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RecklinghausenStand November 2026

Grundsteuer in Recklinghausen 2026: getrennte Sätze bleiben

Recklinghausen hat zur Grundsteuerreform getrennte Hebesätze eingeführt, genau in der Höhe, die das Land als aufkommensneutral berechnet hatte. Wohngrundstücke zahlen 663 %, alle anderen 1.173 %. Während Nachbarstädte wie Bottrop und Gelsenkirchen 2026 zum einheitlichen Satz zurückgekehrt sind, bleibt Recklinghausen dabei. Was das für deine Abrechnung bedeutet, liest du hier.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 05.11.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Wohngrundstücke zahlen in Recklinghausen 2025 und 2026 einen Hebesatz von 663 %, Nichtwohngrundstücke 1.173 %.
  • Beide Sätze entsprechen genau den aufkommensneutralen Werten, die das Land für Recklinghausen berechnet hat. Einheitlich wären es 784 % gewesen.
  • Bei gleichem Messbetrag ändert sich die Grundsteuer eines Wohnhauses 2026 nicht.
  • Häuser mit Laden oder Praxis zahlen den höheren Satz, auch für die Wohnungen. Ob das rechtens ist, prüft das Oberverwaltungsgericht NRW.
  • Im Beispiel mit sechs Wohnungen zahlst du für 70 m² 132,60 € im Jahr.

Kurz beantwortet

Für Wohngrundstücke gilt in Recklinghausen 2026 ein Grundsteuer-Hebesatz von 663 %, für Nichtwohngrundstücke 1.173 %. Beide Sätze sind laut Bund der Steuerzahler NRW gegenüber 2025 unverändert. In einem reinen Wohnhaus bleibt deine Grundsteuer also gleich, solange der Messbetrag gleich bleibt. Im Beispiel mit 120 € Messbetrag und sechs Wohnungen sind das für 70 m² 132,60 € im Jahr. Mit einem einheitlichen Satz von 784 % wären es 156,80 €.

Hebesatz für Wohngrundstücke 2025 und 2026
663 %
Hebesatz für Nichtwohngrundstücke
1.173 %
aufkommensneutraler Einheitssatz laut Land, nicht gewählt
784 %

Grundsteuer in Recklinghausen: Hebesätze 2025 und 2026

Grundsteuer in Recklinghausen: Vorjahr und 2026
Grundsteuer B20252026
Wohngrundstücke663 %663 %
Nichtwohngrundstücke1.173 %1.173 %
Aufkommensneutral laut Land, einheitlich784 %nicht ausgewiesen
Steuer bei 100 € Messbetrag, Wohnhaus663,00 €663,00 €

Werte laut Bund der Steuerzahler NRW: Realsteuerhebesätze 2025 (mit den aufkommensneutralen Hebesätzen des Landes) und Kreisvergleich 2026, aktualisierte Fassung mit Redaktionsschluss 10.07.2026.

Quelle: Bund der Steuerzahler NRW: Realsteuerhebesätze 2025 · Bund der Steuerzahler NRW: Grundsteuer-B-Hebesätze 2026 (Kreisvergleich)

Grundsteuer Recklinghausen im Kreis Recklinghausen

Im Kreis trennen 2026 nur Recklinghausen und Gladbeck zwischen Wohnen und Gewerbe. Alle anderen Städte erheben einen einheitlichen Satz zwischen 700 % in Waltrop und 920 % in Herten.

Für Mieter in reinen Wohnhäusern ist Recklinghausen mit 663 % damit die günstigste Stadt im Kreis. Für Häuser mit Gewerbe ist es umgekehrt.

Vergleich in Nordrhein-Westfalen
StadtHebesatz 2026
Gladbeck, Wohnen929 %
Herten920 %
Oer-Erkenschwick880 %
Castrop-Rauxel870 %
Dorsten870 %
Datteln825 %
Haltern am See825 %
Marl790 %
Waltrop700 %
Recklinghausen, Wohnen663 %

Grundsteuer B 2026, einheitlicher Satz oder Satz für Wohngrundstücke. Quelle: Bund der Steuerzahler NRW, Kreisvergleich 2026.

Quelle: Bund der Steuerzahler NRW: Grundsteuer-B-Hebesätze 2026 (Kreisvergleich)

Rechenbeispiel: Grundsteuer einer 70-m²-Wohnung in Recklinghausen

Der Messbetrag ist angenommen, die Hebesätze sind echt. Das Beispiel zeigt, wie viel die getrennten Sätze ausmachen.

Annahmen für das Beispiel

  • Reines Wohnhaus mit sechs Wohnungen und 420 m² Wohnfläche
  • Grundsteuermessbetrag: 120 €
  • Deine Wohnung hat 70 m², verteilt wird nach Wohnfläche
Rechenweg
Grundsteuer als Wohngrundstück: 120 € × 663 %795,60 €
Dein Anteil: 795,60 € × 70 / 420132,60 €
Das sind im Monat11,05 €
Zum Vergleich mit 784 % einheitlich: 120 € × 784 % × 70 / 420156,80 €
Als Nichtwohngrundstück: 120 € × 1.173 % × 70 / 420234,60 €

In einem reinen Wohnhaus zahlst du im Beispiel 132,60 € im Jahr. Ein einheitlicher Satz wie in den Nachbarstädten würde 24,20 € mehr kosten. Ist dein Haus als Nichtwohngrundstück eingestuft, zahlst du 234,60 €.

Beispielrechnung mit einem angenommenen Messbetrag. Was du wirklich zahlst, hängt vom Grundsteuerbescheid deines Hauses und dem vereinbarten Verteilerschlüssel ab.

Getrennte Sätze genau nach Landesvorgabe

Für die Reform 2025 hat das Land jeder Gemeinde berechnet, mit welchem Hebesatz sie gleich viel Grundsteuer einnimmt wie vorher. Für Recklinghausen waren das 784 % einheitlich oder 663 % und 1.173 % bei getrennten Sätzen.

Recklinghausen hat die getrennte Variante gewählt, ohne Aufschlag. Wohnhäuser tragen damit weniger, Gewerbe mehr als bei einem einheitlichen Satz.

Laut Bund der Steuerzahler NRW gelten beide Sätze auch 2026 unverändert.

Getrennte Sätze vor Gericht: was das für dich heißt

Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hat getrennte Sätze in Bochum, Essen, Dortmund und Gelsenkirchen beanstandet. Mehrere Städte, etwa Bottrop, sind deshalb 2026 zu einem einheitlichen Satz zurückgekehrt.

Das Oberverwaltungsgericht NRW verhandelt am 04.12.2026 über den Fall aus Bochum (14 A 296/26) und erwägt, das Bundesverfassungsgericht anzurufen. Eine endgültige Klärung kann dauern.

Ändert Recklinghausen später den Satz, gilt das nur für die Zukunft oder rückwirkend für ein Jahr, wenn bis zum 30. Juni beschlossen wird (§ 25 Abs. 3 GrStG). Für deine Abrechnung zählt immer der Satz, der für das Abrechnungsjahr festgesetzt ist.

Wohnung über dem Laden: hier zahlst du den Gewerbesatz mit

Gemischt genutzte Häuser werden nach NRW-Recht oft den Nichtwohngrundstücken zugeordnet. Dann gilt 1.173 % für das ganze Haus, auch für die Wohnungen. Das sind 77 % mehr als der Wohnsatz.

Wohnst du in so einem Haus, prüfe genau, wie die Grundsteuer verteilt wird. Bei Verteilung nach Fläche gehört die Ladenfläche in die Gesamtfläche.

Gegen die Einstufung kann nur der Eigentümer vorgehen. Als Mieter kannst du nachfragen, ob er das Verfahren beim Oberverwaltungsgericht im Blick hat.

Was von der Position Grundsteuer umlagefähig ist

„die laufenden öffentlichen Lasten des Grundstücks, hierzu gehört namentlich die Grundsteuer“
§ 2 Nr. 1 Betriebskostenverordnung (BetrKV)

Die Grundsteuer ist eine laufende öffentliche Last des Grundstücks. Dein Vermieter darf sie umlegen, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt (§ 556 Abs. 1 BGB).

Ohne andere Vereinbarung wird nach Wohnfläche verteilt (§ 556a Abs. 1 BGB).

Umlagefähig

  • Grundsteuer B laut Bescheid für 2026
  • Anteil nach Wohnfläche oder vereinbartem Schlüssel
  • Satz für Nichtwohngrundstücke, wenn das Haus so eingestuft ist

Nicht umlagefähig

  • Säumniszuschläge oder Zinsen
  • Grundsteuer eines anderen Jahres
  • Kosten eines Rechtsstreits des Eigentümers
  • Grundsteuer A

Typische Fehler in der Abrechnung

  • Falsche Einstufung

    Steht für ein reines Wohnhaus 1.173 % im Bescheid, ist das Grundstück als Nichtwohngrundstück eingestuft. Frag nach dem Grund.

  • Anstieg ohne neuen Bescheid

    Die Sätze sind 2026 gleich. Steigt die Grundsteuer, muss ein neuer Bescheid vorliegen.

  • Ladenfläche fehlt

    Wird nur auf die Wohnungen verteilt, obwohl im Haus ein Laden ist, zahlen die Mieter dessen Anteil.

  • Zuschläge eingerechnet

    Säumniszuschläge gehören nicht zur Grundsteuer.

So prüfst du die Grundsteuer in deiner Abrechnung

  1. 1

    Hebesatz ablesen

    Wohngrundstück 663 %, Nichtwohngrundstück 1.173 %. Welcher Satz gilt, steht im Bescheid.

  2. 2

    Betrag nachrechnen

    Messbetrag mal Hebesatz geteilt durch 100 ergibt die Grundsteuer des Hauses.

  3. 3

    Mit 2025 vergleichen

    Bei gleichem Messbetrag bleibt die Grundsteuer gleich.

  4. 4

    Gewerbe im Haus prüfen

    Bei Laden oder Praxis im Haus prüfe Einstufung und Verteilung besonders genau.

  5. 5

    Belege anfordern

    Du darfst den Grundsteuerbescheid einsehen (§ 556 Abs. 4 BGB).

Weißt du, wie dein Haus bei der Grundsteuer eingestuft ist?

In der Abrechnung steht nur ein Betrag. Ob Satz, Einstufung und Verteilung stimmen, zeigt erst der Grundsteuerbescheid. Diesen Abgleich übernehmen wir.

Was du tun kannst

Passt die Grundsteuer nicht zum Bescheid, widersprich schriftlich und nenne Betrag und Grund.

Für Einwendungen hast du bis zum Ende des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung Zeit (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).

Gegen den Hebesatz selbst kannst du als Mieter nichts tun. Prüfen kannst du, ob Betrag, Einstufung und Verteilung stimmen.

Ob Hebesatz, Steuerjahr und Verteilung in deiner Abrechnung stimmen, zeigt erst der Abgleich mit dem Grundsteuerbescheid. Wenn du deine Nebenkostenabrechnung prüfen lassen willst, gehen wir jede Position einzeln durch und schicken dir einen Prüfbericht mit fertigem Schreiben an deinen Vermieter.

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Häufige Fragen: Grundsteuer in Recklinghausen

Wie hoch ist die Grundsteuer in Recklinghausen 2026?
Der Hebesatz der Grundsteuer B beträgt 663 % für Wohngrundstücke und 1.173 % für Nichtwohngrundstücke, wie 2025.
Warum hat Recklinghausen zwei Hebesätze?
Die Stadt hat zur Reform die getrennten Sätze gewählt, die das Land als aufkommensneutral berechnet hatte. Wohnhäuser zahlen dadurch weniger als bei einem einheitlichen Satz von 784 %.
Was zahlt ein Mieter in Recklinghausen an Grundsteuer?
Im Beispiel mit 120 € Messbetrag und sechs Wohnungen sind es für 70 m² 132,60 € im Jahr, gut 11 € im Monat.
Bleibt Recklinghausen bei getrennten Sätzen?
Für 2026 ja. Wie es weitergeht, hängt auch vom Verfahren beim Oberverwaltungsgericht NRW ab, das am 04.12.2026 verhandelt.
Zahlen Häuser mit Laden mehr Grundsteuer?
Wenn sie als Nichtwohngrundstück eingestuft sind, ja: 1.173 % statt 663 %, auch für die Wohnungen im Haus.
Muss ich als Mieter die Grundsteuer zahlen?
Ja, wenn dein Mietvertrag die Betriebskosten auf dich überträgt. Die Grundsteuer gehört nach § 2 Nr. 1 BetrKV zu den umlagefähigen Kosten.

Ist die Grundsteuer in deiner Abrechnung richtig eingestuft?

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.