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SWSG Nebenkostenabrechnung in Stuttgart verstehen und prüfen

Wohnungsunternehmen

Rechtsstand: Oktober 2026

SWSG Nebenkostenabrechnung in Stuttgart verstehen und prüfen

Die SWSG Nebenkostenabrechnung betrifft rund 20.000 Mietwohnungen in ganz Stuttgart. Die SWSG erklärt ihre Kostenarten online ausführlich, sogar mit Videos in fünf Sprachen. Hier liest du, was dort steht, welche Regeln für jede Abrechnung gelten und wie du deine prüfst, bevor du nachzahlst.

Phil Holthaus und Johann Slawski, die Gründer von nebify

Von Phil Holthaus & Johann Slawski, Gründer von nebify — Nebenkostenabrechnungen, geprüft von Menschen und Software.

Zuletzt aktualisiert am 16.10.2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Die SWSG Nebenkostenabrechnung muss spätestens zwölf Monate nach Ende deines Abrechnungszeitraums bei dir sein. Endet er am 31.12.2025, ist der 31.12.2026 der letzte Tag.
  • Die SWSG erklärt jede Kostenart auf ihrer Seite „Nebenkosten“. Fragen stellst du am besten über das Kontaktformular mit dem Anliegen „Informationen zu meiner Nebenkostenabrechnung“.
  • Kabelgrundgebühren für Vodafone laufen seit dem 1. Juli 2024 nicht mehr über die Betriebskosten. Das hat die SWSG selbst angekündigt.
  • Einen zweiten Blick wert sind in jeder Abrechnung: Hauswart, Reinigung trotz Kehrwoche, rechnerischer Heizungsstrom, Sonderkosten Müll und Wartungen in der Wohnung.
  • Einwendungen schickst du schriftlich und begründet, spätestens zwölf Monate nach Zugang. Vorher darfst du die Belege einsehen.
Inhalt
  1. 1. Kurz beantwortet
  2. 2. Die SWSG in Zahlen
  3. 3. Wann die Abrechnung kommt
  4. 4. MieterApp, Kontaktformular, Kundencenter
  5. 5. So wird verteilt: Rechenbeispiel
  6. 6. Typische Posten und Durchschnittswerte
  7. 7. Heizkosten, Heizstrom, Fernwärme
  8. 8. Kabel-TV seit Juli 2024
  9. 9. Typische Fehler
  10. 10. So prüfst du deine Abrechnung
  11. 11. Belege und Widerspruch
  12. 12. Hilfe in Stuttgart
  13. 13. Häufige Fragen

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Kurz beantwortet

Die SWSG Nebenkostenabrechnung muss spätestens zwölf Monate nach Ende deines Abrechnungszeitraums bei dir sein, und du hast danach zwölf Monate Zeit für Einwände. Die SWSG erklärt alle Kostenarten auf ihrer Website, vom Hauswart bis zur Grundsteuer. Für jede Abrechnung gelten trotzdem dieselben Regeln wie bei jedem Vermieter: Umlagefähig ist nur, was die Betriebskostenverordnung nennt und dein Mietvertrag vereinbart. Prüfe vor allem stark gestiegene Posten und lass dir dazu die Belege zeigen. Den unstrittigen Teil einer Nachzahlung zahlst du, den Rest beanstandest du schriftlich.

Die SWSG in Zahlen: größte Vermieterin Stuttgarts

Die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft mbH, kurz SWSG, nennt in ihrem Jahresbericht 2025 genau 20.002 eigene Mietwohnungen. Sie beschreibt sich selbst als größte Vermieterin der Landeshauptstadt. Ihre Wohnungen liegen laut eigener Angabe im gesamten Stuttgarter Stadtgebiet. Knapp die Hälfte aller preisgebundenen Wohnungen in Stuttgart gehört nach Angabe der SWSG ihr.

Die SWSG ist Mitglied der Vereinigung baden-württembergischer kommunaler Wohnungsunternehmen. Den Aufsichtsrat führt laut Website ein Bürgermeister der Stadt Stuttgart. Für deine Nebenkostenabrechnung ändert das nichts: Ein kommunales Unternehmen rechnet nach denselben Gesetzen ab wie ein privater Vermieter, also nach § 556 BGB, der Betriebskostenverordnung und der Heizkostenverordnung.

Die SWSG ließ sich nach eigener Angabe 2012 als erstes Wohnungsunternehmen in Baden-Württemberg nach dem Siegel der Geislinger Konvention zertifizieren. Das ist ein Standard, um Betriebskosten einheitlich aufzuschlüsseln und zu vergleichen. Ob deine eigene Abrechnung richtig ist, sagt ein solches Siegel nicht. Das klärst du nur mit deinen Unterlagen.

Wann kommt die SWSG Nebenkostenabrechnung?

Einen festen Versandtermin nennt die SWSG auf ihrer Website nicht. Auch der Abrechnungszeitraum steht dort nicht. Er ergibt sich aus deinem Mietvertrag und steht oben auf jeder Abrechnung. Für die Frist zählt allein das Gesetz:

„Die Abrechnung ist dem Mieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Ende des Abrechnungszeitraums mitzuteilen. Nach Ablauf dieser Frist ist die Geltendmachung einer Nachforderung durch den Vermieter ausgeschlossen, es sei denn, der Vermieter hat die verspätete Geltendmachung nicht zu vertreten.“
§ 556 Abs. 3 S. 2 und 3 BGB
Beispiele: bis wann die Abrechnung bei dir sein muss
AbrechnungszeitraumSpätester Zugang
01.01.2025 bis 31.12.202531.12.2026
01.07.2024 bis 30.06.202530.06.2026
01.10.2024 bis 30.09.202530.09.2026

Maßgeblich ist der Zugang bei dir, nicht das Datum auf dem Schreiben. Kommt die Abrechnung zu spät, kann die SWSG eine Nachzahlung in der Regel nicht mehr verlangen. Ein Guthaben steht dir trotzdem zu.

SWSG Mieterportal und MieterApp: wo du Fragen zur Abrechnung stellst

Wer nach einem „SWSG Mieterportal“ sucht, landet auf der Website bei der SWSG-MieterApp. Damit meldest du laut SWSG zum Beispiel Schäden, änderst Bankdaten und liest Neuigkeiten. Ob du dort auch deine Nebenkostenabrechnung abrufen kannst, beschreibt die App-Seite nicht. Rechne deshalb damit, dass die Abrechnung per Post kommt, und heb den Umschlag oder das Eingangsdatum auf.

Für Fragen zur Abrechnung hat die SWSG im Kontaktformular ein eigenes Anliegen: „Informationen zu meiner Nebenkostenabrechnung“. Dort kannst du deine Mietvertragsnummer angeben und eine Antwort per E-Mail wählen. Praktisch ist die Option, dir eine Kopie deiner Anfrage per E-Mail schicken zu lassen. So hast du einen Nachweis, was du wann gefragt hast. Persönlich berät die SWSG nach Terminvereinbarung am Firmenhauptsitz in Obertürkheim und in der Geschäftsstelle in Bad Cannstatt.

  • Erklärseite „Nebenkosten“

    Die SWSG erklärt dort jede Kostenart in einfachen Worten, von Wasser bis zu sonstigen Betriebskosten. Lies die Erklärung zu jeder Position, die dir hoch vorkommt.

  • Erklärvideos

    Zur Musterabrechnung gibt es Videos auf Deutsch, Englisch, Russisch, Griechisch und Türkisch: Anschreiben, Betriebs- und Heizkosten, Vorauszahlungen, Einzelabrechnung, Bescheinigung fürs Finanzamt.

  • Persönliches Abrechnungsvideo

    Laut FAQ verschafft dir ein persönliches Abrechnungsvideo einen Überblick über deine Nebenkosten. Es erklärt die Zahlen. Ob sie stimmen, zeigt erst der Vergleich mit Mietvertrag und Belegen.

So werden die Kosten verteilt: ein Rechenbeispiel

Große Wohnungsunternehmen rechnen oft mehrere Häuser gemeinsam ab. Die Kosten eines Postens werden dann auf alle Wohnungen dieser Abrechnungseinheit verteilt. Ist nichts anderes vereinbart, gilt die Wohnfläche:

„Haben die Vertragsparteien nichts anderes vereinbart, sind die Betriebskosten vorbehaltlich anderweitiger Vorschriften nach dem Anteil der Wohnfläche umzulegen.“
§ 556a Abs. 1 S. 1 BGB

Ein vereinfachtes Beispiel mit erfundenen Zahlen: Eine Wohnanlage hat 4.800 m² Wohnfläche. Die Gartenpflege kostet im Jahr 7.200 €. Das sind 1,50 € je m². Für deine 65-m²-Wohnung ergibt das 97,50 € im Jahr. Fehlt in der Gesamtfläche aber ein Haus mit 800 m², rechnet die Abrechnung nur mit 4.000 m². Dann steigt dein Anteil auf 117 €, also um 19,50 €, ohne dass irgendjemand mehr Rasen gemäht hat.

Deshalb lohnt der Blick auf die Gesamtfläche und die Zahl der Wohnungen in der Abrechnung. Weichen sie deutlich vom Vorjahr ab, frag nach dem Grund. Neubauten, Abrisse oder Modernisierungen können eine Änderung erklären, aber die Abrechnung sollte sie nachvollziehbar machen.

Typische Posten der SWSG Nebenkostenabrechnung und Durchschnittswerte

Die SWSG beschreibt auf ihrer Nebenkosten-Seite, was sie unter jeder Kostenart versteht. Beim Hauswart schreibt sie selbst, dass Instandhaltung, Instandsetzung, Erneuerung, Schönheitsreparaturen und Verwaltung nicht umlagefähig sind. Das entspricht dem Wortlaut der Verordnung:

„soweit diese nicht die Instandhaltung, Instandsetzung, Erneuerung, Schönheitsreparaturen oder die Hausverwaltung betrifft; soweit Arbeiten vom Hauswart ausgeführt werden, dürfen Kosten für Arbeitsleistungen nach den Nummern 2 bis 10 und 16 nicht angesetzt werden“
§ 2 Nr. 14 BetrKV (Hauswart)
Posten, Durchschnitt laut Mieterbund und worauf du achtest
PostenØ je m² und MonatPrüfpunkt
Hauswart0,21 €Nur laufende Objektbetreuung. Reparatur- und Verwaltungsanteile müssen heraus.
Gebäudereinigung0,21 €Passt sie zur Kehrwoche in deinem Haus? Abgerechnet wird nur, was eine Firma wirklich gemacht hat.
Müllabfuhr0,16 €Gebühren plus Zusatz- und Sonderkosten. Sonderkosten nur, wenn kein Verursacher feststellbar ist.
Gartenpflege0,15 €Pflege ja, Neuanlage und Umgestaltung nein.
Allgemeinstrom0,06 €Nur Treppenhaus, Keller, Außenlicht. Kein Heizungsstrom doppelt.
Aufzug0,20 €Betrieb, Wartung, Prüfung, Notruf. Keine Reparaturen.
Versicherungen0,31 €Gebäude und Haftpflicht. Keine Mietausfall- oder Rechtsschutzversicherung des Vermieters.
Sonstige Betriebskosten0,07 €Nur, was im Mietvertrag einzeln genannt ist.

Durchschnitt: Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds, Abrechnungsjahr 2024, bundesweit. Beim Hauswart gilt der Wert für Häuser, in denen Reinigung, Garten und Winterdienst getrennt abgerechnet werden. Ein Durchschnitt ist kein Grenzwert, aber ein guter Anlass, bei großen Abweichungen nachzufragen.

  • Grundsteuer

    Die SWSG weist darauf hin, dass die Grundsteuer in Baden-Württemberg seit 2025 nach dem Landesgrundsteuergesetz berechnet wird und der Hebesatz in Stuttgart bei 160 % liegt. Vergleiche den Betrag mit dem Vorjahr. Bei einem großen Sprung darfst du nach dem Bescheid fragen.

  • Wartung in der Wohnung

    Gerätewartung für Gasetagenheizung, Therme oder Durchlauferhitzer gehört laut SWSG zu den sonstigen Betriebskosten, soweit der Mietvertrag das vorsieht. Prüfe genau das: Sonstige Betriebskosten müssen im Vertrag einzeln benannt sein (BGH, VIII ZR 167/03).

  • Rauchwarnmelder

    Die Wartung kann als sonstige Betriebskosten umgelegt werden, wenn der Vertrag sie nennt. Die Miete oder das Leasing der Geräte dagegen nicht (BGH, Urteil vom 11.05.2022, VIII ZR 379/20).

Heizkosten, Heizungsstrom und Fernwärme bei der SWSG

Heiz- und Warmwasserkosten rechnet die SWSG laut FAQ jährlich verbrauchsabhängig ab. Grundlage ist die Heizkostenverordnung. Sie verlangt, dass mindestens 50 und höchstens 70 Prozent der Kosten nach Verbrauch verteilt werden (§ 7 Abs. 1 HeizkostenV). Den Rest verteilt die Abrechnung meist nach Fläche.

  • Heizungsstrom ohne eigenen Zähler

    Hat die Heizung keinen separaten Stromzähler, setzt die SWSG den Betriebsstrom nach eigener Erklärung rechnerisch an, auf Basis der Energiekosten. Eine solche Schätzung ist zulässig. Der Vermieter muss aber offenlegen, wie er gerechnet hat (BGH, Urteil vom 20.02.2008, VIII ZR 27/07). Prüfe außerdem, dass derselbe Strom nicht auch im Allgemeinstrom steckt.

  • Fernwärme mit Warmwasser

    Bei Fernwärme mit direkter Warmwasserversorgung setzt die SWSG laut eigener Seite 125 kWh je Kubikmeter Warmwasser an, um den Gesamtverbrauch auszuweisen. Für die Verteilung zählen die Werte deiner Zähler.

  • Verbrauchsvergleich

    Die SWSG stellt in der Abrechnung deinen Verbrauch in kWh den Vorjahren gegenüber, wie es § 6a HeizkostenV verlangt. Ein starker Sprung bei gleichem Heizverhalten ist ein Grund, die Ablesewerte zu prüfen.

  • 3 Prozent Kürzung

    Sind fernablesbare Zähler eingebaut, müssen Mieter seit 2022 monatlich über ihren Verbrauch informiert werden (§ 6a HeizkostenV). Fehlt diese Information, darfst du deinen Anteil an den Heizkosten um 3 Prozent kürzen (§ 12 Abs. 1 S. 3 HeizkostenV).

Kabel-TV bei der SWSG: was seit dem 1. Juli 2024 gilt

Die SWSG hat ihren Bestand laut FAQ mit einem Breitbandkabelnetz ausgestattet, Vertragspartner ist Vodafone. Früher liefen die Kabelgebühren über die Betriebskosten. Das sogenannte Nebenkostenprivileg ist seit Juli 2024 weggefallen. Die Verordnung sagt heute zur Verteilanlage am Breitbandnetz:

„hierzu gehören die Kosten des Betriebsstroms, bis zum 30. Juni 2024 außerdem die weiteren Kosten entsprechend Buchstabe a, sowie die laufenden monatlichen Grundgebühren für Breitbandanschlüsse“
§ 2 Nr. 15 b BetrKV

Die SWSG schreibt dazu selbst: Zum 30.06.2024 endet die Umlage der monatlichen Kabelgrundgebühr über die Betriebskostenabrechnung. Danach rechnet Vodafone die Gebühr direkt mit dir ab, wenn du einen Einzelnutzervertrag hast. Anschlüsse ohne gültigen Vertrag will Vodafone laut SWSG schrittweise abschalten.

  • Abrechnung 2024

    Kabelgrundgebühren dürfen höchstens für Januar bis Juni 2024 enthalten sein. Steht ein voller Jahresbetrag drin, frag nach.

  • Abrechnung 2025

    Keine Kabelgrundgebühren mehr. Umlagefähig bleibt höchstens der Betriebsstrom der Verteilanlage.

  • Doppelt gezahlt?

    Hast du seit Juli 2024 einen eigenen Vertrag mit Vodafone, darfst du dieselbe Leistung nicht noch einmal über die Nebenkosten bezahlen.

Typische Fehler, die in jeder Nebenkostenabrechnung vorkommen können

Die folgenden Punkte sehen wir in Prüfungen bei Vermietern jeder Größe. Sie sind keine Aussage über die SWSG, sondern eine Liste, die du für jede Abrechnung abhaken kannst:

  • Reinigung trotz Kehrwoche

    Die SWSG schreibt, dass in vielen Häusern Dienstleister die Kehrwoche übernehmen. Erledigt ihr sie in deinem Haus selbst, sollte keine Fremdreinigung für dieselben Flächen auftauchen.

  • Hauswart doppelt

    Reinigt oder mäht der Hauswart selbst, dürfen diese Arbeiten nicht zusätzlich als Gebäudereinigung oder Gartenpflege berechnet werden.

  • Reparaturen im Hauswart

    Kleine Reparaturen gehören nicht in die Betriebskosten. Ohne Abzug für solche Anteile ist die Position angreifbar.

  • Kabel nach Juni 2024

    Grundgebühren für Kabel-TV sind für die Zeit ab Juli 2024 nicht mehr umlagefähig.

  • Falsche Fläche oder Zeit

    Stimmt deine Wohnfläche mit dem Mietvertrag überein? Ist bei Ein- oder Auszug nur deine Mietzeit berechnet?

  • Nicht vereinbarte Posten

    Sonstige Betriebskosten wie Wartungen zählen nur, wenn sie im Mietvertrag einzeln genannt sind.

Kannst du sicher sagen, ob deine Hauswart- und Reinigungskosten stimmen?

Das steht nicht auf der Abrechnung, sondern in Leistungsverzeichnissen, Rechnungen und deinem Mietvertrag. Wir gleichen genau das ab und sagen dir, welche Positionen du begründet beanstanden kannst.

So prüfst du deine SWSG Nebenkostenabrechnung Schritt für Schritt

  1. 1

    Zugang notieren

    Schreib dir auf, wann die Abrechnung angekommen ist. Ab diesem Tag läuft deine Frist für Einwände.

  2. 2

    Zeitraum und Frist prüfen

    Kam die Abrechnung innerhalb von zwölf Monaten nach Ende des Zeitraums? Wenn nicht, kann eine Nachzahlung entfallen.

  3. 3

    Wohnfläche und Personen

    Vergleiche deine Fläche mit dem Mietvertrag. Werden Kosten nach Personen verteilt, muss die Zahl für deine Wohnung stimmen.

  4. 4

    Vorauszahlungen abgleichen

    Stehen alle Vorauszahlungen drin, die du tatsächlich gezahlt hast? Leg dafür deine Kontoauszüge daneben.

  5. 5

    Vorjahr vergleichen

    Markiere jede Position, die um mehr als etwa ein Fünftel gestiegen ist. Für sie fragst du nach dem Grund.

  6. 6

    Mietvertrag lesen

    Prüfe, ob jede Kostenart vereinbart ist, besonders sonstige Betriebskosten und Wartungen in der Wohnung.

  7. 7

    Belege anfordern

    Für alle markierten Positionen verlangst du Rechnungen, Verträge und die Flächenaufstellung.

Belegeinsicht und Widerspruch bei der SWSG

Wo und wie du bei der SWSG Belege einsiehst, steht nicht auf der Website. Dein Anspruch ergibt sich direkt aus dem Gesetz, und er gilt bei jedem Vermieter:

„Der Vermieter hat dem Mieter auf Verlangen Einsicht in die der Abrechnung zugrundeliegenden Belege zu gewähren. Der Vermieter ist berechtigt, die Belege elektronisch bereitzustellen.“
§ 556 Abs. 4 BGB

Stell die Anfrage über das Kontaktformular oder per Brief und nenne die Positionen konkret. Solange dir die berechtigt verlangte Einsicht nicht gewährt wird, darfst du die Nachzahlung zurückhalten (BGH, Urteil vom 07.02.2018, VIII ZR 189/17). Teile das schriftlich mit. Die Frist für deine Einwände läuft trotzdem weiter. Erhebe sie deshalb vorsorglich und ergänze sie nach der Einsicht.

Formulierungsbeispiel: Belegeinsicht und Einwand

Betreff: Nebenkostenabrechnung [Zeitraum], Mietvertragsnummer [Nummer]

Sehr geehrte Damen und Herren, zu Ihrer Abrechnung vom [Datum] bitte ich um Einsicht in die Belege nach § 556 Abs. 4 BGB: Hauswartvertrag mit Leistungsverzeichnis, Rechnungen zur Gebäudereinigung, Berechnung des Heizungsstroms und eine Aufstellung der Flächen der Abrechnungseinheit. Eine elektronische Bereitstellung genügt mir. Gegen die Positionen [Position] erhebe ich vorsorglich Einwendungen, weil [Grund]. Den unstrittigen Teil zahle ich fristgerecht.

Mit freundlichen Grüßen, [Name]

Das Beispiel ist eine Formulierungshilfe, keine Rechtsberatung.

„Einwendungen gegen die Abrechnung hat der Mieter dem Vermieter spätestens bis zum Ablauf des zwölften Monats nach Zugang der Abrechnung mitzuteilen.“
§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB

Hilfe bei der Nebenkostenabrechnung in Stuttgart

Für eine rechtliche Beratung im Einzelfall ist der DMB-Mieterverein Stuttgart eine Anlaufstelle. Bei der SWSG gibt es außerdem den Beirat der Mietervertreter*innen. Laut eigener Website bilden über 60 Mietervertreter*innen dieses Gremium und vertreten die Interessen der SWSG-Mieterschaft gegenüber dem Unternehmen. Haben mehrere Mieter in einem Haus dieselbe Frage zur Abrechnung, kann es sinnvoll sein, sie gebündelt anzusprechen.

Eine Beratung löst aber nicht das Grundproblem: Jemand muss die Abrechnung Zeile für Zeile mit Mietvertrag und Belegen abgleichen. Genau das übernimmt eine Prüfung. Danach weißt du, welche Einwände tragen, und hast ein fertiges Schreiben in der Hand.

Prüfung durch nebify

Lass deine Abrechnung prüfen, bevor du zahlst

Die SWSG erklärt ihre Kostenarten gut, aber eine Erklärung ersetzt keinen Abgleich. Ob Hauswart, Reinigung, Heizungsstrom und Wartungen in deinem Haus korrekt verteilt sind, zeigen erst Mietvertrag und Belege. Wir prüfen jede Position mit Rechtsgrundlage und geben dir ein fertiges Schreiben an die SWSG mit.

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Häufige Fragen zur SWSG Nebenkostenabrechnung

Wann kommt die SWSG Nebenkostenabrechnung?
Einen festen Versandmonat nennt die SWSG auf ihrer Website nicht. Gesetzlich muss die Abrechnung spätestens zwölf Monate nach Ende des Abrechnungszeitraums bei dir sein (§ 556 Abs. 3 S. 2 BGB). Welcher Zeitraum für dich gilt, steht oben auf deiner letzten Abrechnung.
Wie kann ich meine SWSG Nebenkostenabrechnung prüfen?
Lege Abrechnung, Vorjahresabrechnung und Mietvertrag nebeneinander. Prüfe Zeitraum, Flächen, Verteilerschlüssel und jede Position, die stark gestiegen ist. Für unklare Posten verlangst du Belegeinsicht. Im kostenlosen Vorab-Check von nebify siehst du in zwei Minuten, ob sich eine genaue Prüfung lohnt.
Gibt es ein SWSG Mieterportal für die Nebenkostenabrechnung?
Die SWSG stellt auf ihrer Website die SWSG-MieterApp vor, mit der du zum Beispiel Schäden meldest oder Bankdaten änderst. Ob die Abrechnung dort abrufbar ist, beschreibt die App-Seite nicht. Fragen zur Abrechnung kannst du über das Kontaktformular mit dem Anliegen „Informationen zu meiner Nebenkostenabrechnung“ stellen.
Zahle ich bei der SWSG noch Kabelgebühren über die Nebenkosten?
Nein, nicht mehr für die Zeit ab dem 1. Juli 2024. Die SWSG hat angekündigt, dass die Umlage der Kabelgrundgebühr zum 30.06.2024 endet und Vodafone die Gebühr bei einem Einzelnutzervertrag direkt mit dir abrechnet. In einer Abrechnung für 2025 darf keine Kabelgrundgebühr mehr stehen.
Ich mache die Kehrwoche selbst. Darf die SWSG trotzdem Treppenhausreinigung abrechnen?
Umlagefähig sind nur Kosten, die tatsächlich für dein Haus angefallen sind (§ 2 Nr. 9 BetrKV). Erledigen die Mieter die Kehrwoche selbst, sollte für dieselben Flächen keine laufende Reinigung durch eine Firma abgerechnet werden. Steht trotzdem eine Position Gebäudereinigung in der Abrechnung, frag nach Leistungsverzeichnis und Rechnungen.
Was bedeutet „Sonderkosten Müllabfuhr“ bei der SWSG?
Die SWSG erklärt damit Kosten, die durch falsch befüllte Tonnen oder abgestellten Sperrmüll entstehen, wenn kein Verursacher feststellbar ist. Laufend anfallende Kosten dieser Art dürfen nach dem BGH umgelegt werden (Urteil vom 13.01.2010, VIII ZR 137/09). Lass dir trotzdem Rechnungen mit Datum zeigen.
Wie widerspreche ich der SWSG-Abrechnung?
Schriftlich und konkret: Position, Betrag und Grund. Das geht per Brief oder über das Kontaktformular, bei dem du dir eine Kopie per E-Mail schicken lassen kannst. Deine Frist sind zwölf Monate ab Zugang der Abrechnung (§ 556 Abs. 3 S. 5 BGB).
Wer hilft SWSG-Mietern in Stuttgart?
Für rechtliche Beratung ist der DMB-Mieterverein Stuttgart eine Anlaufstelle. Daneben gibt es bei der SWSG den Beirat der Mietervertreter*innen, der laut eigener Website die Interessen der SWSG-Mieterschaft gegenüber dem Unternehmen vertritt. Eine Rechtsberatung im Einzelfall ersetzt er nicht.

Ist deine SWSG-Abrechnung korrekt?

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Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall. Ob eine Position in deiner Abrechnung tatsächlich unzulässig ist, hängt von Mietvertrag und Einzelfall ab. Bei rechtlichen Fragen hilft dir ein Mieterverein oder ein Fachanwalt für Mietrecht.

nebify ist ein unabhängiger Prüfdienst und steht in keiner Verbindung zu SWSG. Der Name dient nur dazu, die Abrechnung zu beschreiben. Angaben zum Unternehmen stammen von dessen Website (Stand Oktober 2026).

Weitere Wohnungsunternehmen

Quellen: SWSG: Nebenkosten · SWSG: FAQ · SWSG: Kontakt · SWSG: Jahresbericht 2025 · Beirat der Mietervertreter*innen · § 556 BGB · § 556a BGB · § 2 BetrKV · § 12 HeizkostenV; BGH, Urteile vom 07.04.2004 (VIII ZR 167/03), 20.02.2008 (VIII ZR 27/07), 13.01.2010 (VIII ZR 137/09), 07.02.2018 (VIII ZR 189/17), 11.05.2022 (VIII ZR 379/20)