag. Wohnst du in so einem Haus, schau besonders genau hin, wie die Grundsteuer zwischen Gewerbe und Wohnungen verteilt wird.

Ob die Zuordnung gemischt genutzter Grundstücke zum hohen Satz verfassungsgemäß ist, ist offen. Das Oberverwaltungsgericht NRW verhandelt dazu am 04.12.2026 (14 A 296/26) und erwägt, das Bundesverfassungsgericht zu fragen.

Was du in der Abrechnung 2026 erwarten kannst

In einem reinen Wohnhaus sollte die Grundsteuer 2026 genauso hoch sein wie 2025, wenn sich der Messbetrag nicht geändert hat. Ein Anstieg ist dann erklärungsbedürftig.

Ändern kann sich der Messbetrag zum Beispiel nach einem Anbau oder wenn das Finanzamt einen Bescheid korrigiert. Dann schickt die Stadt einen neuen Grundsteuerbescheid, den du bei der Belegeinsicht sehen darfst.

Rechnet dein Vermieter über den Jahreswechsel ab, spielt das in Moers keine Rolle: Beide Jahre haben denselben Satz.

Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist

„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
§ 2 Nr. 1 Betriebskostenverordnung (BetrKV)

Die Grundsteuer ist eine laufende öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).

Ohne andere Vereinbarung wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB). Gewerbeflächen im Haus gehören in die Gesamtfläche.

Umlagefähig

  • Grundsteuer B laut Bescheid für 2026
  • Anteil nach Wohnfläche oder vereinbartem Schlüssel
  • Grundsteuer nach dem Satz für Nichtwohngrundstücke, wenn das Haus so eingestuft ist

Nicht umlagefähig

  • Säumniszuschläge oder Zinsen
  • Grundsteuer eines anderen Jahres
  • Kosten eines Rechtsstreits des Eigentümers
  • Grundsteuer A für landwirtschaftliche Flächen

Typische Fehler in der Abrechnung

  • Höhere Grundsteuer ohne Grund

    Der Satz für Wohnhäuser ist 2026 gleich geblieben. Steigt die Grundsteuer in deiner Abrechnung, frag nach einem neuen Bescheid.

  • Falsche Einstufung

    Steht für ein reines Wohnhaus 1.377 % im Bescheid, ist das Grundstück als Nichtwohngrundstück eingestuft. Frag nach dem Grund.

  • Gewerbefläche fehlt

    Wird die Grundsteuer nur auf die Wohnungen verteilt, obwohl im Haus ein Laden ist, zahlen die Mieter dessen Anteil.

  • Zuschläge eingerechnet

    Säumniszuschläge wegen verspäteter Zahlung gehören nicht zur Grundsteuer.

So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung

  1. 1

    Hebesatz im Bescheid ablesen

    Wohngrundstück 827 %, Nichtwohngrundstück 1.377 %. Welcher Satz gilt, steht im Bescheid.

  2. 2

    Betrag nachrechnen

    Messbetrag mal Hebesatz geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.

  3. 3

    Mit 2025 vergleichen

    In einem Wohnhaus sollte die Grundsteuer gleich bleiben, wenn sich der Messbetrag nicht geändert hat.

  4. 4

    Gewerbe im Haus prüfen

    Bei Laden oder Praxis im Haus prüfe Einstufung und Verteilung besonders genau.

  5. 5

    Belege anfordern

    Du darfst den Grundsteuerbescheid einsehen (§ 556 Abs. 4 BGB).

Weißt du, wie dein Haus bei der Grundsteuer eingestuft ist?

In der Abrechnung steht nur ein Betrag. Ob Satz, Einstufung und Verteilung stimmen, zeigt erst der Grundsteuerbescheid. Diesen Abgleich übernehmen wir.

Was du tun kannst

Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne Betrag und Grund.

Für Einwendungen hast du bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).

Gegen die Einstufung selbst kann nur der Eigentümer vorgehen. In einem gemischt genutzten Haus kann es sich lohnen, ihn auf das laufende Verfahren beim Oberverwaltungsgericht hinzuweisen.

Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Unsicher, ob alles stimmt? Du kannst deine Nebenkostenabrechnung prüfen lassen, zuerst kostenlos im Vorab-Check und danach gründlich für 24,90 €.

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Häufige Fragen: Grundsteuer in Moers

Wie hoch ist die Grundsteuer in Moers 2026?
Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt 827 % für Wohngrundstücke und 1.377 % für Nichtwohngrundstücke, genau wie 2025.
Steigt die Grundsteuer in Moers 2026?
Für Wohnhäuser nicht, solange sich der Messbetrag nicht ändert. Beide Hebesätze sind 2026 unverändert.
Was zahlt ein Mieter in Moers an Grundsteuer?
Im Beispiel mit 120 € Messbetrag und sechs Wohnungen sind es für 70 m² 165,40 € im Jahr, knapp 14 € im Monat.
Warum zahlen Häuser mit Laden mehr?
Sie gelten nach NRW-Gesetz als Nichtwohngrundstücke und zahlen 1.377 % statt 827 %. Das sind 66 % mehr bei gleichem Messbetrag.
Muss ich als Mieter die Grundsteuer zahlen?
Ja, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Die Grundsteuer gehört nach § 2 Nr. 1 BetrKV zu den umlagefähigen Kosten.
Bleibt Moers bei getrennten Hebesätzen?
Für 2026 ja. Andere Städte im Kreis wie Wesel und Voerde haben auf einen einheitlichen Satz umgestellt. Wie es weitergeht, hängt auch vom Verfahren beim Oberverwaltungsgericht NRW ab.

Ist die Grundsteuer in deiner Abrechnung richtig eingestuft?

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.